Fünf Tote in Südtirol
: Alle Todesopfer des Lawinen-Unglücks stammen aus Bayern

Bei einem tragischen Unfall an Allerheiligen sind in Südtirol fünf Bergsteiger durch eine Lawine verunglückt. Jetzt wurde die Identität der Toten bestätigt.
Von
Laura Mensch,
dpa
Bozen
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Nach dem Lawinenunglück in Südtirol: 02.11.2025, Italien, Bozen: Ein Hubschrauber der Bergrettung fliegt auf der Suche nach zwei vermissten Bergsteigern vor dem mit Schnee bedeckten Ortler Gebirge. Nach dem Lawinenunglück in Südtirol sind auch die Leichen der beiden zuletzt noch vermissten Deutschen gefunden worden. Damit steht fest, dass bei dem Unglück am Vortag insgesamt fünf Bergsteiger ums Leben kamen - alle aus Deutschland. (zu dpa: «Lawinen-Drama in Südtirol: Fünf Deutsche tot») Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Ein Hubschrauber der Bergrettung fliegt auf der Suche nach zwei vermissten Bergsteigern vor dem mit Schnee bedeckten Ortler Gebirge. Bei dem Unglück kamen insgesamt fünf Bergsteiger ums Leben.

Karl-Josef Hildenbrand/dpa
  • Lawinenunglück in Südtirol: Fünf deutsche Bergsteiger aus Bayern kamen ums Leben.
  • Opfer: Ein 58-Jähriger, sein Sohn (21) und dessen Freundin sowie ein Vater (46) mit Tochter (17).
  • Unfallort: Vertainspitze im Ortler-Gebirge auf 3.200 Metern – Lawine vermutlich selbst ausgelöst.
  • Lawinenwarnstufe 2 von 5 – Schneemassen lösten sich durch Verwehungen und frischen Neuschnee.
  • Aufstieg zur Vertainspitze gilt als konditionell fordernd, Nordwand zählt zu schwierigen Eistouren.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Bei einem der schwersten Bergunglücke der vergangenen Jahre in den Alpen sind fünf deutsche Alpinisten ums Leben gekommen. Die Opfer stammen allesamt aus Bayern, wie ein Sprecher der italienischen Finanzpolizei in Bozen bestätigte. Unter den Toten sind ein 58-jähriger Mann, sein 21 Jahre alter Sohn und dessen gleichaltrige Freundin sowie ein 46-jähriger Vater und seine 17-jährige Tochter. Zwei weitere Männer aus Deutschland überlebten das Unglück.

Die Bergsteiger waren am Samstag gegen 16 Uhr beim Aufstieg zur 3.545 Meter hohen Vertainspitze im Ortler-Gebirge von einer Lawine überrascht worden. Warum die Gruppen so spät am Nachmittag noch unterwegs waren, ist bislang unklar. Nach Angaben der Bergwacht waren die Deutschen unabhängig voneinander in drei Seilschaften unterwegs – eine Dreiergruppe und zwei Zweierseilschaften. Das Unglück ereignete sich in der Nordwand unterhalb des Gipfels auf rund 3.200 Metern Höhe.

Lawine vermutlich selbst ausgelöst

Vermutlich löste die oberste Seilschaft – der Vater mit seiner Tochter – die Lawine aus. Nach italienischen Medienberichten sollen die beiden noch versucht haben, die anderen Bergsteiger mit Rufen zu warnen.

Nach Einschätzung der Bergrettung herrschte zum Zeitpunkt des Unglücks nur Lawinenwarnstufe zwei von fünf. Experten vermuten, dass sich die Schneemassen aufgrund starker Verwehungen lösten: Der frische Neuschnee war offenbar noch nicht fest mit dem Untergrund verbunden. In den Tagen zuvor hatte es in der Region den ersten Schneefall der Saison gegeben, während die Temperaturen tagsüber vergleichsweise mild geblieben waren.

Langer, kräftezehrender Aufstieg

Der Aufstieg zur Vertainspitze gilt als lang und konditionell fordernd, jedoch technisch nicht besonders schwierig. Der Gipfel oberhalb von Sulden ist wegen seiner Aussicht ein beliebtes Ziel. Die Nordwand hingegen zählt zu den anspruchsvolleren alpinen Eistouren – sie verlangt Seil, Steigeisen und komplette Eiskletterausrüstung.