Das beste Azubi-Gehalt: In diesen Branchen verdienen Lehrlinge am meisten

Es gibt nur noch wenige Ausbildungsberufe in Deutschland in denen Auszubildene weniger Gehalt als 1000 Euro bekommen. Welche sind das?
dpa/Monika SkolimowskaAuszubildende in Deutschland verdienen immer besser – zumindest, wenn sie in einer Branche mit Tarifvertrag arbeiten. Laut einer aktuellen Untersuchung des WSI-Tarifarchivs der Hans-Böckler-Stiftung stiegen die tariflichen Ausbildungsvergütungen im Jahr 2024/25 um durchschnittlich 6,4 Prozent.
Damit liegt das Einstiegsgehalt für viele Azubis inzwischen bei über 1000 Euro im Monat: „Mit den Tarifverträgen sichern die Gewerkschaften den Auszubildenden ein Einkommen, das in der Regel mindestens dem Bafög-Höchstsatz für Studierende von derzeit 992 Euro entspricht“, erklärt Prof. Dr. Thorsten Schulten vom WSI.
Mehr Ausbildungsgehalt wegen Fachkräftemangel
Ein Grund für diese Entwicklung: der Fachkräftemangel. „Unter den Engpassberufen, in denen Fachkräfte fehlen, sind längst auch etliche Ausbildungsberufe“, sagt WSI-Direktorin Prof. Dr. Bettina Kohlrausch.
Gute Bezahlung soll junge Menschen für die duale Ausbildung begeistern – das gelingt zunehmend. Besonders hohe Zuwächse verzeichnet etwa das Backhandwerk (plus 18,6 Prozent) oder die Gebäudereinigung.
In Branchen ohne Tarifbindung – wie beispielsweise das Friseurhandwerk, Landwirtschaft oder Kfz-Handwerk – bleibt die Lage jedoch prekär: Dort liegt die Vergütung oft bei nur 682 Euro – gesetzliches Minimum. Der DGB fordert deshalb, diese Mindestvergütung auf 834 Euro anzuheben.
Wer verdient, was im 1. Ausbildungsjahr (Tarif, brutto)?
- Chemie (Nordrhein-Westfalen) – 1204 Euro
- Süßwarenindustrie (Ost) – 1227 Euro
- Metall- und Elektroindustrie (Baden-Württemberg) – 1267 Euro
- Pflege (Bund/Kommunen) – 1416 Euro
- Private Banken – 1350 Euro
- Deutsche Bank – 1275 Euro
- Gebäudereinigung – ca. 1100 Euro
- Einzelhandel – ca. 1100 Euro
- Kfz-Handwerk – ca. 1.100 Euro
- Floristik (West) – 900 Euro
- Landwirtschaft (Nordrhein-Westfalen) – 855 Euro
- Friseurhandwerk Nordrhein-Westfalen – 710 Euro
