Seitdem Russland die Ukraine vor fast einer Woche angegriffen hat reißt die Solidaritätswelle für die Ukrainer nicht ab. Auch heute, am Aschermittwoch, gibt es Friedensdemos, um ein Zeichen gegen die Gewalt zu setzen. Am Wochenende und am Rosenmontag hatte es bereits in Berlin und in Köln Hunderttausende auf die Straßen gezogen.

Demo in München heute: Wer sind die Redner?

Gut 40 000 Menschen haben am Mittwochabend in München gegen den russischen Angriff auf die Ukraine demonstriert. Bei der von der SPD initiierten Veranstaltung unter dem Motto „Frieden in Europa und Solidarität mit der Ukraine“ nahm auch Ministerpräsident Markus Söder teil. „Wir werden unter keinen Umständen einen Krieg, einen nicht provozierten Angriffskrieg in Europa akzeptieren, niemals“, sagte Söder. Mit Blick auf Hilfsleistungen aus Bayern ergänzte der CSU-Chef: „Jetzt sind wir alle Ukrainer und stehen auch zu dieser Verpflichtung.“
Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) sprach als erster Redner auf dem Königsplatz von einem „menschenverachtenden und völkerrechtswidrigen Krieg gegen friedliche Bürger“ - dies könne nicht unwidersprochen bleiben. Er sei fassungslos über „diesen barbarischen Akt“ von Russlands Präsidenten Wladimir Putin. „Niemals hätte ich gedacht, dass mich meine Enkel fragen, ob die Panzer auch zu uns nach München kommen.“ Für Menschen aus der Ukraine stehe München wie schon bei der Flüchtlingskrise 2015 bereit.
Der Generalkonsul der Ukraine, Yarmilko Yuriy, forderte eine vollständige internationale Isolation Russlands und sprach von Genozid-ähnlichen Zuständen. „Helfen Sie uns zu kämpfen. Glauben Sie an unsere Tapferkeit und stärken Sie uns.“

Aschermittwoch heute: Alle politischen Kundgebungen abgesagt

Die Parteien setzen damit am politischen Aschermittwoch, der sonst im Zeichen des Parteienstreits und der wechselseitigen Beschimpfungen steht, bewusst ein gemeinsames Zeichen gegen die russische Aggression. Die üblichen Aschermittwochs-Kundgebungen hatten nach der russischen Invasion in die Ukraine alle Parteien kurzfristig abgesagt.

Demo in Köln am Rosenmontag: 250.000 Menschen waren dort

Ein Friedensdemonstrationszug zieht am Rosenmontag durch die Innenstadt.
Ein Friedensdemonstrationszug zieht am Rosenmontag durch die Innenstadt.
© Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
An der Friedensdemonstration in Köln gegen den russischen Angriff auf die Ukraine haben nach Angaben von Polizei und Veranstalter rund 250.000 Menschen teilgenommen. Die Veranstalter zogen eine positive Bilanz: „Die Kölner und der Karneval haben heute gezeigt, dass alle zusammenstehen, wenn es darauf ankommt“, erklärte der Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, Christoph Kuckelkorn, am Montag. „Heute ging es nicht ums ausgelassene Feiern, sondern um lauten und bunten Protest gegen den Krieg in der Ukraine.“

Weitere Friedensdemos am Donnerstag: Fridays for Future ruft auf

Am Donnerstag, 03.03.2022 soll es deutschlandweit noch mehr Demos gegen den Krieg geben. Dazu hatte die Klimabewegung Fridays for Future aufgerufen. Der Protest gegen Russlands Krieg soll auf der ganzen Welt stattfinden. Welche Städte in Deutschland dabei sind, lest ihr hier nach: