Sie spielen bei der Verkehrswende eine immer wichtigere Rolle: Elektroautos. Dabei sind sie als Klimaretter durchaus umstritten. Denn die Produktion dieser Autos ist nicht gerade umweltschonend. Doch sind sich viele Menschen sicher, dass das Fahren von E-Autos besser ist, als das Fahren eines Verbrenners.
Aus diesem Grund gibt es die Kaufprämie für Elektroautos. Die Kurzfassung lautet: Wer ein E-Auto kauft, soll dafür vom Staat belohnt werden und bekommt einen Umweltbonus. Diese Förderung soll laut Koalitionsvertrag aber bis 2025 auslaufen. Jüngst wurde aber über die Verlängerung der Prämie spekuliert.
Hier sollen folgende Fragen geklärt werden:
  • Wie hoch ist aktuell die Kaufprämie?
  • Wird der Umweltbonus 2023 erhöht?
  • Wie beantragt man das Geld?
  • Gibt es für Leasing-Fahrzeuge eine Prämie?
  • Was kosten E-Autos 2022 im Durchschnitt?

E-Auto Prämie 2022: So funktioniert der Zuschuss

Wer aktuell ein E-Auto kauft, bekommt einen Zuschuss vom Staat. Den Bonus gibt es für reine Elektrofahrzeuge, für Hybrid-Autos und für Brennstoffzellenautos. Die Prämie gilt in der Regel für den Kauf eines Neuwagens bzw. für das Leasing eines Neuwagens. Es gibt aber auch Förderprogramme für Gebrauchtwagen. Der Zuschuss wird zum Teil direkt vom Bund und zum Teil vom Hersteller des Autos bezahlt.
Die Höhe der Prämie basiert auf der Höhe des Kaufpreises. So viel Geld bekommt man also zurück:
  • E-Auto für bis zu 40.000 Euro: Zuschuss in Höhe von 9.000 Euro
  • E-Auto für 40.000 bis 65.000 Euro: Zuschuss in Höhe von 7.500 Euro
  • Hybrid für bis zu 40.000 Euro: Zuschuss in Höhe von 6.750 Euro
  • Hybrid für 40.000 bis 65.000 Euro: Zuschuss in Höhe von 5.625 Euro
Wie oben bereits erwähnt profitiert man auch vom Umweltbonus, wenn man ein E-Auto oder Hybrid-Auto least:
  • E-Auto Leasing für 6-11 Monate: 1.250 bis 1.500 Euro Zuschuss
  • E-Auto Leasing für 12-23 Monate: 2.500 bis 3.000 Euro Zuschuss
  • E-Auto Leasing ab 24 Monate: 5.000 bis 6.000 Euro Zuschuss
  • Hybrid Leasing für 6-11 Monate: 937 bis 1.125 Euro Zuschuss
  • Hybrid Leasing für 12-23 Monate: 1.875 bis 2.250 Euro Zuschuss
  • Hybrid Leasing ab 24 Monate: 3.750 bis 4.500 Euro Zuschuss

Umweltbonus beantragen: Wie bekommt man die Prämie?

Wer ein neues Elektroauto kauft, sollte sich diese Prämie also nicht entgehen lassen. Wie kommt man aber an den Zuschuss?
Um das Geld zu bekommen, muss man nach dem Kauf bzw. dem Leasing einen Antrag beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) stellen. Das Fahrzeug muss bereits zugelassen sein. Beim Antrag muss man alle Daten zum Fahrzeug sowie zum Fahrzeughalter angeben. Es ist möglich, Sammelanträge für bis zu 500 Fahrzeuge zu stellen.
Nachdem der Antrag ausgefüllt wurde, werden die Unterlagen geprüft. Sind sie vollständig, gibt es einen Zuwendungsbescheid und dann kommt das Geld. Sind die Unterlagen nicht vollständig, meldet sich das Bafa und verlangt die fehlenden Unterlagen.

E-Auto kaufen: Was kosten Elektroautos 2022 ungefähr?

Wer jetzt mit dem Gedanken spielt, ein Elektroauto zu kaufen, möchte natürlich wissen: Was kosten die heutzutage? Natürlich ist die Preisspanne für die Autos sehr groß. Und für Neuwagen bezahlt man immer mehr als für Gebrauchtwagen. Der ADAC bietet eine Übersicht an, die alle aktuellen Elektroautos und deren Leistung und Kosten auflistet. Das günstigste E-Auto dort ist der Opel Rocks-e für knapp 8.000 Euro. Der Renault Twizy kostet um die 12.000 Euro. Für etwa 20.000 Euro gibts noch den Dacia Spring Electric – danach sind die Modelle alle wesentlich teurer.
Den Umweltbonus gibt es aber auch für Gebrauchtwagen. Für ein E-Auto gibt es da höchstens 5.000 Euro Zuschuss, aber nur, wenn das Auto bisher noch keinen Umweltbonus bekommen hat.

Elektroauto Prämie 2023: Wird die Förderung erhöht?

In der Debatte über mehr Klimaschutz auf Deutschlands Straßen hat Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) bekräftigt, dass es von seiner Seite keine Pläne für eine Abwrackprämie und höhere Kaufprämien für Elektroautos gebe. „Ich schließe aus, dass wir eine Abwrackprämie einführen“, betonte Wissing im Deutschlandfunk. „Ich schließe auch aus, dass wir eine absurd hohe Förderung für den Kauf von E-Fahrzeugen einführen“, fügte er hinzu. Er wolle stattdessen den Umstieg auf klimaneutrale Mobilität „durch marktwirtschaftliche Anreize“ erreichen.
Das „Handelsblatt“ hatte zuvor berichtet, dass Wissing unter anderem plane, die Kaufprämie für rein batterieelektrische Fahrzeuge oder Brennstoffzellenautos bis 2027 zu verlängern. Dabei berief sich die Zeitung auf ein Regierungsgutachten, in dem mehrere Forschungsinstitute den Entwurf für ein Klimaschutzsofortprogramm bewertet hätten. Laut Koalitionsvertrag sollen eigentlich alle Kaufzuschüsse 2025 auslaufen. Auch ist im Koalitionsvertrag vereinbart, dass die Subvention bis dahin kontinuierlich sinken soll.
Deutliche Kritik an den angeblichen Plänen war von Umweltverbänden und auch aus den Reihen der Ampel-Koalition laut geworden, während der ADAC eine Fortführung der Förderung als „wichtig“ für den Hochlauf der E-Mobilität bezeichnete. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) verwies auf die Bedeutung des CO2-Emissionshandels im Verkehrssektor. Dadurch ließen sich die Klimaschutzziele erreichen; zudem lasse sich das System „auch sozialverträglich für die privaten Haushalte gestalten“, wenn Einnahmen aus dem Handel gleichmäßig an alle Bürgerinnen und Bürger zurückerstattet und gleichzeitig Alternativen zum mobilisierten Individualverkehr - also Bahn, ÖPNV, Rad- und Fußverkehr - gestärkt würden.
„Geschenke an die Mittelklasse und die Vermögenden, die es sich leisten können, ein neues Auto für 60.000 Euro zu kaufen, sind dann nicht nötig“, erklärten die Forscher. Sie führten „zu erheblichen Mitnahmeeffekten, ohne dass klar ist, ob Emissionen damit überhaupt sinken“.