• Bundesweit läuft eine heftige Diskussion über Glühweinstände
  • 200 Personen missachteten bei einem „Glühweinspaziergang“ in Heidelberg das Abstandsgebot
  • Baden-Württemberg verbietet Alkoholausschank im Freien
Aufgrund des hohen Andrangs an Glühweinständen will die baden-württembergische Landesregierung jetzt den Alkoholausschank unter freiem Himmel verbieten. Ein flächendeckendes Alkoholverbot soll in die nächste Corona-Verordnung aufgenommen werden, kündigte Gesundheitsminister Manne Lucha am Dienstag in Stuttgart an. Das Verbot soll zum 3. Advent in den einzelnen Kommunen umgesetzt werden.
Lucha kündigte dieses Vorhaben schon am Montag an. Der Alkoholausschank im Freien solle unterbunden werden, sagte er am Montag im SWR, nachdem in Heidelberg ein „Glühweinspaziergang“ mit 200 Teilnehmern von der Polizei aufgelöst werden musste.
„Wir haben jetzt gerade am Wochenende in den großen Innenstädten gesehen, dass im Prinzip die Weihnachtsmärkte über die Hintertür kommen, dass wir Riesenschlangen an Glühweinständen hatten“, so Lucha. „Das kann und darf nicht sein.“

Bregenz/Lindau

Bundesweite Diskussion über Glühweinverbot

Derzeit wird auch bundesweit über ein Glühweinverbot in Corona-Zeiten diskutiert wird. Das Alkoholausschankverbot trifft vor allem Städte wie Karlsruhe und Stuttgart. Dort gibt es keine regulären Weihnachtsmärkte, dafür aber dezentrale Stände für den Außenverkauf der Gastronomie. Im bayrischen Neu-Ulm dürfte der „Weihnachtsmarkt to go“ hingegen der landesweiten Ausgangssperre zum Opfer fallen. Möglicherweise geht der Trend nun zum Glühweinrezept für zuhause.

Corona-Baden-Württemberg: Harter Lockdown nach Weihnachten?

Die baden-württembergische Landesregierung kündigte am Dienstag zudem Verschärfungen für die Maßnahmen gegen die Pandemie im Südwesten an. Man werde noch diese Woche für Regionen mit mehr als 300 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen drastische Maßnahmen beschließen müssen, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Er hoffe, dass die Maßnahmen für die extremen Hotspots Anfang nächster Woche in Kraft treten könnten. Folgt nach Weihnachten der harte Lockdown? Das sei gut denkbar, sagte Kretschmann.