Die Entscheidung über eine Verlängerung des Lockdowns, die Verschärfung der Corona-Regeln - oder über Lockerungen und ein Ende der Maßnahmen wird beim nächsten Corona-Gipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Länder fallen. Maßgeblich dafür sind die Corona-Fallzahlen, hier vor allem die 7-Tage-Inzidenz, und auch die Auslastung der Intensivstationen. Zuletzt zeigten die Fallzahlen eine positive Tendenz. Wie hoch sind die neusten Corona-Zahlen für Deutschland laut Robert Koch-Institut (RKI) heute?

RKI-Corona-Zahlen laut Dashboard: Neuinfektionen, Tote und 7-Tage-Inzidenz am Montag, 25.1.2021

  • „Zeit Online“ berichtet, dass es aktuell 10.202 Neuinfektionen gebe. Die Zahlen von Zeit Online basieren nach eigenen Angaben auf den direkten Meldungen aus den Landkreisen. Sie sind weniger als die Statistiken des Robert Koch-Instituts von verzögerten Meldeketten betroffen und können deshalb abweichen. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.
  • Infektionen der letzten sieben Tage: Nach Angaben von „Zeit Online“ haben sich in den letzten sieben Tagen 97.544 Menschen mit dem Virus angesteckt.
  • Infizierte: Insgesamt wurden, wie das RKI berichtet, seit Beginn der Pandemie in Deutschland 2.141.665 positive Fälle registriert.
  • Tote: Die Gesamtzahl der Menschen, die mit oder an einer Corona-Infektion gestorben sind, beträgt heute deutschlandweit 52.087 Personen. Es sind 217 Tote mehr als am Tag zuvor - und auch als am Montag der Vorwoche (214). „Zeit Online“ zufolge gab es 253 neue Todesfälle zu verzeichnen.
  • Am Montag vor einer Woche waren vom RKI 214 neue Todesfälle gemeldet worden. Der Höchststand von 1244 neuen Todesfällen war am Donnerstag, 14.1. erreicht worden.
  • R-Wert: Das RKI gibt in seinem aktuellen Lagebericht ein so genanntes Sieben-Tage-R an. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Dieser Wert steigt wieder. Er wurde am Montag mit 1,01 angegeben. Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 101 weitere Menschen anstecken. Am Sonntag lag der R-Wert bei 1,01. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.
  • 7-Tage-Inzidenz: Die zur Lagebeurteilung und für Beschlüsse rund um den Lockdown maßgebliche 7-Tage-Inzidenz ist weiter deutschlandweit sehr hoch. Der Wert beziffert die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen und liegt aktuell bei 111,2. Gestern war ein Wert von 111,1 gemeldet worden. Der bisherige Höchststand war am Dienstag, 22.12., mit 197,6 erreicht worden.
  • Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verhängung und Lockerung von Maßnahmen gegen die Ausbreitung des neuartigen Virus. Ziel der Bundesregierung ist es, die Inzidenz auf unter 50 zu drücken. Dann gilt eine Region nicht mehr als Risikogebiet.

Das sind die Corona-Zahlen weltweit laut Johns-Hopkins-Universität

Die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore, welche die Corona-Daten global erfasst, meldet am Montagmorgen (Stand 6 Uhr) weltweit
  • 99,17 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus bisher.
  • Gestorben sind demnach auf der Welt bisher mehr als 2,12 Millionen Menschen. Die drei am stärksten Betroffenen Länder sind:
  • USA: 25.124.948 Infizierte und 419.208 Tote.
  • Indien: 10.654.533 Infizierte und 153.339 Tote.
  • Brasilien: 8.844.577 Infizierte und 217.037 Tote.
  • Deutschland folgt auf dem 10. Rang mit laut JHU bisher 2.147.814 Infizierten und 52.296 Toten.

Drei Mutationen des Coronavirus könnten Lockdown verlängern

Die angestrebten Lockerungen des Lockdowns Mitte Februar könnten in weite Ferne rücken, falls die bestehenden und neuen Corona-Regeln, die in Baden-Württemberg am Montag inkraft getreten sind, nicht durchgehalten und zu früh ausgesetzt werden. Vor allem aber droht Gefahr durch drei Virus-Mutationen aus
  • England (B117),
  • Südafrika (B1351/501.V2) und
  • Brasilien (P.1).
Sie sind hochansteckend. Die aggressive brasilianische Variante P.1 könnte sogar bereits immune Menschen befallen, und: Es gibt Hinweise, dass die Impfstoffe von Biontech und Pfizer bei P.1 nicht richtig wirken könnten:

Corona-Zahlen laut RKI Dashboard: Aktuelle Fallzahlen für Bundesländer und Landkreise

