• Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen nach langem Rückgang wieder an.
  • Die als besorgniserregend eingestufte Delta-Variante des Coronavirus breitet sich in Deutschland immer weiter aus.
  • Die Anzahl der Impfungen steigt stetig: Wie viele Geimpfte gibt es laut Impfdashboard?
  • Wie hoch sind die Corona-Zahlen laut dem Dashboard des RKI heute, am Samstag, 10.07.2021, in Deutschland?
  • Die aktuellen Corona-Zahlen für heute gibt es hier im Überblick: neueste Fallzahlen laut RKI-Dashboard und Johns-Hopkins-Universität.

Corona-Zahlen für Deutschland heute: Inzidenz und Neuinfektionen am Samstag, 10.07.21

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab. Anhand von dieser Zahl entscheiden Experten und die Regierung, ob Corona-Regeln verschärft oder gelockert werden. Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb dieser Zeitspanne an. Alle Corona-Zahlen für heute – am Samstag, 10.07.2021 – im Überblick.
  • Sieben-Tage-Inzidenz: 5,8
  • Neuinfektionen heute: 952
  • Infektionen gesamt: 3.735.420
  • Genesene (rund): 3.634.000
  • Neue Todesfälle: 35
  • Todesfälle gesamt: 91.225
Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz während der dritten Corona-Welle hatte es in Deutschland am 26. April 2021 mit einem Wert von 169,3 gegeben. Danach war sie - von wenigen Ausreißern abgesehen - ziemlich stetig gesunken. Zuletzt waren die Zahlen aber wieder deutlich gestiegen. Am 9. Juli lag die Inzidenz bei 5,5. Heute liegt sie bei 5,8.

Corona-Zahlen in Deutschland: R-Wert geht deutlich in die Höhe

Die für die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Coronavirus entscheidende Reproduktionszahl stieg zuletzt deutlich an und lag nach jüngsten Daten des RKI über der Schwelle von 1. So gab das RKI den sogenannten 7-Tage-R-Wert am Donnerstag mit 1,09 an (Vortag: 1,01). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 109 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. Der R-Wert lag über viele Wochen deutlich unter 1. Experten zufolge könnte der Anstieg an der Verbreitung der ansteckenderen Delta-Variante und an Lockerungen der Corona-Beschränkungen liegen.

Corona-Inzidenz und Neuinfektionen gestern und vor einer Woche

Gestern hatte das RKI für Deutschland 949 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Vor einer Woche, am Samstag, 03.07.2021, hatte das RKI 671 Neuinfektionen gemeldet.
Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, lag laut RKI gestern bei 5,5 und hatte am Donnerstag vergangener Woche bei 4,9 gelegen.

Aktuelle Inzidenzwerte der einzelnen Bundesländer

Die Inzidenz ist aktuell in ganz Deutschland rückläufig. Wo ist der Inzidenzwert aktuell am höchsten und wo am niedrigsten?
  • 9,7 – Bremen
  • 8,9 – Hamburg
  • 8,9 – Hessen
  • 7,1 – Saarland
  • 7,3 – Berlin
  • 6,5 – Rheinland-Pfalz
  • 6,6 – Bayern
  • 6,6 – Nordrhein-Westfalen
  • 5,9 – Baden-Württemberg
  • 5,1 – Niedersachsen
  • 3,9 – Schleswig-Holstein
  • 3,0 – Brandenburg
  • 2,0 – Thüringen
  • 1,9 – Sachsen
  • 1,5 – Mecklenburg-Vorpommern
  • 1,4 – Sachsen-Anhalt
Das Bundesland mit der höchsten Sieben-Tage-Inzidenz ist Bremen. Die niedrigste hat Sachsen-Anhalt mit 1,4.

Corona-Zahlen der Johns-Hopkins-Universität

Die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore, welche die Corona-Daten global erfasst, meldet heute (Stand 6:00 Uhr) weltweit mehr als 185 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus bisher. Gestorben sind demnach auf der Welt bisher knapp 4 Millionen Menschen. Diese drei Länder sind aktuell am stärksten betroffen:
  • USA: 33.831.541 Infizierte und 606.816 Tote
  • Indien: 30.752.950 Infizierte und 405.939 Tote
  • Brasilien: 19.020.499 Infizierte und 531.688 Tote
  • Deutschland ist weltweit auf Rang 12 - mit laut JHU aktuell 3.742.355 Infizierten und 91.232 Toten.

Impfquote Deutschland: So viele Bürger haben die Erstimpfung und die Zweitimpfung

Die Impfungen gehen gut voran. Die Bundesregierung gibt die aktuellen Zahlen zur Impfung täglich im Impfdashboard bekannt. So ist die Lage (Stand 10.07.21):
  • Erstimpfungen: 48.417.298
  • Anteil Erstimpfungen: 58,2 %
  • Zweitimpfungen: 35.009.091
  • Anteil Zweitimpfungen: 42,1 %

Delta-Variante in Deutschland auf dem Vormarsch

In Deutschland ist die Delta-Variante des Coronavirus zur vorherrschenden Mutante geworden. Sie dominiere erstmals mit einem Anteil von 59 Prozent, so das RKI. Ihr Anteil habe sich in einer Woche fast verdoppelt. In diesem Artikel lest ihr alles zum Voranschreiten der Delta-Variante in Deutschland.

