Wenn die Felder wieder brach liegen und die Blätter sich gelb und rot färben, steht der Herbst vor der Tür und somit auch das Erntedankfest. Es sich dabei um eines der ältesten religiösen Feste. Belege für das Fest im Christentum lassen sich auf das dritte Jahrhundert datieren.

Datum: Wann ist Erntedankfest 2021?

Dieses Jahr findet Erntedank am 3. Oktober 2021 statt. Das Fest fällt immer auf den ersten Sonntag im Oktober. Die katholische deutsche Bischofskonferenz legte 1972 den Termin fest, was jedoch nur eine Empfehlung darstellt. Vorher gab es keinen einheitlichen Termin, weil das Fest von der Erntezeit abhängig gemacht wurde. In der evangelischen Kirche kann das Fest auch auf den Michaelistag am 29.09.2021 fallen oder auf den folgenden Sonntag.

Ist Erntedank ein gesetzlicher Feiertag?

Diese Frage muss leider verneint werden. Das Erntedankfest ist kein gesetzlicher Feiertag. Das Fest ist auch kein offizieller Teil des Kirchenjahres, das sich bekanntlich an der Heilsgeschichte orientiert.

Bedeutung: Warum feiern wir das Erntedankfest?

Das Erntedankfest ist älter als das Christentum selbst. Schon im Römischen Reich, im antiken Griechenland und in Isreal gab es ähnliche Feste zur Erntezeit. Die christliche Religion hat das Fest ebenfalls aufgenommen und es soll die Menschen daran erinnern, Gott für seine Gaben zu danken. Die Bräuche zum Fest sind regional sehr unterschiedlic, der Gedanke ist aber immer derselbe. Die liturgische Farbe am Erntedankfest ist übrigens grün. Grün steht symbolisch für das Leben das Wachsen und die Hoffnung.

Bräuche: Wie wird das Erntedankfest gefeiert?

Das Fest wird regional sehr unterschiedlich gefeiert. Mal mit mehr oder weniger viel Festivitäten. Das hängt natürlich auch von den einzelnen Gemeinden ab.
Auf dem Land ist es Tradition, Strohpuppen auf den Feldern zu verbrennen oder auch Jahrmärkte zu veranstalten. Manche Gemeinden haben auch Festzüge, die die Erntezeit feiern. Oft wird auch daran erinnert, dass viele Menschen weltweit Hunger leiden und es werden dafür Spenden gesammelt.
Bei dem Gottesdient zum Erntedank werden die Kirche und der Altar besonders schön geschmückt. Es werden Füchte, Getreide, Obst, Gemüse und meist auch ein großer Laib Brot dekorativ dargeboten. Dazu können auch noch weiter Gaben und Spenden gelegt werden. Die Erntegaben werden nach dem Fest an Bedürftige oder an Tafelläden gespendet.

Symbol: Erntedankkrone als Danksagung

Ein besonderer Hingucker ist beim Gottesdienst die Erntedankkrone. Sie wird aus geflochtenen Ähren gebunden. Die Krone symbolisiert den Dank für das tägliche Brot.
Der Brauch dazu stammt aus der Feudalzeit. Die Bauern, die das Land der Grundherren bestellten, haben im Herbst ihre Ernte an ihre Herren übergeben. Dabei übergaben sie auch eine Erntekrone aus Ähren, die symbolisch für den Abschluss der Ernte sein sollte.

Erntedankfest und Thanksgiving

Man könnte sowohl vom Namen, als auch im Sinn annehmen, dass das amerikanische Thanksgiving identisch mit dem europäisch-christlichen Erntedankfest ist. Denn beides stellt ein Erntefest dar und bei beiden geht es um den Dank für die Gaben der Natur. Das war es dann allerdings auch schon mit den Gemeinsamkeiten:
Im christlichen Europa stellt das Erntedankfest einen überwiegend kirchlichen Feiertag dar. An dem Tag widmet man sich durch Gottesdienste und Prozessionen dankend an Gott. Zudem war es früher üblich, besonders denen zu gedenken, die nicht von reichhaltigen Ernten beschenkt waren.
Das amerikanische Thanksgiving basiert auf der beginnenden Kolonialisierung durch Siedler der Church of England, welche am 21. November 1620 am Cap Cod, an der Küste von Massachusetts landeten. Durch den Winterbeginn in Nordamerika mussten die Menschen bis zum Frühjahr an Board des Schiffes leben. Annähernd die Hälfte von ihnen starben aufgrund des Nahrungsmangels.
Im Frühjahr 1621 errichteten die Überlebenden an Land eine Siedlung und wurden in dieser harten Anfangszeit von dem Indianerstamm Wampanoag unterstützt, der ihnen Saatgut der heimischen Nutzpflanzen zur Verfügung stellte. Bei sehr vielen nordamerikanischen Ureinwohnerstämmen war es üblich, der Natur nach eingebrachter Ernte zu danken. Daher feierten Siedler und Wampanoag im Spätherbst des Jahres gemeinsam das erste Thanksgiving.
Thanksgiving ist bis heute ein Feiertag, der vor allem der Zusammenkunft der Familie gilt. Er hat annähernd die Bedeutung wie Weihnachten und findet immer am vierten Sonntag im November statt.