• 200.000 von 11 Millionen Schülern in Deutschland befanden sich am 12. November in Quarantäne
  • Betroffen waren auch 13.000 von insgesamt etwa 800.000 Lehrkräften
  • 106 von über 30.000 Schulen in Deutschland mussten komplett schließen
  • Die Schülerbeförderung könnte beim Infektionsgeschehen eine Rolle spielen
Das Thema liegt nahe, doch erst nach fast vier Wochen Teil-Lockdown steht es am 25.11. beim Corona-Gipfel von Bund und Ländern auf der Agenda. Die Rede ist von der Schülerbeförderung in teils überfüllten Bussen, die alle Hygiene- und Abstandsbemühungen innerhalb der Klassenzimmer zunichte machen könnte.
Jetzt werden mehr Busse und ein gestaffelter Unterrichtsbeginn angestrebt, um die allmorgendliche Zusammenballung von Kindern und Jugendlichen zu entzerren und eine längere Schließung von Schulen oder Klassenstufen noch abzuwenden. Vor der Corona-Konferenz am 25.11. ist eine Beschlussvorlage mit entsprechenden Vorschlägen durchgesickert. Demzufolge seien 2,5 Milliarden Euro für die Schülerbeförderung eingeplant, berichtet der Sender n-tv.

Ferien ab 16. Dezember für Schule, Kindergarten und Kita?

„Es ist paradox, dass überfüllte Schulbusse und Straßenbahnen die Infektionszahlen anheizen und gleichzeitig viele Reisebusunternehmen um ihre Existenz fürchten. Sie sollten jetzt sofort einspringen und mit Reisebussen den öffentlichen Nahverkehr zu den Schulen und zurück entlasten“, sagte der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach dem Spiegel, während in Medienberichten bereits von einem Schul-Lockdown mit mutmaßlichen „Corona-Ferien“ ab 16. Dezember in Schule, Kindergarten und Kita die Rede war und auch heftig um Maskenpflicht sowie Wechselunterricht gestritten wurde.

Berlin/Stuttgart

Busunternehmer stehen für Schülerbeförderung bereit

In einer Pressemitteilung des Verbands der Busunternehmer heißt es, dass man jederzeit mit zusätzlichen Fahrzeugen im Schülerverkehr einspringen könne, sobald diese von Städten, Gemeinden und Ländern in Auftrag gegeben würden. Allerdings hatte es beim letzten Gipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel noch geheißten, dass die ÖPNV-Finanzierung ja erst 2019 erhöht worden sei. Über neue Mittel wurde in den Beschlüssen kein Wort verloren.
Praktisch gesehen dürfte die Umsetzung aber auch aus anderen Gründen nicht ganz einfach sein, denn laut Stimmen aus der Branche fehlen teilweise Busfahrer. Bei größeren Abständen im Schulbus steige der Aufwand zudem erheblich, hatte es bereits vor einigen Wochen auf Anfrage in einem Landkreis in Baden-Württemberg geheißen. Eventuell müsste man dann 200 statt 60 Busse einsetzen, so eine überschlägige Berechnung der zuständigen Stelle. Allerdings war dabei eine Staffelung der Unterrichtszeiten noch nicht berücksichtigt. Möglicherweise heißt es ja jetzt: „Alles was fahren kann und jeder der fahren kann auf die Straße“. In einem Kreis in Schleswig-Holstein wurde sogar über 30 Cent Kilometerprämie für das sonst so unbeliebte „Elterntaxi“ nachgedacht.
Inwieweit Corona an Schulen eine Rolle spielt, ist unter Experten umstritten. Die letzten Infektionszahlen auf Bundesebene stammen vom 12. November, als sich knapp 200.000 der rund elf Millionen Schülerinnen und Schüler sowie 13.000 von rund 800.000 Lehrkräften in Quarantäne befanden. 106 von mehr als 30.000 Schulen waren vollständig geschlossen.