Laura Dahlmeier ist tot: Ex-Biathletin stirbt bei Bergunglück

Laura Dahlmeier ist bei einem Bergunfall in Pakistan tödlich verunglückt.
Hendrik Schmidt/dpa- Ex-Biathletin Laura Dahlmeier stirbt bei Bergunfall in Pakistan.
- Unfallort: Laila Peak im Karakorum-Gebirge auf 5.700 Metern Höhe.
- Die 31-Jährige wurde am Montag von einem Steinschlag getroffen.
- Management bestätigt den tödlichen Unfall der Deutschen Presse-Agentur.
- Weitere Details zu dem Unglück werden noch erwartet.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die ehemalige deutsche Biathletin Laura Dahlmeier ist beim Bergsteigen im pakistanischen Karakorum-Gebirge tödlich verunglückt.
Laura Dahlmeier stirbt bei Bergunglück
Laura Dahlmeier war gemeinsam mit ihrer Seilpartnerin am 6.069 Meter hohen Laila Peak unterwegs, als sie am Montagmittag (Ortszeit) in etwa 5.700 Metern Höhe von einem Steinschlag getroffen wurde. Die Seilpartnerin setzte nach dem Unglück umgehend einen Notruf ab. Die Rettungsaktion wurde sofort eingeleitet. Diese musste zunächst am Dienstag wegen Dunkelheit abgebrochen werden. Am Mittwoch wurde die Suche dann fortgesetzt.
Dahlmeiers Wunsch: Leichnam soll am Berg bleiben
Die Bergung gestaltete sich aufgrund des Geländes als äußerst kompliziert. Am Mittwochmorgen war ein vierköpfiges Rettungsteam zur Bergung aufgebrochen. „Die Rettungsaktion zur Bergung blieb erfolglos und wurde am Abend des 29. Juli eingestellt“, hieß es in einer Mitteilung des Managements.
„Es war Laura Dahlmeiers ausdrücklicher und niedergeschriebener Wille, dass in einem Fall wie diesem niemand sein Leben riskieren darf, um sie zu bergen. Ihr Wunsch war es, ihren Leichnam in diesem Fall am Berg zurückzulassen“, schrieb das Management zudem. Das sei auch im Sinne ihrer Angehörigen, „die außerdem ausdrücklich darum bitten, Lauras letzten Wunsch zu respektieren.“
Laura Dahlmeier: Olympiasiegerin und Gesamtweltcupsiegerin im Biathlon
Dahlmeier hatte 2018 in Pyeongchang Olympia-Gold im Sprint und in der Verfolgung gewonnen, zudem holte sie sieben WM-Titel und ist damit eine der erfolgreichsten Biathletinnen der Weltcup-Geschichte. 2019 beendete sie im Alter von bereits 25 Jahren ihre aktive Profikarriere im Biathlon.
Ihr Debüt gab Dahlmeier am 1. März 2013 in Oslo, den ersten WM-Titel gewann sie 2015 mit der deutschen Staffel im finnischen Kontiolahti. Neben ihrem Doppel-Olympiasieg holte sie 2018 in Pyeongchang auch Bronze im Einzel, in der Saison 2016/17 sicherte sie sich den Gesamtweltcup. Insgesamt gewann Dahlmeier in ihrer Laufbahn 20 Weltcup-Rennen.
Neben ihrer Tätigkeit als ZDF-Expertin bei den Biathlon-Weltcups fokussierte sich Dahlmeier nach ihrem Karriereende auf das Bergsteigen. Erst im vergangenen November hatte sie den Himalaya-Gipfel Ama Dablam in Nepal bestiegen und dabei einen Geschwindigkeitsrekord aufgestellt.
