• Bund und Länder haben beim Gipfel am Mittwoch, 10.02., über die Corona-Maßnahmen diskutiert.
  • Der Lockdown wird bis zum 7. März verlängert.
Wer sich im Gym fit halten will, hat aktuell ein Problem: Die Fitnessstudios in Deutschland sind geschlossen. Das frustriert nicht nur die Kunden, sondern auch die Betreiber. Sie trifft die Corona-Pandemie hart. Eine konkrete Öffnungsperspektive gibt es derzeit nicht. Das hätte sich nach dem Corona-Gipfel am Mittwoch, 10.02., ändern können. Bund und Länder diskutierten bei dem Treffen über weitere Lockerungen. Doch Lockerungen für den Sport kommen wohl erst nach dem 7. März.

Gipfel am 10.02.2021: Arbeitgeberverband fordert stufenweise Öffnung der Fitnessstudios

Der Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen (DSSV) hatte sich vor dem Gipfel in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel gewandt. Der Verband fordert einen Stufenplan zur Wiedereröffnung von Fitnessstudios und Co. Es lägen „umfassende Sicherheits- und Hygienekonzepte vor“, heißt es in dem Schreiben. Diese ermöglichten ein sicheres Training. Bei einer konsequenten Umsetzung der Vorschriften sei von keinem erhöhten Infektionsrisiko auszugehen.
In Schleswig-Holstein hat die Landesregierung bereits einen Stufenplan erarbeitet. Für die Zeit ab Mitte Februar sieht sie Öffnungen von Einrichtungen, wie Fitnessstudios und Co. in vier Etappen vor.

Niedersachsens MP Stephan Weil stellt Stufenplan bei Anne Will vor

Auch in Niedersachsen wird über einen Stufenplan diskutiert. Ein entsprechendes Konzept stellte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) in der ARD-Talkshow Anne Will vor. Das Konzept sei „eine Handreichung, kein Automatismus“, betonte er. „Aber es soll möglichst vielen Menschen ein Gefühl dafür geben, wie kann es denn sein, wenn wir bestimmte Fortschritte erreichen oder auch, wenn wir wieder Rückschläge erleiden.“
Der Stufenplan sieht erste Lockerungen vor, wenn die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche sieben Tage lang stabil unter 100 liegt. Dann könnten wieder Treffen von fünf Menschen aus zwei Haushalten, körpernahe Dienstleistungen (Friseure) und eingeschränkter Regelbetrieb an den Kitas sowie Wechselunterricht in Schulen möglich sein.
Liegt die Inzidenz 21 Tage lang stabil unter 50, könnten laut dem Plan Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze wieder öffnen, in der Gastronomie gäbe es keine Beschränkung der Gästezahl mehr, Theater und Kinos würden für einzelne Schulkohorten öffnen. Der Besuch im Fitnessstudio wäre wieder möglich, wenn auch mit begrenzter Kapazität.

Niedersachsen: Fitnessstudio darf an Einzelpersonen untervermietet werden

Die Pandemie macht kreativ: Eine Fitnessstudio-Betreiberin aus Niedersachsen hat ein Konzept erarbeitet, welches die stundenweise Untervermietung ihres Fitnessstudios an Einzelpersonen oder deren Haushalt vorsieht. Der Untermietvertrag wird dabei im Vorhinein abgeschlossen und der Zugang mittels QR-Codes ermöglicht, welcher für die jeweilige Nutzungszeit freigeschaltet wird.
Das Verwaltungsgericht Hannover entschied in einem Eilverfahren, dass die Untervermietung legal ist, wie der der juristischen Fachverlag Beck-Aktuell schreibt. Das mit dem herkömmlichen Betrieb eines Fitnessstudios einhergehende Infektionsrisiko werde durch das Betriebskonzept verhindert.

Inzidenz: Weitere Öffnungen erst ab einem 7-Tages-Wert von 35

Bund und Länder sehen die Möglichkeit für weitergehende Öffnungsschritte in der Corona-Pandemie erst bei einer stabilen 7-Tage-Inzidenz von höchstens 35 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner. Dann sollten der Einzelhandel, Museen und Galerien sowie Betriebe mit körpernahen Dienstleistungen wieder aufmachen können.

Kündigung und Weiterzahlen: Was gilt in der Pandemie für Fitnessstudios?

Wer trotz ausgesetzter Beiträge doch kündigen möchte, sollte auf jeden Fall auch in Corona-Zeiten auf die Fristen achten. Denn es gibt wegen Corona kein Sonderkündigungsrecht. Die fristgerechte Kündigung sollte man nachweisen können, in dem man beispielsweise die Kündigung als Einschreiben verschickt.
Die Betreiber dürfen ihre Dienstleistung aufgrund der Vorgaben derzeit nicht anbieten. Im Prinzip dürften sie für nicht erbrachte Leistungen aber auch kein Geld verlangen.
Laut Verbraucherzentrale müssen Mitglieder während der Schließungsdauer keine Beiträge entrichten. "Wenn Mitglieder dennoch gezahlt haben, haben sie einen Erstattungsanspruch", heißt es auf der Webseite der Verbraucherzentrale. Zugleich müssten Kunden aber auch Wertgutscheine akzeptieren.

Fit trotz geschlossener Studios: Tipps für Sport zuhause

Wer sich in der Pandemie trotz geschlossener Fitnesstudius fit halten will, kann zuhause trainieren: Es gibt zahlreiche Sport-Kurse auf Youtube, Online-Fitnesscenter oder Bücher zum Thema Sport. Tipps gibt es hier:

Boom bei Trainingsgeräten für zu Hause

Wie die Süddeutsche Zeitung schreibt, macht Corona die klassischen Fitnessstudios zu Verlierern. Besonders gefragt sind Anbieter, die moderne Trainingsgeräte liefern. Die Nachfrage nach Hometrainern ist enorm gestiegen. Dabei setzten Verbraucher auf hochwertige und höherpreisige Geräte.