Kommt eine weitere große Corona-Welle nach Deutschland, so wie es im vergangenen Herbst der Fall war? Oder wird diese – wie auch die vierte Welle – durch den Impffortschritt abgemildert. Fest steht: Die Corona-Zahlen in Deutschland bewegen sich seit Wochen mehr oder weniger auf gleichbleibendem Niveau, die Inzidenz pendelt um den Wert 70 herum. Die vierte Welle der Corona-Pandemie scheint in der Bundesrepublik, anders als in manchen Nachbarländern, deutlich moderater auszufallen. In vielen Bundesländern werden Corona-Regeln daher angepasst oder – wie in Sachsen – schon mit Blick in Richtung Weihnachten diskutiert.
In diesem Artikel bereiten wir jeden Tag die aktuellen Corona-Zahlen für Deutschland auf.
  • Wie hoch liegt die Inzidenz?
  • Wie viele Neuinfektionen gibt es?
  • Wie hoch ist die Hospitalisierungsrate?
  • Wie sehen die Corona-Zahlen der einzelnen Bundesländer im Vergleich aus?

Corona-Zahlen in Deutschland heute, am 17.10.21: Inzidenz, Neuinfektionen, Hospitalisierung, Impfquote laut RKI

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt leicht: Die Corona-Zahlen des Robert Koch-Instituts in Deutschland vom Sonntag, 17.10.2021:
  • Sieben-Tage-Inzidenz: 72,7 (Vortag: 70,8; Vorwoche: 66,1)
  • Neuinfektionen heute: 8682
  • Infektionen gesamt: 4.373.789
  • Neue Todesfälle: 24
  • Todesfälle gesamt: 94.618
  • Impfquote (Erstimpfung): 68,8 Prozent
  • Impfquote (vollständig): 65,7 Prozent
  • Hospitalisierungsrate: Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI zuletzt (Stand: 15.10.) mit 2,02 an. Ein Wochen- oder Monatsvergleich ist wegen einer hohen Zahl an Nachmeldungen nicht möglich. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit 2020 bei rund 15.


Corona-Zahlen der Bundesländer – Die Inzidenzen in allen Regionen Deutschlands

Ein Blick auf die Corona-Zahlen der einzelnen deutschen Bundesländer: Wo ist die Inzidenz aktuell am höchsten und wo am niedrigsten?
  • 135,6 – Thüringen
  • 113,8 – Sachsen
  • 109,0 – Bayern
  • 96,2 – Baden-Württemberg
  • 85,7 – Berlin
  • 72,9 – Bremen
  • 62,2 – Saarland
  • 61,9 – Sachsen-Anhalt
  • 57,9 – Hamburg
  • 56,3 – Mecklenburg-Vorpommern
  • 56,1 – Brandenburg
  • 55,7 – Hessen
  • 50,0 – Niedersachsen
  • 51,1 – Rheinland-Pfalz
  • 47,9 – Nordrhein-Westfalen
  • 27,9 – Schleswig-Holstein

Inzidenzen und Neuinfektionen gestern und vor einer Woche

Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz im Jahr 2021 hatte es in Deutschland am 26. April 2021 mit einem Wert von 169,3 gegeben. Danach war sie – von wenigen Ausnahmen abgesehen – stetig gesunken. Den Tiefststand erreichte sie am 6. Juli. Da lag die Inzidenz bei 4,9.
Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig werden daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt.

Corona-Zahlen weltweit: Johns-Hopkins-Universität meldet Tote und Infizierte

Die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore, welche die Corona-Daten global erfasst, meldete am Sonntag (Stand 6 Uhr) weltweit mehr als 240 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus bisher. Gestorben sind demnach auf der Welt bisher knapp 4,9 Millionen Menschen. Diese drei Länder waren und sind aktuell insgesamt am stärksten betroffen:
  • USA: 44.916.423 Infizierte und 724.153 Tote
  • Indien: 34.053.573 Infizierte und 451.980 Tote
  • Brasilien: 21.638.726 Infizierte und 603.152 Tote
  • Deutschland verzeichnet laut JHU aktuell 4.375.253 Infizierte und 94.622 Tote.

Intensivstationen: Rund zehn Prozent der Corona-Patienten sind schon geimpft

Ungefähr jeder zehnte, der im August und September wegen Corona auf Intensivstationen behandelten Patienten war vollständig geimpft. Das geht aus einer Ende September übermittelten Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Sahra Wagenknecht hervor. Die Zeitungen der Funke-Mediengruppe hatten zuerst darüber berichtet.
Die Angaben entsprechen in etwa auch früheren Aussagen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Der hatte Anfang September im Werben für die Corona-Schutzimpfung gesagt, 90 Prozent der Covid-Patienten auf Intensivstationen seien ungeimpft. Später hatte er von 90 bis 95 Prozent gesprochen.
In der Antwort des Ministeriums wird auf die Wochenberichte des Robert Koch-Instituts (RKI) verwiesen, in denen die Zahl der Impfdurchbrüche veröffentlicht wird. Als Impfdurchbruch wird nach Angaben der Regierung eine Corona-Infektion mit „klinischer Symptomatik“ bei einer vollständig geimpften Person bezeichnet.
Insgesamt wurden demnach von Februar bis Mitte September 11.419 Corona-Patienten intensivmedizinisch versorgt. Bei 210 davon wurde von einem Impfdurchbruch ausgegangen (1,84 Prozent). Im Zeitraum von Mitte August bis Mitte September waren 1186 Corona-Patienten auf Intensivstationen, bei 119 davon wurde ein Impfdurchbruch angenommen, was 10,03 Prozent der Fälle entspricht.

RKI-Chef Wieler rechnet mit mehr Corona-Infektionen nach den Herbstferien

In diesem Herbst wird es einen Anstieg der Corona-Infektionszahlen geben. Davon geht der Chef des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, aus. Durch den Urlaubsverkehr während der Herbstferien werde es "wieder zu mehr Infektionseinträgen aus dem Ausland kommen", sagte Wieler den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntagsausgaben). Die "Schwere und Dauer einer solchen Welle" lasse sich allerdings schwer vorhersagen.
Im Sommer hätten bis zu 20 Prozent der gemeldeten Corona-Infektionen ihren Ursprung im Ausland gehabt, sagte Wieler. "Es wird auch jetzt wieder einen deutlichen Anstieg der Zahlen geben." Je mehr sich das Leben in den kommenden Wochen in die Innenräume verlege, desto größer werde dieser Anstieg sein. "Wie hoch die Welle wird, hängt dann vor allem von der Impfquote ab."