Fake-Pornografie im Internet
: Tausende demonstrieren in Berlin gegen digitale sexuelle Gewalt

Fake-Profile, Deepfakes und Scham: Tausende Menschen protestieren in Berlin am Brandenburger Tor gegen sexualisierte digitale Gewalt. Die Polizei meldet 6700 Teilnehmende, die Veranstalter 13.000.
Von
dpa
Berlin
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„Wer Täter schützt ist Mittäter“, „...aber jede Frau“ oder „Gewalt gegen Frauen gefährdet Demokratie“ standen auf den Transparenten der Demonstrierenden.

Carsten Koall/dpa
  • Tausende demonstrieren in Berlin gegen sexualisierte digitale Gewalt am Brandenburger Tor.
  • Polizei meldet 6700 Teilnehmende, Veranstalter 13.000 – erwartet waren 500.
  • Auslöser: Vorwürfe von Collien Fernandes gegen Ex-Partner Christian Ulmen.
  • Aktivistin Theresia Crone berichtet von Deepfake-/Fake-Profil-Erfahrungen.
  • Koalition will Cyberstrafrecht reformieren; Gesetzentwurf noch im Frühjahr.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Am Donnerstag, dem 19. März, schockierte die Moderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes mit einem erschütternden Beitrag auf Instagram. Sie erhob schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Partner, den Schauspieler Christian Ulmen, und sorgte damit für einen medialen Aufschrei – und rückte das Thema der sexualisierten digitalen Gewalt gegen Frauen in den Fokus. Nun gingen am Sonntag (22. März) Tausende Menschen genau dafür in Berlin auf die Straße: Eine Demonstration „Gegen sexualisierte digitale Gewalt – Solidarität mit allen Opfern“.

Die Menschen versammelten sich am Nachmittag am Brandenburger Tor auf dem vollständig gefüllten Pariser Platz. Auf Plakaten stand: „Menschenrechte auch im Internet“ und „Die Scham muss die Seiten wechseln“. Die Polizei sprach von 6700 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die Veranstalter von 13.000 Menschen.

Bei der Demonstration gegen digitale sexuelle Gewalt in Berlin zeigten um ein Vielfaches mehr Menschen ihre Solidarität, als angenommen – mit nur 500 Teilnehmenden hatte man gerechnet, aber viele Tausende waren es letztendlich.

Carsten Koall/dpa

Gewalt „bleibt in den Suchmaschinen in den Köpfen“

Die Klimaschutzaktivistin Theresia Crone sagte: „Digitale Gewalt endet nicht so richtig. Sie bleibt in den Suchmaschinen in den Köpfen.“ Sie berichtete von einem Fake-Profil mit ihrem Namen und Gesicht und Fotos von sexuellen Situationen und Gewalt. Sehr lange habe es gedauert, bis ein Täter bestraft worden sei. Und so etwas passiere tausendfach. Angekündigt war auch die bekannte Klimaschutzaktivistin Luisa Neubauer.

Die Kundgebung am Brandenburger Tor fand nach Angaben der Veranstalter wegen der aktuellen Diskussion in Solidarität mit der Moderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes (44) statt. Hintergrund sind schwere Vorwürfe von Fernandes gegen ihren Ex-Partner, den Schauspieler Christian Ulmen, über die zuerst der „Spiegel“ berichtet hatte. Ulmens Anwalt Christian Schertz kündigte rechtliche Schritte gegen die Berichterstattung an, bei der es sich „in großen Teilen um eine unzulässige Verdachtsberichterstattung“ handle. Zudem würden „unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung verbreitet“.

Cyberstrafrecht soll reformiert werden

Fernandes warb ebenfalls für die Demonstration und schrieb bei Instagram: „Sexuelle Gewalt, physische und psychische Gewalt sind weiter verbreitet, als man ahnen mag. Sie finden statt, in der Mitte unserer Gesellschaft.“

Women hold up placards as they take part in a demonstration organised by the action group "Feminist Fight Club" on March 22, 2026 at the Brandenburg Gate in Berlin, in support of a prominent TV personality who accused her ex-husband of spreading AI-generated pornographic images of her online. The charges brought by German actress and tv presenter Collien Fernandes have triggered intense media debate about the "digital violence" increasingly perpetrated against on the internet, mostly against women. (Photo by John MACDOUGALL / AFP)

Bei einer Demo in Berlin kamen am Sonntag Tausende Menschen zusammen und haben gemeinsam „gegen sexualisierte digitale Gewalt - Solidarität mit allen Opfern“ demonstriert.

JOHN MACDOUGALL/AFP

Auf Bundesebene hatten Union und SPD in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, das Cyberstrafrecht zu reformieren und Strafbarkeitslücken zu schließen, etwa „bei bildbasierter sexualisierter Gewalt. Dabei erfassen wir auch Deep Fakes“, heißt es darin. Bundesjustizministerin Hubig hatte angekündigt, noch im Frühjahr einen Gesetzentwurf vorzulegen.