Wer jetzt überlegt, ein E-Auto zu kaufen, sollte das schnell tun: Ab kommendem Jahr gibt es weniger Förderung für Elektroautos – und Hybridfahrzeuge sollen gar nicht mehr staatlich unterstützt werden. Der Fördertopf wird ab 2023 gedeckelt: Das heißt, wenn der Geldtopf leer ist, dann ist er leer, egal wie viele Menschen theoretisch noch eine Förderung bekommen könnten. Hier klären wir auf:
  • Deckelung: Wie viel Geld gibt es noch für Elektroautos?
  • Ab wann wird die Kaufprämie abgeschafft?
  • Was muss man beachten, wenn man eine Förderung bekommen will?

Förderung für E-Autos ab 2023: Reform des Umweltbonus

Käufer von reinen Elektroautos bekommen vom kommenden Jahr an weniger Unterstützung vom Staat - der Fördertopf soll gedeckelt werden. Subventionen für Plug-in-Hybridfahrzeuge sollen Ende dieses Jahres auslaufen.
Insgesamt stellt der Bund 3,4 Milliarden Euro für die Förderung rein batteriebetriebener Autos zur Verfügung. 2,1 Milliarden Euro für 2023 und 1,3 Milliarden Euro für 2024. Wenn der Topf leer ist, ist er leer. Das bedeutet: Wer zu spät bestellt, könnte womöglich keine Förderung mehr bekommen. Wann das der Fall ist, kann keiner sagen. Aus Regierungskreisen hieß es, dass das Geld bis 2024 reichen soll. Doch Garantien gibt es nicht. Vom Bundesverband eMobilität (BEM) kommt Kritik. „Wir beobachten ein seltenes Schauspiel politischer Disqualifikation“, sagt BEM-Vorstand Markus Emmert. Bei Verbrauchern dürfte nun eine „umfassende Unsicherheit“ eintreten.
Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck (Grüne) erklärte, die Elektromobilität habe den Übergang in den Massenmarkt geschafft. E-Fahrzeuge brauchten in absehbarer Zukunft keine staatlichen Zuschüsse mehr.
Finanzminister Christian Lindner (FDP) hatte zuvor vorgeschlagen, die Kaufprämien („Umweltbonus“) auch für reine E-Autos ganz abzuschaffen - um Geld einzusparen. Die Mittel für den Umweltbonus werden im Klima- und Transformationsfonds des Bundes bereitgestellt, dessen Wirtschaftsplan vom Kabinett verabschiedet werden soll. „Wenn die Mittel ausgeschöpft sind, endet die Förderung mit dem Umweltbonus“, so das Ministerium.

Wie viel Geld gibt es beim Kauf von E-Autos ab 2023?

Die Frage ist, ob das Geld ausreicht - oder ob Antragsteller leer ausgehen, wenn der Topf alle ist. In Koalitionskreisen wurde darauf verwiesen, dass ab 2023 keine Plug-in-Hybridfahrzeuge mehr gefördert werden - diese Fördergelder also eingespart werden.
Geplant sind nun für reine E-Autos mehrere Reformschritte. Diese sehen wie folgt aus:
  • Ab Januar 2023: E-Autos die weniger als 40.000 Euro kosten werden mit 4.500 Euro gefördert
  • Ab Januar 2023: E-Autos die zwischen 40.000 Euro und 60.00 Euro kosten werden mit 3000 Euro gefördert
  • Ab 01.09.2023: Keine Förderung mehr für Unternehmen
  • Ab 01.01.2024: E-Autos bis zu 45.000 Euro kosten werden mit 3000 Euro gefördert – teurere Autos werden gar nicht mehr gefördert
Zu den staatlichen Prämien gibt es noch einen sogenannten Herstelleranteil, der ebenfalls sinken könnte. Wichtig für Käufer von E-Autos: Der Förderantrag soll auch weiterhin die Fahrzeugzulassung voraussetzen. Das heißt im Wesentlichen, dass der Antrag für die Fördergelder erst nach Lieferung des Autos gestellt werden kann.
Steuervorteile von Elektroautos und Plug-in-Hybriden bei der Dienstwagenregelung sollen laut der nun erzielten Einigung beibehalten werden, hier sind vor allem die Grünen eigentlich für Änderungen.

Kaufprämie für E-Autos: Bis wann muss man ein Elektroauto haben?

Käufer bekommen das Geld vom Staat nicht, wenn sie einen Kaufvertrag unterschrieben haben, sondern erst, wenn das Auto vom Hersteller geliefert wurde. An dieser Regelung rüttelt die Bundesregierung nicht. Das Problem derzeit: Die Lieferung kann bis zu einem Jahr dauern. Die Förderreform hat demnach auch Auswirkungen auf diejenigen, die bereits ein Auto gekauft haben und nun warten. Denn sie könnten, wenn das Auto erst Januar 2023 geliefert wird, weniger Geld bekommen oder im schlimmsten Fall gar nichts mehr (Plug-in-Hybrid).
Grundsätzlich findet der Direktor des Center of Automotiv Management (CAM) in Bergisch Gladbach, Stefan Bratzel, die Maßnahmen der Bundesregierung richtig. „Die Förderung muss schrittweise abgebaut werden“, sagt er. Sonst könne der Gewöhnungseffekt eintreten, dass die „Leute nur dann kaufen, wenn es Subventionen gibt“. Allerdings sieht auch er das Problem der Diskrepanz zwischen Bestell- und Kaufdatum. Seiner Einschätzung nach könnten jetzt die Hersteller Vorteile haben, die schnell liefern können.

Keine Förderung mehr für Unternehmen ab September 2023

Ab dem 1. September 2023 wird die Förderung auf Privatpersonen beschränkt, Unternehmen gehen leer aus. Ob gemeinnützige Organisationen und Kleingewerbetreibende unterstützt werden, wird noch geprüft. Unternehmen sind aber gerade für den E-Gebrauchtwagenmarkt essentiell. Dieser könnte nun weniger schnell wachsen. Der BEM befürchtet, dass damit das „im Koalitionsvertrag festgehaltene Ziel der Neuzulassung von 15 Millionen E-Fahrzeugen bis 2030 nicht zu erreichen“ sei.