Elterngeld
: FDP will Anspruch für alle kürzen – Was müssen Eltern jetzt wissen?

Die FDP hat einen Gegenvorschlag zu den geplanten Kürzungen beim Elterngeld vorgelegt. Dieser lehnt die Einkommensgrenze ab, allerdings soll der Anspruch nicht mehr so lange gelten wie bisher.
Von
Philipp Staedele
Berlin
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Die FDP hat einen Gegenvorschlag zu den geplanten Kürzungen beim Elterngeld vorgelegt.

picture alliance/dpa | Fernando Gutierrez-Juarez

Die FDP-Bundestagsfraktion hat einen Alternativvorschlag zu den von Familienministerin Lisa Paus (Grüne) geplanten Kürzungen beim Elterngeld vorgelegt. Das Papier lehnt die von Paus geplante Streichung des Elterngeldes für Familien mit hohen Einkommen ab. Allerdings soll der Elterngeldanspruch für Paare demnach von bis zu 14 grundsätzlich nur noch zwölf Monate gelten. Das Positionspapier liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Zuvor hatte der „Tagesspiegel“ darüber berichtet.

Gesetzesentwurf zum Elterngeld – Was ist bislang geplant?

Nach dem bisherigen Gesetzentwurf der Bundesregierung soll das Elterngeld nur noch an Paare gehen, die zusammen ein zu versteuerndes Jahreseinkommen von maximal 150 000 Euro haben. Dadurch will der Bund perspektivisch bis zu 500 Millionen Euro im Jahr sparen.

Wie sieht der Vorschlag der FDP aus?

Der Gegenvorschlag der FDP sieht unveränderte Einkommensgrenzen vor. Die Vorgabe, dass jedes Elternteil mindestens zwei Monate Elterngeld in Anspruch nehmen muss, wenn ein Paar die volle Höhe ausschöpfen will, entfällt. Der Gesamtanspruch soll nur noch zwölf Monate betragen. Der Parallelbezug von Elterngeld nach den ersten zwei Monaten soll künftig nicht mehr möglich sein.

FDP-Fraktionsvize Gyde Jensen sagte, die von Paus geplanten Kürzungen seien „nicht der Weisheit letzter Schluss“. Der FDP-Vorschlag vermeide die mit einer Absenkung der Einkommensgrenze verbundene Leistungsfeindlichkeit insbesondere gegenüber Frauen. Zudem setze die FDP auf größtmögliche Flexibilität und Anreize für mehr Partnerschaftlichkeit bei der Betreuung unmittelbar nach der Geburt.

Nur noch 12 Monate Anspruch – Gibt es Ausnahmen?

Ausnahmen soll es für Familien mit Zwillings- und Mehrlingsgeburten geben.

Eltern, die im ersten Monat nach der Geburt parallel Elterngeld beziehen wollen, will die FDP-Fraktion außerdem mit einem zusätzlichen 13. Elterngeldmonat und einem Bonus von 500 Euro unterstützen. Die Liberalen wollen damit die gemeinsame Verantwortung für das neugeborene Kind stärken und haben auch den Regenerationsbedarf von Müttern nach der Geburt im Blick. Nach Vorstellungen der FDP-Fraktion soll die Neuregelung ab 1. April 2024 gelten.

(mit Material von dpa)