Immer wieder bebt im Südwesten die Erde. Erst am 13. September 2021 gab es drei Erdbeben im Zollernalbkreis mit bis zu 3,7 Magnitude auf der Richterskala.
  • Wo liegen in Baden-Württemberg die am stärksten erdbebengefährdeten Gebiete?
  • Wer misst die Stärken einzelner Beben?
  • Was bedeuten eigentlich Magnitude und Richterskala?
  • Wann war das stärkste Erdbeben in Deutschland? Alle Infos zum Thema Erdbeben in Baden-Württemberg hier.

Erdbeben in Baden-Württemberg: Wo ist die Wahrscheinlichkeit am höchsten?

Laut dem baden-württembergischen Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau ist Baden-Württemberg flächenmäßig von allen Bundesländern in Deutschland am stärksten erdbebengefährdet. Auf der Schwäbischen Alb und am Oberrheingraben ist die Wahrscheinlichkeit für stärkere Beben am größten.

Erdbeben in BW: Was bedeutet Magnitude und wer misst die Stärke von Erdbeben?

Die Magnitude (lat. magnitudo = dt. Größe) ist die Messgröße für die Stärke eines Erdbebens. Gemessen wird die Stärke durch Seismographen, die weltweit an verschiedenen Erdbebenmessstationen platziert sind. In Baden-Württemberg gibt es durch den Verbund der Landeserdbebendienste Südwest von Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz rund 45 solcher Messstationen. An diesen werden, speziell für die Erdbebengebiete in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und benachbarter Gebiete, Messungen aufgezeichnet. Verantwortlich dafür sind der LED Baden-Württemberg und der im Landesamt für Geologie und Bergbau angesiedelte Landeserdbebendienst von Rheinland-Pfalz.

Erdbeben in BW: Wie wird die Stärke von Erdbeben beurteilt?

Die Stärke von Erdbeben wird unter anderem durch die Richterskala eingeschätzt. Der US-amerikanische Seismologe Charles Francis Richter entwickelte die Skala, verwendet wird sie seit den 1930er Jahren. Inzwischen gibt es zwar modernere Skalen, jedoch ist die Richterskala weiterhin geläufig. Erdbeben werden dieser Skala nach in ihrer Stärke (Richter Magnitude) und in ihren Erdbebenauswirkungen bewertet:
  • kleiner als 2,0 (Mikro): Mikro-Erdbeben, nicht spürbar
  • 2,0 bis 3,0 (Extrem leicht): Generell nicht spürbar, jedoch gemessen
  • 3,0 bis 4,0 (Sehr leicht): Oft spürbar, Schäden jedoch sehr selten
  • 4,0 bis 5,0 (Leicht): Sichtbares Bewegen von Zimmergegenständen, Erschütterungsgeräusche; meist keine Schäden
  • 5,0 bis 6,0 (Mittel): Bei anfälligen Gebäuden ernste Schäden, bei robusten Gebäuden leichte oder keine Schäden
  • 6,0 bis 7,0 (Stark): Zerstörung im Umkreis bis zu 70 km
  • 7,0 bis 8,0 (Groß): Zerstörung über weite Gebiete
  • 8,0 bis 9,0 (Sehr groß): Zerstörung in Bereichen von einigen hundert Kilometern
  • 9,0 bis 10,0 (Extrem groß): Zerstörung in Bereichen von tausend Kilometern
  • größer als 10,0 (Globale Katastrophe): Noch nie registriert
Das am 03.09.1978 stattgefundene Erdbeben in Albstadt betrug eine Magnitude von 5,7; das Erdbeben in Ebingen (heutiges Albstadt) vom 16.11.1911 sogar die Stärke von 6,1. Es ist das bislang stärkste in Deutschland gemessene Erdbeben.