Brand in Essen heute
: Drei Verletzte bei Großbrand in Essen – Wohnkomplex ausgebrannt

Die Feuerwehr in Essen kämpfte am Montagmorgen gegen einen riesigen Brand in einem Wohngebäude. Drei Personen sind im Krankenhaus, über 100 wurden evakuiert.
Von
Amy Walker, Agenturen
Essen
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Die Feuerwehr löscht weiterhin einen ausgebrannten Wohnkomplex. Im Westviertel der Stadt stand seit dem frühen Montagmorgen ein ganzer Wohnblock in Flammen. Das Feuer war kurz nach Mitternacht in der Bargmannstraße ausgebrochen. Die Flammen breiteten sich schnell über mehrere Etagen aus.

Bernd Thissen/dpa
  • In Essen kam es in der Nacht zum Montag zu einem riesigen Brand in einem Wohnkomplex
  • Das Feuer ist jetzt endlich unter Kontrolle, die Größe des Brandes stellte die Feuerwehr lange vor einer Herausforderung
  • Der Großbrand brach gegen 2 Uhr in der Nacht zum Montag aus
  • Drei Menschen kamen mit Rauchgasvergiftungen ins Krankenhaus
  • 180 Personen wurden in einem Hörsaal untergebracht
  • 128 Menschen haben ihr Zuhause verloren
  • Die Wohnung in dem Gebäude sind allesamt komplett ausgebrannt. Es handelt sich um etwa 50 Wohnungen.
  • Alle Infos zum Großbrand in Essen

Bei dem Brand eines Wohnkomplexes in Essen sind mindestens drei Menschen verletzt worden. Sie seien mit Rauchgasvergiftungen ins Krankenhaus gekommen, sagte ein Feuerwehrsprecher. Etwa 180 Personen seien aus dem Komplex in Sicherheit gebracht worden.

Feuer in Essen: Ursache gefunden

Das Feuer in einem Essener Wohnkomplex hat sich von einem Balkon ausgebreitet. Wie die Feuerwehr am Montag mitteilte, sorgte das in der Nacht wütende Sturmtief „Antonia“ offensichtlich dafür, dass sich das Feuer dann rasend schnell über die im Wind liegende Fassade und Balkone ausdehnte. Das Gebäude mit einer Fassadenlänge von etwa 65 Metern mit viereinhalb Geschossen sei mit einer Wärmedämmverbundfassade ausgestattet.

Großbrand in Essen: Keine Vermissten, Spendenkonto eingerichtet

Aus dem ausgebrannten Wohnhaus in Essen und aus umliegenden Gebäuden sind etwa 180 Bewohnerinnen und Bewohner in einem benachbarten Hörsaalzentrum untergebracht worden. Dazu gehörten Kinder, Ältere, Menschen im Rollstuhl, „der komplette Altersquerschnitt“, sagte der zuständige Abschnittsleiter Betreuung, Sebastian Smitmans, von den Maltesern. Die Menschen „seien gefasst“ und ruhig. Notfallseelsorger würden Gespräche anbieten. In dem ausgebrannten Wohnhaus selbst wohnten nach Angaben der Feuerwehr etwa 100 Menschen.

Eine 69-jährige Bewohnerin einer Dachgeschosswohnung erzählte, dass sie am frühen Morgen durch lautes Klopfen an der Haustür geweckt worden sei. Sie habe sich nur einen Mantel überwerfen und sich Schuhe anziehen können. „Mein Handy habe ich auf dem Nachttisch liegen gelassen“, berichtet sie. Auch ihre Brille sei dort geblieben. Man habe ihr gesagt, dass ihre Wohnung komplett verbrannt sei.

Angesichts des Großbrands hat sich Oberbürgermeister Thomas Kufen (CDU) erleichtert geäußert, dass offenbar niemand ums Leben gekommen ist. Das sei „bei diesem Feuer von diesem Ausmaß nicht selbstverständlich“, sagte Kufen der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Es werde niemand vermisst.

Die Stadtverwaltung kümmere sich jetzt um die Unterbringung der Menschen, die nicht wieder zurück in ihre Wohnungen können. „Eine Bürgerhotline ist geschaltet und ein Spendenkonto wird gerade eingerichtet, weil ich weiß, dass die Essenerinnen und Essener in dieser Situation zusammen halten und eine große Hilfsbereitschaft zeigen.“

Die Daten für das Spendenkonto sind: IBAN DE09 3606 0295 0069 9600 57, Bank im Bistum Essen

Großbrand in Essen: 150 Einsatzkräfte

Im Westviertel in Essen ist am frühen Montagmorgen der Wohnkomplex in Brand geraten. „Es wurden alle verfügbaren Berufsfeuerwehren alarmiert“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Das Feuer konnte demnach noch nicht unter Kontrolle gebracht werden. Wie die „WAZ“ berichtet, habe der Sturm Antonia dazu geführt, dass sich das Feuer rasend schnell ausbreiten konnte. Wie ein Polizeisprecher sagte, handelt es sich bei dem Brandobjekt um einen L-förmigen Gebäudekomplex. Die Gebäude seien aus bislang unerklärlichen Gründen nacheinander in Brand geraten. Die Häuser wurden evakuiert. Die Bewohner wurden in einem nahegelegenen Hörsaal der Universität untergebracht.

Einen Brand von vergleichbaren Ausmaßen habe die Essener Feuerwehr „definitiv“ noch nicht erlebt. Das sei eine völlig unbekannte Größenordnung. Etwa 150 Einsatzkräfte seien vor Ort. Ein Ende der Löscharbeiten sei noch nicht abzusehen. „Das ist sehr schwierig und teilweise gefährlich für die Einsatzkräfte momentan, da in jede Wohnung reinzugehen“, sagte der Sprecher.


Feuer im Westviertel Essen: Einschränkungen im Berufsverkehr

Wie die Feuerwehr auf Twitter mitteilte, kommt es aufgrund der Löscharbeiten zu Behinderungen im Berufsverkehr. Die Segerothstraße und die Friedrich-Ebert-Straße seien voll gesperrt. Den Angaben zufolge wurde auch eine Warnung über eine Warnapp abgesetzt. Das Westviertel grenzt unmittelbar westlich an den Essener Stadtkern an.

Erst kürzlich hatte die „WAZ“ über eine Serie von Bränden in der Stadt berichtet. Dreimal habe es innerhalb einer Woche im Eltingviertel nördlich des Stadtkerns gebrannt.