Skiverband und Politiker äußern sich bestürzt
Die Nachricht vom Tod der Vorzeige-Athletin löste bei vielen Menschen Bestürzung aus. „Laura Dahlmeier war eine Botschafterin unseres Landes in der Welt, ein Vorbild für ein friedliches, fröhliches und faires Miteinander über Grenzen hinweg. So wird sie mir, so wird sie vielen Menschen in unserem Land in Erinnerung bleiben“, schrieb etwa Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.
Nach Steinmeier hat auch Friedrich Merz seine Bestürzung über den tragischen Tod Dahlmeiers ausgedrückt. „Als Weltmeisterin und Olympiasiegerin vollbrachte sie Leistungen, die in die Biathlon-Geschichte unseres Landes eingegangen sind. Die traurige Gewissheit über den Tod von Laura Dahlmeier macht mich sehr betroffen“, schrieb der Bundeskanzler bei X: „Wir trauern mit ihren Angehörigen, Freunden und Weggefährten.“
Auch der Deutsche Skiverband erinnerte zum Tod der zweifachen Olympiasiegerin und siebenfachen Weltmeisterin daran, dass Dahlmeier nicht nur eine der erfolgreichsten Athletinnen in der Geschichte des Verbandes gewesen sei, sondern „auch ein außergewöhnlicher Mensch voller Lebensfreude, Mut und Herzlichkeit – auf und neben der Loipe“.
Als „Königin des Wintersports“ bezeichnete sie Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU). „Die Berge waren seit Kindestagen ihr zweites Zuhause. Es ist umso tragischer, dass sie ausgerechnet bei ihrem liebsten Hobby das Leben verlor.“
IOC-Präsidentin Kirsty Coventry zeigt sich tief getroffen. „Wir werden sie für immer in Erinnerung behalten. Unsere Gedanken sind in dieser schweren Zeit bei ihrer Familie und ihren Freunden. Sie verlor ihr Leben in ihren geliebten Bergen“, sagte die 43-jährige Simbabwerin, die Todesnachricht sei „für uns alle in der olympischen Bewegung zutiefst schockierend“. Weiter würdigte Coventry die Erfolge der Garmisch-Partenkirchnerin im Zeichen der fünf Ringe: „Laura schrieb bei den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang Geschichte, als sie als erste Biathletin bei denselben Spielen Gold im Sprint und in der Verfolgung gewann.“
ZDF-Kollege erfährt live auf Sendung von Dahlmeiers Tod
ZDF-Kommentator Volker Grube hat während einer Live-Übertragung der Schwimm-WM in Singapur vom Unfalltod von Dahlmeier erfahren. Sie war beim ZDF seine Kollegin. Dahlmeier hatte in den vergangenen Jahren als Expertin bei den Biathlon-Übertragungen des Senders gearbeitet. Grube ist seit der abgelaufenen Saison der Hauptkommentator der Rennen der Skijägerinnen und Skijäger.
„Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer, ich bekomme gerade die Eilmeldung auf mein Handy, dass unsere liebe Kollegin Laura Dahlmeier laut Bestätigung ihres Managements verstorben ist bei diesem Unfall“, sagte Grube live auf Sendung. „Sehen Sie es mir nach, dass ich jetzt ein bisschen Tempo rausnehme. Manch einer weiß, dass ich seit dieser Saison auch Biathlon kommentiere, und ich habe sie kennengelernt und wertschätzen gelernt.“
Der Kommentator ergänzte: „Mir fällt es gerade nicht leicht, weiterzumachen, aber es muss sein. Wir ziehen es jetzt durch. Wir sind alle sehr, sehr traurig im Team und in der ZDF-Sportredaktion.“ Am Ende der Schwimm-Übertragung verzichtete das ZDF auf Bilder von zwei Siegerehrungen. „Ich hoffe, Sie sehen uns das nach. Wir werden jetzt den Moment nutzen, tief durchzuatmen“, sagte Grube. „Wir haben das professionell durchgezogen, wie es sich gehört. Aber jetzt ist Zeit, das Ganze zu verarbeiten.“

