Der Fall „Maddie“
: Wo ist Madeleine McCann (3)?

Der Fall rund um die entführte „Maddie" McCann, die 2007 während eines Familienurlaubs in Portugal verschwand, ist bis heute ungeklärt. Wie kam es zu dem Verschwinden der jungen Britin?
Von
Rose Abbas Mohammad
Berlin
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(FILES) Kate and Gerry McCann, parents of missing Madeleine McCann, attend a press conference for the launch of the book 'Madeleine' in London, on May 12, 2011, on their daughter's eighth birthday. The main suspect in the disappearance of little British girl Madeleine McCann, almost 17 years ago, will be tried on February 16, 2024 in Germany on five charges in several separate cases of rape and abuse of minors. (Photo by Carl DE SOUZA / AFP)

Als Madeleine McCann im Mai 2007 entführt wurde, waren die Behörden schnell alarmiert. Bis heute sorgt der Fall für Spekulationen und intensive Ermittlungen.

AFP

Der Vermisstenfall „Madeleine McCann“ gehört weltweit zu den bekanntesten Kriminalfällen. Seit 2007 wird die damals dreijährige Madeleine vermisst, nachdem sie spurlos aus einer Ferienunterkunft in Portugal entführt wurde. Familie, Freunde und die Behörden suchen bis heute nach dem Mädchen und ihrem Täter.

Der Tag des Verschwindens

Am 3. Mai 2007 sind die McCanns mit ihren drei Kindern und befreundeten Familien im Urlaub in der portugiesischen Ferienanlage Ocean Club in Praia de Luz. An diesem Abend gehen die Eltern, Kate und Gerry McCann, zusammen mit ihren Freunden in ein Restaurant, das etwa 180 Meter von ihrer Ferienwohnung entfernt liegt. Die Kinder, darunter auch die knapp vierjährige Madeleine, schlafen währenddessen in der Wohnung.

Die Eltern haben vereinbart, in regelmäßigen Abständen nach den Kindern zu sehen und sich abzuwechseln. Gegen 21:05 Uhr überprüft Gerry McCann, dass die Kinder noch schlafen und kehrt wieder zurück. Um 21:30 Uhr schaut ein Freund der Familie nach den Kindern, betritt allerdings nicht die Zimmer und lauscht nur, ob er ein Kind weinen hören kann. Nachdem er sich sicher ist, dass alles in Ordnung ist, kehrt er wieder zurück. Als Kate McCann um 22:00 Uhr erneut nach den Kindern sieht, macht sie eine schockierende Entdeckung: Madeleine ist verschwunden. Die Tür des Kinderzimmers steht weit offen, das Fenster, das zuvor geschlossen war, ist geöffnet und die Jalousien sind hochgezogen.

Die Familie alarmiert sofort die anderen Gäste und die Polizei, um nach Madeleine zu suchen. Trotz sofortiger Suche nach dem Mädchen konnte sie bis heute nicht wiedergefunden werden. Die Ermittler gehen heute vom Tod des Kindes aus, die Suche bleibt aber weiterhin aktuell. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig und das Bundeskriminalamt ermitteln gegen einen deutschen Beschuldigten wegen des Verdachts des Mordes.

Christian B. als Verdächtiger

Christian B. wurde am 8. Oktober 2024 vom Landgericht Braunschweig von den Vorwürfen mehrerer Sexualstraftaten freigesprochen. Die Richterin stellte fest, dass die Beweise nicht ausreichten, um ihn der Taten zu überführen. Er war beschuldigt worden, zwischen 2000 und 2017 drei Vergewaltigungen sowie zwei Fälle von sexuellem Kindesmissbrauch begangen zu haben. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von 15 Jahre mit anschließender Sicherungsverwahrung gefordert. Obwohl das Urteil noch nicht rechtskräftig ist und eine Revision möglich ist, bleibt B. vorerst im Gefängnis, da er bis 2025 eine Haftstrafe wegen einer früheren Vergewaltigung absitzt.

Das Verfahren hatte internationale Aufmerksamkeit erregt, da Christian B auch im Fall der vermissten „Maddie“ McCann tatverdächtig ist. Die Ermittlungen in diesem Zusammenhang laufen weiter, eine Anklage steht bislang jedoch aus. Im Prozess hatte die Verteidigung betont, dass die Beweise unzureichend und die Zeugen unglaubwürdig seien. Christian B. verbüßt derzeit bereits eine Strafe für die Vergewaltigung einer 72-jährigen US-Amerikanerin.

Quellen