Dahlmeier-Unglück
: Messner schlägt Steinschlag-Alarm – Klimakrise in den Bergen

Bergsteiger-Legende Reinhold Messner sieht vermehrten Steinschlag in den Hochgebirgen als Folge des Klimawandels. Das steckt dahinter.
Von
Florian Huth
Köln
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Reinhold Messner: ARCHIV - 18.06.2024, Italien, Juval: Der Bergsteiger Reinhold Messner sitzt an seinem Schloss Juval auf einer Bank. (zu dpa: «Im Alleingang - Reinhold Messner wird 80») Foto: Christoph Sator/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Reinhold Messner sieht in der globalen Erwärmung eine erhöhte Gefahr durch Steinschlag in den Gebirgen.

Christoph Sator/dpa
  • Reinhold Messner warnt vor mehr Steinschlag in Hochgebirgen durch den Klimawandel.
  • Felsen werden durch Erwärmung brüchiger – Gefahr für Bergsteiger steigt.
  • Laura Dahlmeier starb in Pakistan durch Steinschlag – Rettung war nicht mehr möglich.
  • Messner lobt Rettungsversuche und betont Verantwortung unter Bergsteigern.
  • Dahlmeiers Wunsch: Keine Bergung, wenn andere in Lebensgefahr geraten.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach der Tragödie um den Tod von Laura Dahlmeier sieht Bergsteiger-Legende Reinhold Messner vermehrten Steinschlag im Hochgebirge als Folge des Klimawandels.

Messner sieht Gefahr durch den Klimawandel

Messner weiter: „Wir beobachten, dass die Felsberge bis auf 2000 Meter herunter aufgrund der globalen Erwärmung lockerer werden beziehungsweise brüchiger werden. Das ist eine oberflächliche Brüchigkeit. Aber da können auch Steine sich lösen und abfallen“, sagte der 80-Jährige im Interview mit RTL/ntv.

„Dann ist kaum eine Rettung möglich“

Die deutsche Biathlon-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier war in Pakistan beim Bergsteigen von Steinschlag getroffen worden. Messner erklärte: „Ein solcher Stein, der herunterstürzt, reißt andere Steine mit oder schlägt sie mit. Wenn Steine kommen, faustgroß und das zu Hundertschaften, dann ist kaum eine Rettung möglich.“

Messner lobt Dahlmeier-Rettungseinsatz

Dass am Laila Peak eine Rettung versucht worden sei, „ist großartig. Das ist auch eine Selbstverständlichkeit, denn das gehört auch zum Bergsteigen dazu, dass wir alles tun, um ein fremdes Leben, wenn wir es retten können, zu retten. Das heißt, wir stehen uns alle gegenseitig bei.“ Wenn es aber keine Rettung mehr gebe, wenn es zu spät sei, „wird eine noch intakt seiende Person den Weg nach unten suchen und ihr eigenes Leben retten. Es wäre eine Unmenschlichkeit, das eigene Leben aufs Spiel zu setzen, wenn das zweite Leben nicht mehr rettbar ist.“

Dahlmeiers Wunsch: Leichnam soll am Berg bleiben

Dahlmeier hatte dies schriftlich verfügt: Sie wollte nicht gerettet oder geborgen werden, wenn dadurch Lebensgefahr für andere entstehe. „Ich respektiere das und finde diese Haltung großartig“, betonte Messner. „Es ist der Beweis dafür, dass sie das, was sie getan hat, auch geistig durchschaut hat.“

Nachruf auf Laura Dahlmeier: Ein Leben am Limit

Laura Dahlmeier liebte den Sport. Im Biathlon gewann sie alles, ehe sie mit nur 25 Jahren zurücktrat. Sie wollte frei sein. Ihre große Leidenschaft waren die Berge. Das wurde ihr nun zum Verhängnis.