Photovoltaik
: Förderung von Anlagen auf Dächern und Feldern per KfW-Kredit

Wer Photovoltaik-Anlagen auf seinem Grundstück aufstellt, kann bei der KfW einen Kredit beantragen. Außerdem kann man mit überschüssigem Strom Geld verdienen.
Von
Daniel Wydra mit Agenturen
Ulm
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Eine Photovoltaik-Anlage auf einem Wohnhaus. Privathaushalte können dafür einen KfW-Kredit beantragen – außerdem den überschüssigen Strom einspeisen und damit Geld verdienen.

Andrea Warnecke/dpa

Spätestens seit Beginn des Ukraine-Krieges ist klar, dass Deutschland so schnell wie möglich mehr Energie selbst erzeugen sollte. Das Land verfügt über Braunkohle-Reserven. Doch schon in den 2030er Jahren soll die Kohleförderung beendet werden. Stattdessen setzt die Bundesregierung schon seit Jahren auf erneuerbare Energien, auch um das Klima zu schonen. Windenergie, Wasserkraftwerke und Biogasanlagen werden unter anderem indirekt von Verbrauchern und Unternehmen finanziert – über den CO2-Preis und die EEG-Umlage.

Firmen und Privathaushalte können auch selbst Strom aus erneuerbaren Energien erzeugen – zum Beispiel mit Photovoltaik-Anlagen und Solarzellen. Weil sie Strom für die Allgemeinheit erzeugen, können ihre Besitzer dafür finanziell gefördert werden. Hier lest ihr, wie das geht und was ihr beim Förderantrag der KfW beachten müsst.

Photovoltaik und Solar: Förderung bei der KfW beantragen

Die bundeseigene Bank KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) vergibt Kredite zur Förderung erneuerbarer Energien. Auch Solar- und Photovoltaik-Anlagen werden finanziell unterstützt. Beide Systeme basieren auf der Sonnenenergie. Während solarthermische Anlagen das Wasser in einem Kreislauf erhitzen, wandeln Photovoltaik-Anlagen die Sonnenenergie in elektrischen Strom um.

Die KfW informiert auf ihrer Website, wie man einen Kredit für Anlagen beantragen kann, die erneuerbare Energien erzeugen.

  • 1. Bevor ihr den Kredit bei eurer Hausbank beantragt, füllt am besten das Formular im KfW-Förderassistenten aus.
  • 2. Die KfW oder eure Hausbank hilft euch, einen Finanzierungspartner zu finden
  • 3. Der Finanzierungspartner beantragt den KfW-Kredit für euch
  • 4. Die KfW prüft euren Kreditantrag
  • 5. Falls die KfW die Förderung genehmigt, könnt ihr einen Kreditvertrag mit eurem Finanzierungspartner abschließen

KfW-Förderung Erneuerbarer Energien: Welche Kredite gibt es?

Außer Privatpersonen aus dem In- und Ausland können auch öffentliche Anstalten und Zweckverbände, gemeinnützige Organisationen, Genossenschaften, Stiftungen, Vereine, Freiberufler und Landwirte KfW-Kredite für Erneuerbare Energien beantragen. Folgende Anlagen können gefördert werden

  • Photovoltaik-Anlagen auf Dächern, an Fassaden oder auf Freiflächen
  • Wasserkraft-Anlagen
  • Windkraft-Anlagen
  • Biomasse-, Biogas- oder Erdwärme-Anlagen (Kraft-Wärme-Kopplung)
  • Batteriespeicher
  • Solaranlagen
  • Wärme- und Kältespeicher

Mit Photovoltaik-Anlagen Geld verdienen – so geht’s

Auf Hausdächern, Feldern oder im Garten ist oft genug Platz für Photovoltaik-Anlagen. Sie produzieren oft mehr Strom als ein Haushalt oder Unternehmen selbst braucht. Der überschüssige Strom wird ins Stromnetz eingespeist und vergütet. Die Einspeisevergütung wird pro Kilowattstunde (kwH) berechnet. Informationen dazu, wie hoch die Vergütung ist, findet ihr unter anderem bei finanztip.de.

Gibt es Zuschüsse für erneuerbare Energien?

In der Vergangenheit haben mehrere Bundesländer und Kommunen Anlagen, die Erneuerbare Energien erzeugen, direkt bezuschusst. Solche Programme sind aber in der Regel zeitlich befristet. Informiert euch am besten in eurem Bundesland oder Wohnort, ob ihr einen Zuschuss beantragen könnt.

Bundesregierung für Photovoltaik-Anlagen in der Landwirtschaft fördern

Um den Ausbau der Solarenergie voranzutreiben, will die Regierung künftig Photovoltaikanlagen auf Ackerflächen bezuschussen: Solche Agri-PV-Anlagen sollen künftig im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) grundsätzlich gefördert werden, teilten die drei grün geführten Ministerien für Wirtschaft, Umwelt und Landwirtschaft am Donnerstag mit. Der Bauernverband forderte die Förderung auch für Anlagen auf Grünland. Er gab zudem zu bedenken, dass Solaranlagen auf landwirtschaftlich bewirtschafteten Flächen teurer sind als Anlagen auf Freiflächen.

Die drei Ministerien stellten ein Eckpunktepapier vor; darin heißt es, dass für den Ausbau der Solarenergie nicht nur „alle verfügbaren Dachflächen“, sondern auch Freiflächen genutzt werden müssten. Vorrangig sollten dies versiegelte oder belastete Flächen bleiben, etwa zuvor industriell oder militärisch genutze Flächen (Konversionsflächen) oder Autobahn- und Schienenrandstreifen. Zusätzlich sollen nun „auf allen Ackerflächen“ Solaranlagen grundsätzlich zulässig sein, zudem in benachteiligten Gebieten und auf landwirtschaftlich genutzten Moorböden, wenn sie gleichzeitig wieder vernässt werden.