Das beste Azubi-Gehalt
: In diesen Branchen verdienen Lehrlinge am meisten

Die Ausbildungsberufe werden zunehmend besser bezahlt als noch vor ein paar Jahren. Was führt dazu und wo bekommen Azubis das meiste Geld?
Von
Nicole Buhlau
Berlin
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ILLUSTRATION - Geldscheine mit dem Wert von 100 und 50 Euro und Münzen liegen auf einem Tisch. (zu dpa: «Lindner lehnt neue gemeinsame EU-Schulden klar ab») +++ dpa-Bildfunk +++

Es gibt nur noch wenige Ausbildungsberufe in Deutschland in denen Auszubildene weniger Gehalt als 1000 Euro bekommen. Welche sind das?

dpa/Monika Skolimowska

Auszubildende in Deutschland verdienen immer besser – zumindest, wenn sie in einer Branche mit Tarifvertrag arbeiten. Laut einer aktuellen Untersuchung des WSI-Tarifarchivs der Hans-Böckler-Stiftung stiegen die tariflichen Ausbildungsvergütungen im Jahr 2024/25 um durchschnittlich 6,4 Prozent.

Damit liegt das Einstiegsgehalt für viele Azubis inzwischen bei über 1000 Euro im Monat: „Mit den Tarifverträgen sichern die Gewerkschaften den Auszubildenden ein Einkommen, das in der Regel mindestens dem Bafög-Höchstsatz für Studierende von derzeit 992 Euro entspricht“, erklärt Prof. Dr. Thorsten Schulten vom WSI.

Mehr Ausbildungsgehalt wegen Fachkräftemangel

Ein Grund für diese Entwicklung: der Fachkräftemangel. „Unter den Engpassberufen, in denen Fachkräfte fehlen, sind längst auch etliche Ausbildungsberufe“, sagt WSI-Direktorin Prof. Dr. Bettina Kohlrausch.

Gute Bezahlung soll junge Menschen für die duale Ausbildung begeistern – das gelingt zunehmend. Besonders hohe Zuwächse verzeichnet etwa das Backhandwerk (plus 18,6 Prozent) oder die Gebäudereinigung.

In Branchen ohne Tarifbindung – wie beispielsweise das Friseurhandwerk, Landwirtschaft oder Kfz-Handwerk –  bleibt die Lage jedoch prekär: Dort liegt die Vergütung oft bei nur 682 Euro – gesetzliches Minimum. Der DGB fordert deshalb, diese Mindestvergütung auf 834 Euro anzuheben.

Wer verdient, was im 1. Ausbildungsjahr (Tarif, brutto)?

  • Chemie (Nordrhein-Westfalen) – 1204 Euro
  • Süßwarenindustrie (Ost) – 1227 Euro
  • Metall- und Elektroindustrie (Baden-Württemberg) – 1267 Euro
  • Pflege (Bund/Kommunen) – 1416 Euro
  • Private Banken – 1350 Euro
  • Deutsche Bank – 1275 Euro
  • Gebäudereinigung – ca. 1100 Euro
  • Einzelhandel – ca. 1100 Euro
  • Kfz-Handwerk – ca. 1.100 Euro
  • Floristik (West) – 900 Euro
  • Landwirtschaft (Nordrhein-Westfalen) – 855 Euro
  • Friseurhandwerk Nordrhein-Westfalen – 710 Euro