„Deutschland ist aktuell zu gefährlich“
: AfD-Influencerin beantragt Asyl in den USA

Die AfD-nahe Influencerin Naomi Seibt hat in den USA Asyl beantragt – sie nennt Deutschland „zu gefährlich“ und beruft sich auf Unterstützung von Elon Musk.
Von
Judith Müller
Berlin
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Influencerin Naomi Seibt hat offenbar Asyl in den USA beantragt.

Influencerin Naomi Seibt hat offenbar Asyl in den USA beantragt.

YouTube @Naomi Seibt

Die rechtskonservative Influencerin Naomi Seibt hat nach eigenen Angaben in den USA politisches Asyl beantragt. Die 25-Jährige, die aus Münster stammt und durch ihre Nähe zur AfD sowie zu Tech-Milliardär Elon Musk bekannt wurde, begründet den Schritt mit einer angeblich drohenden Gefahr in Deutschland. „Deutschland ist aktuell zu gefährlich für mich“, sagte Seibt bereits im vergangenen Jahr der Zeitung Junge Freiheit.

Aktivistin mit Unterstützung von Elon Musk

Naomi Seibt lebt seit Anfang 2024 überwiegend in den USA. In einem Interview mit dem Sender Fox News erklärte sie, sie habe ihr Asylgesuch gemäß Paragraf 208 des US-Einwanderungsgesetzes eingereicht. Seibt behauptet, in Deutschland wegen ihrer politischen Ansichten verfolgt zu werden und bei einer Rückkehr Gefängnis oder Gewalt zu riskieren. Unterstützung habe sie nach eigenen Angaben von Elon Musk, der mehrfach ihre Beiträge auf X (vormals Twitter) teilte.

„Elon hatte panische Angst, nach Europa zu reisen, und weiß um die Bedrohungslage“, so Seibt. Daraufhin habe sie beschlossen, selbst Asyl zu beantragen. Musk habe ihr dafür seine Zustimmung gegeben.

Vorwürfe gegen deutsche Behörden

In dem Interview spricht Seibt von einer „akuten Lebensgefahr“ in Deutschland. Sie behauptet, vom deutschen Geheimdienst überwacht worden zu sein und Morddrohungen von der linksextremen Szene zu erhalten, während die Polizei tatenlos bleibe. Ihre Aussagen lassen sich bislang nicht unabhängig überprüfen.

US-Medien verweisen darauf, dass sich ihr Antrag auf neue Richtlinien der Trump-nahen Asylpolitik stützt. Diese gewähren Personen, die aufgrund ihrer politischen Meinungsäußerungen verfolgt werden, eine bevorzugte Prüfung ihres Falls.

Von „Anti-Greta“ zur Meinungsfreiheits-Aktivistin

Bekannt wurde Naomi Seibt als „Anti-Greta“, weil sie in Videos gegen Klimaschutzbewegungen auftrat und sich für die AfD engagierte. Heute präsentiert sie sich als Kämpferin für die Meinungsfreiheit. Auf ihren Social-Media-Kanälen teilt sie konservative Narrative und Kritik an den „Mainstream-Medien“.

Seibt finanziert ihre Arbeit über Spendenplattformen und betreibt die Website „Climate of Freedom: The Naomi Seibt Institute“. Ihr erklärtes Ziel: die US-Staatsbürgerschaft zu erwerben – „weil dieses Land mir so viel Hoffnung gegeben hat“, wie sie sagt.