Fall Collien Fernandes: Staatsanwaltschaft Itzehoe ermittelt gegen Ulmen wegen „Nachstellung“

Christian Ulmen und Collien Ulmen-Fernandes sind seit September 2025 geschieden.
Carsten Koall/dpa- Ermittlungen laufen wieder: Itzehoe prüft nach Medienberichten den Vorwurf „Nachstellung“.
- Anfangsverdacht richtet sich gegen die in Berichten genannte Person, also Christian Ulmen.
- Zuvor war ein Verfahren eingestellt worden, weil Unterlagen laut Behörde fehlten.
- Fernandes widersprach dem und sagte, sie habe nichts von der Zuständigkeit gewusst.
- Die Debatte über digitale Gewalt wächst – Justiz kündigt Schließen von Gesetzeslücken an.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Nach einer Strafanzeige von Schauspielerin und Moderatorin Collien Fernandes gegen Unbekannt hat die Staatsanwaltschaft Itzehoe in Schleswig-Holstein die Ermittlungen wieder aufgenommen. Dies sei nach „Prüfung der Medienveröffentlichungen“ geschehen, teilte Oberstaatsanwalt Peter Müller-Rakow mit. Demnach habe sich ein Anfangsverdacht gegen die in den Berichten genannte Person ergeben. Damit ist Fernandes' Ex-Ehemann Christian Ulmen gemeint.
Strafrechtlich gehe es zunächst um den Vorwurf der Nachstellung. Es werde geprüft, ob außerdem auch noch weitere Straftatbestände in Betracht kommen. Im Fall einer Verurteilung drohten für Nachstellung bis zu drei Jahre Haft oder eine Geldstrafe, erklärte die Staatsanwaltschaft.
Zuvor hatten mehrere Medien berichtet. Es sollen sich nun weitere Prüfungen in der Sache anschließen, wie Müller-Rakow sagte. Weitere Auskünfte seien aus ermittlungstaktischen Gründen nicht möglich.
Anzeige im November 2024 gestellt
Nach früheren Angaben der Itzehoer Staatsanwaltschaft hatte die Geschädigte im November 2024 bei der Polizei in Berlin Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet, da durch eine unbekannte Person ein Fake-Account von ihr erstellt worden sei. Die Staatsanwaltschaft Itzehoe hatte das Verfahren übernommen, „weil die angezeigte Handlung wohl innerhalb unseres Zuständigkeitsbereiches durch die Anzeigende zur Kenntnis genommen worden ist“, sagte Müller-Rakow.
Sie sei darum gebeten worden, für die Ermittlungen relevante Unterlagen zu übersenden. Da sie der Bitte nicht nachgekommen sei und somit Ermittlungsansätze zur Identifizierung des Täters gefehlt hätten, sei das Verfahren durch die Staatsanwaltschaft Itzehoe eingestellt worden. Fernandes hatte im „Tagesspiegel“ dieser Darstellung widersprochen und gesagt, sie habe nie mehr von den Ermittlern etwas gehört und auch lange Zeit nicht gewusst, dass die Staatsanwaltschaft in Itzehoe überhaupt zuständig war.
Diskussion über digitale Gewalt
In den vergangenen Tagen gab es bundesweit eine große Diskussion über digitale und sexualisierte Gewalt gegen Frauen – und breite Medienberichterstattung darüber. Tausende Menschen zog es bei Demonstrationen auf die Straße, etwa in Hamburg für mehr Schutz für Opfer sexualisierter Gewalt.
Vorausgegangen war ein „Spiegel“-Bericht, in dem Fernandes schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Partner, den Schauspieler Christian Ulmen, erhoben hatte. Die Schauspielerin hat auf Mallorca Anzeige erstattet, wie eine Justizsprecherin auf der spanischen Mittelmeerinsel der Nachrichtenagentur dpa bestätigte. Das Verfahren befinde sich noch in einem sehr frühen und vertraulichen Stadium, sagte sie am 19. März.
Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung. Sein Anwalt Christian Schertz kündigte rechtliche Schritte gegen die Berichterstattung an, bei der es sich „in großen Teilen um eine unzulässige Verdachtsberichterstattung“ handle. Zudem würden „unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung verbreitet“.
Die Veröffentlichung führte in Deutschland in der Politik zu einer Debatte über digitale Gewalt gegen Frauen. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) kündigte in der Folge an, Gesetzeslücken schließen zu wollen.