Landes-Kassenarztchef fordert: Ungeimpfte dürfen nicht mehr reisen

Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung in Rheinland-Pfalz, Peter Heinz, fordert massive Freiheitseinschränkungen für Ungeimpfte: „Die Nicht-Geimpften haben nicht die Freiheit, ihre Maske abzulegen. Sie dürfen nicht ins Stadion, nicht ins Schwimmbad und nicht ohne Maske im Supermarkt einkaufen. Und man darf Ungeimpften und jenen mit nur einer einfachen Impfung nicht mehr gestatten, in den Urlaub zu fahren“, sagte er der „Rhein-Zeitung“ (Samstag-Ausgabe).
Selbst mit einem negativen Test dürften Ungeimpfte seiner Ansicht nach nicht in den Urlaub fahren: „Das Freitesten schützt ja nicht. Wer zum Beispiel auf eine Insel mit einem negativen PCR-Test fährt, kann sich dort sehr wohl anstecken, fährt wieder nach Hause und ist Virusträger.“
„Wer Ungeimpften Freiheiten zurückgibt, verspielt die Chance, alle Menschen mit der Impfung zu erreichen“, sagte Heinz. Man müssen den Menschen klarmachen: „Ohne Impfung gibt es keine Freiheiten. Ohne diesen Druck werden wir die Menschen nicht überzeugen.“ Ungeimpfte seien eine Gefahr für die Gesellschaft und dürften daher nicht die gleichen Freiheiten wie Geimpfte bekommen.
Impfprämien hält Heinz für „absurd“. Eine Impfpflicht lehnt er als „Bevormundung“ aber ab. Freiheiten nur Geimpften zu geben sei keine versteckte Impfpflicht, „sondern eine zwangsläufige Schlussfolgerung aus einer pandemischen Lage“.

Umfrage: Europäer haben Angst vor Corona-Mutationen und vierter Welle

Die Angst der Menschen in Europa vor Corona-Mutationen und einer vierten Welle ist weiter groß. Trotz steigender Impfquoten blickten mehr als 90 Prozent der Menschen mit Sorge in die Zukunft, heißt es in einer am Freitag in Hamburg veröffentlichten Untersuchung der European Covid Survey (ECOS). Dafür wurden den Angaben zufolge vom 21. Juni bis zum 6. Juli rund 8000 Menschen in Deutschland, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Portugal und Spanien befragt. Die Untersuchung werde seit April 2020 rund alle zwei Monate wiederholt.
Insbesondere in Spanien und Portugal sei die Angst vor Mutationen groß: 96 beziehungsweise 97 Prozent der Befragten sind den Angaben zufolge beunruhigt; 75 Prozent der portugiesischen Bevölkerung machten sich sogar große oder sehr große Sorgen. In Deutschland liegen diese Werte mit 87 und 51 Prozent deutlich darunter; rund neun von zehn Befragten seien hier beunruhigt. Ein ähnliches Bild ergibt sich den Angaben zufolge bei der Frage nach einer vierten Welle im Herbst: Nur zehn Prozent der Deutschen machten sich darüber keine Gedanken, 57 Prozent haben dagegen große bis sehr große Sorgen.
Impfanreize wie in den USA oder in Israel lehnt eine Mehrheit in Europa ab. Ob Restaurant-Gutschein, Millionen-Lotterie oder 100 Euro für eine Impfung - 54 Prozent aller Befragten seien generell gegen derartige Anreize; weitere 27 Prozent seien unentschlossen. In Deutschland sprachen sich laut Umfrage nur 24 Prozent für einen Geldbetrag und 21 Prozent für einen Essensgutschein als Anreiz aus.

Tourismusbeauftragter verteidigt Einstufung Spanien als Corona-Risikogebiet

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß (CDU), wertet die Einstufung von Spanien als Corona-Risikogebiet auch als Sicherheitsmaßnahme für den gesamten Reiseverkehr. „Mir scheint das eine angemessene Maßnahme, damit Reisen weiterhin sicher bleibt“, sagte Bareiß der „Augsburger Allgemeinen“ vom Samstag. Die Bestimmungen der Einreiseverordnung dienten auch dazu, Menschen in der Pandemie das Reisen zu ermöglichen.
Praktisch bedeute die Einstufung als Risikogebiet derzeit lediglich, dass ein Test notwendig sei, um nicht in Quarantäne zu müssen, hob Bareiß hervor. Er lehnte zugleich Aufrufe ab, bestimmte Urlaubsländer zu meiden: "Wiederkehrende Panikmache zulasten der Reisenden und der Branche, sobald die Zahlen steigen, ist nicht angebracht."