Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen weiter an. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz der aktuellen Infektionswelle hat den Höchststand der dritten Corona-Welle im Frühjahr übertroffen. Das Robert Koch-Institut verschärft die Risikobewertung – für unvollständig oder nicht Geimpfte änderte das RKI die Bewertung von „hoch“ auf „sehr hoch“. Rund 2,4 Millionen Menschen haben bisher eine „Booster“-Impfung erhalten.
In diesem Artikel bereiten wir jeden Tag die aktuellen Corona-Zahlen für Deutschland auf.
  • Wie hoch liegt die Inzidenz?
  • Wie viele Neuinfektionen gibt es?
  • Wie hoch ist die Hospitalisierungsrate?
  • Wie sehen die Corona-Zahlen der einzelnen Bundesländer im Vergleich aus?

Aktuelle Corona-Zahlen vom 05.11.2021 zu Inzidenz, Neuinfektionen und Impfungen

Die Corona-Zahlen des Robert Koch-Instituts in Deutschland von heute, Freitag, 05.11.2021:
  • Sieben-Tage-Inzidenz: 169,9 (Vortag: 154,5); (Vorwoche: 139,2)
  • Neuinfektionen heute: 37.120
  • Infektionen gesamt: 4.709.488
  • Neue Todesfälle: 154
  • Todesfälle gesamt: 96.346
  • Impfquote (Erstimpfung): 69,6 Prozent
  • Impfquote (vollständig): 66,9 Prozent
  • Hospitalisierungsrate: Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Donnerstag mit 3,73 an (Mittwoch 3,62). Ein Wochen- oder Monatsvergleich ist wegen einer hohen Zahl an Nachmeldungen nicht möglich. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit 2020 bei rund 15.
„Zeit Online“ zufolge lagen die Corona-Zahlen in Deutschland etwas niedriger. Demnach wurde innerhalb eines Tages 35.504 Neuinfektionen mit dem Coronavirus sowie 138 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 registriert. Die Inzidenz liegt den Daten zufolge aber höher – und zwar bei 173,1.
Die täglichen Corona-Zahlen für Deutschland von „Zeit Online“ basieren eigenen Angaben nach auf den direkten Werten der Landkreise und sollen daher weniger von Verzögerungen in den Meldeketten betroffen sein als etwa die Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI). Sie können daher von ihnen abweichen.

Corona-Zahlen der Bundesländer – Wie hoch sind die Inzidenzwerte in einzelnen Regionen von Deutschland?

Ein Blick auf die Corona-Zahlen der einzelnen deutschen Bundesländer: Wo ist die Inzidenz aktuell am höchsten und wo am niedrigsten? (Stand: 05.11.2021)
  • 386,9 – Thüringen
  • 385,7 – Sachsen
  • 256,8 – Bayern
  • 193,1 – Baden-Württemberg
  • 180,0 – Berlin
  • 177,1 – Sachsen-Anhalt
  • 179,6 – Brandenburg
  • 135,8 – Hessen
  • 118,7 – Mecklenburg-Vorpommern
  • 117,8 – Hamburg
  • 106,8 – Nordrhein-Westfalen
  • 104,1 – Rheinland-Pfalz
  • 94,8 – Niedersachsen
  • 91,6 – Saarland
  • 83,1 – Bremen
  • 73,0 – Schleswig-Holstein

Zahlen zu Neuinfektionen und Inzidenzen gestern und vor einer Woche

Gestern hat das RKI 33.949 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Vor einer Woche, am Freitag, 29.10.2021, waren es 24.668 Neuinfektionen.
Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz im Jahr 2021 hatte es in Deutschland am 26. April 2021 mit einem Wert von 169,3 gegeben. Danach war sie – von wenigen Ausnahmen abgesehen – stetig gesunken. Den Tiefststand erreichte sie am 6. Juli. Da lag die Inzidenz bei 4,9.
Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig werden daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt.

Corona-Zahlen weltweit: Johns-Hopkins-Universität meldet Tote und Infizierte

Die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore, welche die Corona-Daten global erfasst, meldete am Freitag (Stand 6 Uhr) weltweit mehr als 248 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus bisher. Gestorben sind demnach auf der Welt bisher mehr als 5 Millionen Menschen. Diese drei Länder waren und sind aktuell insgesamt am stärksten betroffen:
  • USA: 46.334.856 Infizierte und 751.555 Tote
  • Indien: 34.321.025 Infizierte und 459.652 Tote
  • Brasilien: 21.849.137 Infizierte und 608.671 Tote
  • Deutschland verzeichnet laut JHU aktuell 4.722.102 Infizierte und 96.351 Tote.

RKI Risikobewertung: Corona-Risiko für Ungeimpfte „sehr hoch“

Vor dem Hintergrund einer verschärften Risikobewertung durch das Robert-Koch-Institut setzen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern am Freitag ihre Beratungen über Maßnahmen zur Corona-Bekämpfung fort. Am frühen Nachmittag wollen sie in Lindau am Bodensee nach Möglichkeit Beschlüsse verkünden.
Für unvollständig oder nicht Geimpfte änderte das RKI die Risikobewertung von „hoch“ auf „sehr hoch“, wie aus dem am Donnerstagabend veröffentlichten Wochenbericht hervorgeht. „Für vollständig Geimpfte wird die Gefährdung als moderat, aber aufgrund der steigenden Infektionszahlen ansteigend eingeschätzt“, hieß es. Noch vor einer Woche war das Risiko für Geimpfte im Bericht als „moderat“ beschrieben worden. Das RKI betont aber auch, dass alle hierzulande verfügbaren Impfstoffe „nach derzeitigem Erkenntnisstand bei vollständiger Impfung wirksam vor einer schweren Erkrankung“ schützten.

Inzidenz verdoppelt: Impfpflicht in Heimen gefordert

Im Herbst stecken sich wie erwartet wieder deutlich mehr Menschen an. Die Inzidenz hat sich innerhalb von 16 Tagen in etwa verdoppelt. Experten sehen verschiedene Gründe für mehr Ansteckungen. So gibt es akut weniger Beschränkungen im öffentlichen Leben: Schulen und Kitas sind geöffnet, private Zusammenkünfte und auch größere Veranstaltungen sind möglich. Zudem verlagert sich das Leben in der kälteren Jahreszeit wieder mehr nach drinnen, wo die Infektionsgefahr durch die dominierende, ansteckendere Delta-Variante größer ist. Zudem schwächt sich der Immunschutz nach einigen Monaten ab. Geimpfte sind dann anfälliger für eine Infektion, auch wenn sie weiterhin gut vor einem schweren Verlauf geschützt sind.
Corona-Ausbrüche in Pflegeheimen haben die Politik alarmiert. Der Bund dringt auf flächendeckende Testpflichten für Personal und Besucher, auch für Geimpfte. Ein Beschlussentwurf aus Länderkreisen sieht vorerst nur vor, dass Bund und Länder „darauf hinwirken, dass ein ausreichendes Testangebot in den Einrichtungen vorgehalten wird“. Eine 2G-Option (also nur Genesene und Geimpfte) für Besucher, wie vom Bund vorgeschlagen, fand sich im Länderpapier nicht. Baden-Württembergs Ressortchef Manne Lucha (Grüne) forderte eine Impfpflicht fürs Personal in Alten- und Pflegeheimen: „Nachdem wir lange auf Appelle und die Einsicht der Menschen gesetzt haben, ist jetzt der Zeitpunkt gekommen.“ Spahn hatte sich zurückhaltend dazu geäußert - auch aus Sorge, dass Pflegekräfte dann weggingen.

Corona-Lage in Deutschland: Mehr Auffrischungsimpfungen gefordert

Rund 2,4 Millionen Menschen haben bisher eine solche „Booster“-Impfung erhalten. Bei den Gesundheitsministern herrscht Einigkeit über deren Sinn sechs Monate nach der Zweitimpfung. Der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl, verspricht sich ebenfalls viel davon. „Die Menschen bekommen sozusagen eine Art Superschutz und können das Coronavirus kaum noch weitergeben“, sagte er der „Augsburger Allgemeinen“ (Freitag). „Wenn das Virus auf so jemanden trifft, dann ist für den Erreger Endstation und die Verbreitung wird unterbunden“, fügte der Immunologe hinzu.