Rettungsaktion in Österreich: 43 Menschen sind in der Gemeinde Bruck an der Leitha aus einem Kühllastwagen geholt worden, nachdem sie durch laute Rufe auf sich aufmerksam gemacht hatten.
Wie die Polizei am Mittwoch berichtet, waren die von Schleppern nach Österreich gebrachten Menschen aus
  • Syrien,
  • Irak
  • und der Türkei
in einem schlechten gesundheitlichen Zustand. Der Kühllastwagen habe keine Möglichkeit zur Belüftung gehabt.

Migranten in Kühllastwagen: Betroffene berichten von Todesangst

Die Betroffenen berichteten nach Polizeiangaben von Todesangst und Sauerstoffmangel während der Fahrt. Zahlreiche Menschen seien demnach zeitweise ohnmächtig gewesen, eine Person sei kollabiert. Es sei ihnen gelungen, so laut auf sich aufmerksam zu machen, dass der Transporter kurz angehalten habe.
Mit einem Polizei-Hubschrauber und mehreren Polizeistreifen wurde das Gebiet laut Behörden großräumig abgesucht und 38 Personen vorläufig festgenommen. Für die Fahrt bezahlten die Migranten den Angaben zufolge Beträge zwischen 6000 und 8000 Euro.

Migranten kamen durch Falltür in den Kühllaster

Die Migranten gaben laut Polizei an, dass sie auf verschiedenen Routen von der Türkei nach Rumänien gekommen seien. Dort seien sie für längere Zeit in einem ruinenähnlichen Haus
untergebracht gewesen, in dem sich insgesamt etwa 150 Personen
aufgehalten hätten. Die Fahrt in dem Lkw-Anhänger sei von einem Waldstück nahe der ungarischen Grenze aus erfolgt, der Einstieg über eine Falltür des Kühllasters. Insgesamt hätten sich nach Angaben der Migranten 43 Personen, unter ihnen sechs minderjährige Kinder, in dem Fahrzeug befunden. Der 51 Jahre alte mutmaßliche Fahrer des Lastwagens sei in Haft. Zur Tarnung seien auf der Ladefläche Papierkartonrollen so gestapelt gewesen, dass der Blick ins Innere des Anhängers versperrt gewesen sei.

Landeskriminalamt will Schlepper-Organisationen zerschlagen

Der Kampf gegen die Schlepperei und gegen illegale Migration müsse
konsequent weitergeführt werden, sagte Österreichs Innenminister Karl
Nehammer (ÖVP) zum aktuellen Fall. „Wir verzeichnen derzeit einen Anstieg der durchgeführten Schleppungen“, teilte der Leiter des Landeskriminalamtes Niederösterreich, Omar Haijawi-Pirchner, mit. Der Fokus der Ermittlungen liege auf der Zerschlagung der verantwortlichen kriminellen Organisation.

Bruck an der Leitha: 2015 gab es bereits einen ähnlichen Vorfall

Der Vorfall erinnert an eine ganz ähnliche Situation mit 71 Toten im Jahr 2015 ganz in der Nähe. Nach Angaben der Polizei stand der Lastwagen nahe Bruck an der Leitha. Durch Anzeigen mehrerer Bürger war die Polizei bereits vor einer Woche auf den Lastwagen am Rande der Autobahn aufmerksam geworden. Die Zeugen hatten Menschen beobachtet, die von der Ladefläche des Transportes sprangen.