Panik in Neapel
: Erdbeben im Supervulkan – Einwohner rennen auf die Straße

In Italien ist es erneut zu einem Erdbeben gekommen. Das Epizentrum lag ausgerechnet in einem gefährlichen Supervulkan.
Von
David Hahn
Neapel
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Neapel

Am Montagabend brachten sich viele Menschen in Neapel auf der Straße in Sicherheit.

Alessandro Garofalo/LaPresse via ZUMA Press/dpa

Immer wieder kommt es in der Region um Neapel zu Erdbeben. Jetzt ist das Gebiet vom stärksten Erdbeben seit 40 Jahren erschüttert worden, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.

Neapel: Wie stark war das Erdbeben?

Die Region um die süditalienische Großstadt Neapel ist am Montagabend von einem Erdbeben erschüttert worden. Das Nationale Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV) gab die Stärke mit 4,4 an. Berichte über Verletzte oder größere Schäden gab es zunächst nicht. Der Feuerwehr sind von Bewohnern des Gebiets nach eigenen Angaben Risse in Häusern und herabfallende Fassadenteile gemeldet worden. Einsatzkräfte sind vor Ort, um die Lage zu überprüfen.

Viele Menschen seien verängstigt gewesen und aus Sorge auf die Straßen gelaufen, berichteten Medien. Vor allem in der Nähe des Epizentrums seien einige Häuser regelrecht durchgeschüttelt worden, berichteten Anwohner der Zeitung „Corriere del Mezzogiorno“. Dem zwar kurzen, aber heftigen Erdstoß gingen schwächere Erdstöße voraus.

Nachbeben: Anwohner verharren auf den Straßen

Auch in den Stunden danach registrierte das INGV mehrere weitere schwächere Erdstöße. Gegen 21.45 Uhr meldeten die Experten einen Erdstoß mit der Stärke 3,9. In den Ortschaften rund um die Phlegräischen Felder harrten die Anwohner noch am späten Abend auf den Straßen aus und weigerten sich, in ihre Häuser zurückzukehren. In Pozzuoli wurden nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa in vier Stadtbereichen Zelte für die Nacht aufgebaut.

Erdbeben in Italien: Epizentrum in Supervulkan

Das Nationale Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV) verortete das Epizentrum in den Phlegräischen Feldern, einem Supervulkan. Das Erdbeben wurde gegen 20.10 Uhr registriert. Medienberichten zufolge war der Erdstoß nicht nur in den Ortschaften in der Nähe der Phlegräischen Felder deutlich zu spüren, sondern auch in Neapel, einschließlich des Hafengebiets.

Hohe vulkanische Aktivität in der Region

Die Phlegräischen Felder, ein Gebiet mit hoher vulkanischer Aktivität in der Region Kampanien im Süden Italiens, werden seit geraumer Zeit von vielen kleinen Erdbeben heimgesucht. Meistens sind es kleine und kaum spürbare Erschütterungen, die die Erdkruste in dem Areal schwächen. Seit elf Jahren gilt für das Gebiet die Alarmstufe Gelb, die zur Vorsicht aufruft. In den vergangenen Monaten kam es jedoch auch zu stärkeren Erdstößen. Zuletzt gab es vergangenen September ein stärkeres Erdbeben der Stärke 4,2.

Quellen: