Gerichtsprozess beginnt
: Brigitte Macron klagt gegen Cybermobbing und transphobe Falschmeldungen

In Paris beginnt der Prozess gegen zehn Personen, die Brigitte Macron online mit sexistischen und transphoben Gerüchten attackiert haben – ein Schlaglicht auf Cybermobbing gegen prominente Frauen.
Von
Judith Müller
Frankreich
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Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (r) und seine Frau Brigitte Macron wehren sich gerichtlich gegen Cybermobbing.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (r) und seine Frau Brigitte Macron wehren sich gerichtlich gegen Cybermobbing.

dpa/PA Wire, Carlos Jasso

In Paris hat am Montag der Prozess gegen zehn Personen wegen Cybermobbing gegen Frankreichs Präsidentengattin Brigitte Macron begonnen. Die Angeklagten im Alter zwischen 41 und 60 Jahren sollen im Internet sexistische und transphobe Gerüchte über Macron verbreitet haben. Ihnen drohen bis zu zwei Jahre Haft.

Hintergrund: Cybermobbing gegen Brigitte Macron

Die Vorwürfe beziehen sich auf wiederholte bösartige Kommentare über das Geschlecht und die Sexualität von Brigitte Macron sowie auf den Altersunterschied von 24 Jahren zu ihrem Ehemann, Präsident Emmanuel Macron. Die Pariser Staatsanwaltschaft wirft den Beschuldigten vor, Macron in sozialen Medien öffentlich zu diffamieren und mit Pädophilie-Vorwürfen in Verbindung zu bringen.

Bereits im Juli hatte ein Berufungsgericht zwei Frauen freigesprochen, die falsche Gerüchte über Brigitte Macrons angebliche Transidentität verbreitet hatten. Die Verbreitung der Falschinformationen, die seit 2017 immer wieder auftauchten, geschah insbesondere vor Wahlen und stammte hauptsächlich aus regierungsfeindlichen Kreisen.

Internationale Dimension: Candace Owens im Visier der Macrons

Die transphoben Gerüchte verbreiteten sich nicht nur in Frankreich, sondern auch in den USA. Das französische Präsidentenpaar reichte im Sommer 2024 Klage gegen die US-Influencerin Candace Owens ein, die behauptet hatte, Brigitte Macron sei eigentlich ein Mann. Owens bestätigte die Aussagen in einer achtteiligen Podcast-Serie mit dem Titel „Becoming Brigitte“.

Die Macrons fordern von Owens die Unterlassung und einen Widerruf der falschen Behauptungen. Stattdessen habe die Influencerin Brigitte Macron verspottet und ihre Aussagen als „Kanonenfutter“ für ihre Follower genutzt. Viele der nun in Frankreich angeklagten Personen hätten Owens’ Beiträge geteilt.

Persönliches Umfeld und öffentliche Aufmerksamkeit

Emmanuel Macron, einer der jüngsten Präsidenten weltweit, ist 47 Jahre alt. Seine Ehefrau Brigitte Macron feierte im April ihren 72. Geburtstag und hat drei Kinder aus erster Ehe. Die öffentliche Aufmerksamkeit rund um den Prozess unterstreicht die Zunahme von Cybermobbing-Fällen gegen prominente Persönlichkeiten, insbesondere Frauen in der Politik.

Der Prozess gegen Brigitte Macron zeigt, wie soziale Medien als Plattform für sexistische und transphobe Angriffe genutzt werden können. Die rechtlichen Schritte der Präsidentengattin setzen ein Zeichen gegen die Verbreitung falscher Informationen und Cybermobbing.