Friseur Klier Insolvenz
: Frisör Klier: Wie Corona die ganze Kette ruinierte

Bei der bekannten Frisörkette Klier droht die Insolvenz. Ein Drittel der Filialen könnte verschwinden, und zahlreiche Mitarbeiter werden wohl ihren Job verlieren.
Von
Michael Maier
Wolfsburg
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Frisör Klier: Für 9200 Mitarbeiter geht es wegen Corona um die Existenz.

Staufenpress

Neben VW gehört auch die Frisörkette Klier in Wolfsburg zu den größten Unternehmen und verfügt bundesweit über 1350 Filialen. Doch nun stehen bei dem nach eigenen Angaben größten System–Frisör Deutschlands harte Einschnitte bevor. Das Amtsgericht am Firmenhauptsitz Wolfsburg eröffnete am Dienstag ein Insolvenzverfahren.„Die Gläubiger werden aufgefordert, Insolvenzforderungen beim Sachwalter anzumelden“, teilte die Kammer mit. Eine Gläubigerversammlung wurde für den 25. Februar 2021 angesetzt.

Klier war infolge des starken Nachfragerückgangs seit dem Beginn der Pandemie finanziell immer mehr in Bedrängnis geraten. Nachdem Anfang September zunächst ein Schutzschirmverfahren beantragt worden war, um das Unternehmen zu sanieren, machte das zuständige Gericht nun knapp drei Monate später den Weg für das Insolvenz–Hauptverfahren frei.

Nach Informationen von „Bild“ müssen womöglich ein Drittel aller Filialen schließen. Insgesamt arbeiten im Konzern rund 9200 Mitarbeiter unter Markennamen wie Klier, Super Cut, Hair Express sowie in 130 Läden für Haarprodukte (Cosmo, Beautyhairshop). 1800 von ihnen droht nun voraussichtlich die Arbeitslosigkeit.

Im Raum Ulm gibt es folgende Klier–Filialen:

  • Blautal–Center
  • Junginger Straße 15
  • Glacis–Center Neu–Ulm

Friseur Klier: Insolvenz durch Corona–Krise

Grund der Pleite ist offenbar die Coronakrise, denn beim Lockdown im Frühjahr fielen alle Einnahmen weg, doch gleichzeitig liefen viele Fixkosten wie Ladenmieten ungebremst weiter. Bereits seit September befand sich Klier deshalb in einem so genannten Schutzschirm-Verfahren, um sich dem Zugriff von Gläubigern zu entziehen.

Von den 1350 Friseursalons könnten etwa 450 dichtgemacht werden, 15 bis 20 Prozent der Stellen dürften verschwinden, so Bild. Ende März könnte die Restrukturierung dann abgeschlossen sein, wenn das Unternehmen nicht sogar komplett zerschlagen wird. Die Klier Hair Group machte zuletzt um die 300 Millionen Euro Jahresumsatz.

Überbrückungshilfe konnte Frisör Klier nicht retten

Zuvor hatten auch Überbrückungshilfen die hohen Einnahmeeinbußen bei Klier nicht ausgleichen können. Die geschäftsführenden Gesellschafter Michael und Robert Klier zeigten sich Anfang der Woche zuversichtlich für einen Neustart. Der Sachwalter im Schutzschirmverfahren, Silvio Höfer, wollte sich zu den konkreten Aussichten jedoch nicht äußern. Die Vizechefin der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Christine Behle, hatte betont, bei den Verhandlungen müssten die Interessen der Mitarbeiter berücksichtigt werden. Sie warnte Klier und den Insolvenzverwalter vor einem massiven Abbau von Arbeitsplätzen.

Infos zu Frisör Klier — Deutschlands größte Salonkette

  • Gründung im Jahr 1948 durch Elfriede Klier im sächsischen Werdau
  • 1954 Umzug nach Wolfsburg
  • 2008 Übernahme der Essanelle Hair Group
  • Familienunternehmen in dritter Generation
  • etwa 300 Millionen Euro Jahresumsatz
  • 9200 Mitarbeiter
  • 1350 Filialen
  • Marken „Klier“, „Hair Express“, „Super Cut“, „Cosmo“, „Beautyhairshop“ (und weitere)