49-Euro-Ticket: Wie teuer wird das 49-Euro-Ticket 2024 und wird das Deutschlandticket fortgesetzt?

Wie geht es mit dem 49-Euro-Ticket weiter? Die aktuellen Entwicklungen des Deutschlandtickets im Überblick.
Philip Dulian/dpaZum 1. Mai 2023 wurde dann als Nachfolger des „9-Euro-Tickets“ das Deutschlandticket eingeführt. Mehr als elf Millionen Menschen haben das bundesweit gültige Ticket für öffentliche Verkehrsmittel abonniert, wie eine Untersuchung des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) bis August 2023 ergab. Bisher ist es auch als 49-Euro-Ticket bekannt. Jedoch könnte sich dieser Titel in der Zukunft schon bald ändern. Wie geht es weiter mit dem Deutschlandticket? Bis wann gelten die 49 Euro als gesichert und welche Preise werden für danach diskutiert? Die Zukunft des 49-Euro-Ticket im Überblick.
Was ist das 49-Euro-Ticket?
Das Deutschlandticket, auch als 49-Euro-Ticket bekannt, berechtigt zur Fahrt im öffentlichen Nah- und Regionalverkehr in ganz Deutschland. Es ist ausschließlich im Format eines monatlichen Abonnements erhältlich und gilt jeweils für den laufenden Kalendermonat. Es besteht die Möglichkeit, das Abonnement nur für einen Monat zu nutzen. Allerdings muss dann rechtzeitig gekündigt werden, da sich das Abonnement automatisch verlängert. Die Kündigung erfolgt über das spezifische Abo-Portal. Es besteht auch die Option, das Ticket im Verlauf eines Monats zu erwerben. In diesem Fall müssen Nutzer, die sich beispielsweise erst am 15. eines Monats dafür entscheiden, die volle Gebühr von 49 Euro für den verbleibenden Zeitraum bis zum Monatsende entrichten. Die Kündigung für den Folgemonat muss spätestens bis zum 10. des laufenden Monats erfolgen. Einige Anbieter, wie die S-Bahn München oder der Tarifverbund Stuttgart, berechnen den ersten Vertragsmonat nur anteilig, wenn das Abonnement mindestens im darauf folgenden Monat beibehalten wird. Das Deutschlandticket ist personenbezogen und nicht übertragbar, mit Ausnahme von Kindern unter sechs Jahren, die kein Ticket benötigen.
Bis wann gibt es das 49-Euro-Ticket?
Die Zukunft des Deutschlandtickets war lange Zeit unsicher. Nun ist die Finanzierung für 2024 gesichert. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und die Länder hatten vereinbart, dass ungenutzte Zuschüsse aus diesem Jahr 2024 zum Ausgleich von Einnahmeausfällen bei Verkehrsunternehmen verwendet werden können. Auf Wunsch der Länder sei bei dem Beschluss ausdrücklich eine „Nachschusspflicht“ ausgeschlossen worden, betonte Verkehrsminister Volker Wissing. „Damit ist der Finanzrahmen gesetzt.“ Bund und Länder geben in diesem und im nächsten Jahr jeweils 1,5 Milliarden Euro pro Jahr für das derzeit 49 Euro teure Deutschland-Ticket aus. Ein Ende des Deutschlandtickets scheint damit abgewendet.
Wie teuer wird das Deutschlandticket 2024?
Die Verkehrsminister der Länder sollen noch vor dem 1. Mai 2024 ein Konzept zur Umsetzung des Tickets im kommenden Jahr erarbeiten. Bis dann ist der Preis von 49 Euro laut ADAC gesichert. Darüber hinaus sind unterschiedliche Preise im Gespräch.
Angesichts fehlender Milliarden im Bundeshaushalt für das kommende Jahr rechnete der CDU-Verkehrsexperte Thomas Bareiß zuletzt mit einem deutlich höheren Preis für das Deutschlandticket. „Mit Blick auf das Urteil aus Karlsruhe ist klar, dass das 49-Euro-Ticket jetzt spätestens im Juni nächsten Jahres zum 69-, 79- oder gar 89-Euro-Ticket wird“, sagte der Bundestagsabgeordnete der „Rheinischen Post“.
Das Bundesverfassungsgericht hatte vor einer Woche auf Klage der Unionsfraktion entschieden, dass 60 Milliarden Euro an Krediten, die für Corona-Folgen gedacht waren, nicht in den Klima- und Transformationsfonds fließen dürfen. Nun ist insgesamt unklar, wie die Bundesregierung wichtige Projekte finanziert. Dazu gehört auch das Deutschlandticket für den öffentlichen Regionalverkehr.
SPD-Fraktionsvize Detlef Müller forderte die Bundesregierung auf, ein Aus des 49-Euro-Tickets wegen der Haushaltskrise zu verhindern. Müller sagte der Zeitung: „Das Deutschlandticket ist ein großer Erfolg für die Verkehrswende und erfolgreiche Projekte sollten fortgeführt werden.“ Die Auswirkungen des Karlsruher Urteils würden gerade intensiv geprüft, ergänzte der Verkehrsexperte. „Die Haushaltslage ist aktuell sehr komplex.“ Daher werde „ein kluges, verfassungskonformes Gesamtpaket gebraucht“, sagte Müller. Zu welchem Preis das Deutschlandticket fortgeführt wird, zeigt sich somit erst mit den Verhandlungen der Verkehrsminister der Länder.
(Mit Material der dpa)
