Auch die Wirtschaft in Deutschland leidet unter den hohen Energiepreisen. Deshalb hat die Expertenkommission der Bundesregierung auch Maßnahmen vorgeschlagen, die die Industrie finanziell entlasten sollen. Unter anderem soll es auch für die Industrie eine Gaspreisbremse geben - mit einigen Unterschieden zur Preisbremse für private Verbraucher.

Wie hoch soll die Gaspreisbremse für die Industrie sein?

Die Gaspreisbremse für Industrieverbraucher soll 70 Prozent des Verbrauches des Jahres 2021 betragen - und zwar zu einem Beschaffungspreis von 7 Cent pro Kilowattstunde. Dazu kommen unter anderem noch Abgaben, Umlagen und Steuern, so dass am Ende wie bei den privaten Haushalten ein Endkundenpreis von 12 Cent erreicht werden soll. Eine Mengen-Obergrenze soll es nicht geben. Ein Unternehmen soll die geförderte Gasmenge für seine Zwecke nutzen oder am Markt verwerten können. Die Subvention soll über den jeweiligen Gaslieferanten organisiert werden, den der Staat mit den notwendigen Finanzmitteln ausstatten soll.

Wann soll die Gaspreisbremse für die Industrie in Kraft treten?

Die Gaspreisbremse für die Industrie soll nach dem Vorschlag der Experten bereits zum 1. Januar 2023 in Kraft treten. Die Bremse für private Verbraucher soll erst im März oder gar April 2023 folgen.

Bis wann soll die Gaspreisbremse für die Industrie gelten?

Nach dem Vorschlag der Kommission soll diese Gaspreisbremse bis zum 30. April 2024 in Kraft sein.

Für wen soll diese Gaspreisbremse gelten?

Die Gaspreisbremse für die Industrie soll in Deutschland für etwa 25.000 Unternehmen gelten. Laut Kommission soll sie gelten für große industrielle Verbraucher (größer 1,5 Mio. kWh/a), die über eine geregelte Lastgangmessung (RLM) verfügen. Ausgenommen hiervon sollen Gaskraftwerke, größere Wohneinheiten und weitere, noch zu identifizierende Verbraucher sein.

Ist die Gaspreisbremse schon beschlossen?

Nein, die Koalition hat aber am 14.10.2022 im Bundestag den rechtlichen Rahmen für die Gaspreisbremse und weitere Maßnahmen des von ihr geplanten Abwehrschirms auf den Weg gebracht. „Es geht darum, eine Brücke über die nächsten beiden Winter zu bauen“, sagte der parlamentarische Staatssekretär im Finanzministerium, Florian Toncar (FDP), am Freitag in der ersten Beratung des Gesetzentwurfs im Bundestag zur Neuausrichtung des Wirtschaftsstabilisierungsfonds, aus dem der Abwehrschirm finanziert werden soll.
Dafür will die Regierung noch im laufenden Jahr 200 Milliarden Euro neue Kredite aufnehmen. Diese Neuverschuldung erfolge „streng zweckgebunden“, betonte Toncar. Neben der Gaspreisbremse soll damit auch die geplante Preisbremse für Strom mitfinanziert werden, zudem Entlastungen für Unternehmen und die Stabilisierung von durch die Krise in Schieflage geratenen Energiekonzernen.

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