Das RKI liefert während der Corona-Pandemie in seinem Dashboard täglich die neuen Fallzahlen - für die gesamte Bundesrepublik, die Bundesländer, aber auch die darunter liegenden Kreise. Hier geht es zum RKI-Dashboard. Das Robert Koch-Institut ist nach eigenen Angaben auf seiner Homepage „das Public-Health-Institut für Deutschland“. Ziel des Instituts: Die Bevöl­ke­rung in Deutschland vor Krank­heiten zu schützen und ihren Gesundheits­zu­stand zu verbessern. Ein Team aus 1100 Menschen, mit 90 verschiedenen Berufen, arbeitet und forscht jeden Tag gemein­sam daran.

Corona-Mutationen könnten Zahlen in die Höhe treiben

Allerdings sind Experten und Politiker beunruhigt wegen der sich ausbreitenden Mutationen des Coronavirus. Die Varianten aus England und Südafrika sind hochansteckend und deswegen gefährlich. Infektionen mit den Virus-Mutationen B.1.1.7 und B1.351 sind in Deutschland nachgewiesen. Bislang besteht in allen Fällen ein direkter oder indirekter Zusammenhang mit Reisen aus Großbritannien oder Südafrika. In Lübeck etwa gab es einen Ausbruch der britischen Variante in einer Klinik, 81 Mitarbeiter wurden positiv getestet.
Gibt es am Montag dennoch einen Lichtblick bei den Fallzahlen und mithin der Hoffnung auf ein baldiges Ende des Lockdowns?
Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat am Montagmorgen seine Corona-Zahlen aktualisiert. Aber Achtung: Diese Fallzahlen sind nicht so aussagekräftig wie sonst, da an Wochenenden manche Gesundheitsämter keine Daten übertragen und auch weniger getestet wird. Deswegen fallen die Werte sonntags in der Regel niedriger aus.

Die Kennzahlen der Corona-Pandemie: Was sind Reproduktionszahl, Neuinfektionen, Inzidenz und Co.?

Seit Beginn der Corona-Pandemie werden jeden Tag Fallzahlen veröffentlicht, die den Verlauf nachzeichnen sollen. Hier die Erklärung, welche Zahlen was bedeuten.

Reproduktionszahl (R-Wert)

Die Reproduktionszahl - oder kurz R-Wert - beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung ansteckt. Liegt die Zahl über eins, breitet sich eine Krankheit immer weiter in der Bevölkerung aus. Je weiter sie sich von der eins entfernt, desto schneller und bedrohlicher verläuft der Trend. Dabei handelt es sich aber immer nur um eine pauschale bundesweite Lageeinschätzung.
Es gibt außerdem gewisse Ungenauigkeiten durch Meldeverzüge und andere Faktoren. In Deutschland schwankt der Wert nach Schätzungen des RKI derzeit um eins. Nach Angaben der Experten dort gilt das schon als Erfolg und weist darauf hin, dass Gegenmaßnahmen zur Kontaktreduzierung wirken. Diese verringern die Chance, dass ein Infizierter weiterer Menschen ansteckt und drücken so den R-Wert. Sonst könnte dieser durchaus bei drei oder vier liegen.

Neuinfektionen

Der R-Wert allein sagt nicht unbedingt etwas aus über die Dramatik der gesamten Entwicklung. Sie ergibt sich erst aus der Kombination mit der Zahl der täglichen oder wöchentlichen Neuinfektionen. Der Grund ist einfach: Bei gleichem R-Wert macht es einen gewaltigen Unterschied, ob täglich 50.000 Ansteckungen hinzukommen oder einige hundert. Die Ausbreitungsdynamik ist theoretisch gleich, belastet die Kapazitäten der Gesundheitssysteme im Fall der höheren Zahlen allein durch die schiere Masse aber mit wesentlich größerer Wucht.
In Deutschland bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen inzwischen zwischen 12.000 und 30.000 Fällen. Das ist ein extremer Anstieg in relativ kurzer Zeit. Noch Anfang Oktober lag die Zahl der täglich neu gemeldeten Fälle laut RKI bei nur tausend bis 4000. In anderen europäischen Ländern ist die Entwicklung noch dramatischer.

Siebentage-Inzidenz

Die sogenannte Siebentageinzidenz ist ein zentraler Maßstab, um die Infektionsdynamik in einem bestimmten Gebiet zu beurteilen und über Gegenmaßnahmen zu entscheiden. Sie wird in Deutschland auf Gemeinde- oder Landkreisebene erfasst und drückt aus, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen registriert wurden.
Dahinter verbergen sich aber regional unterschiedliche Trends. Als wesentliche Schwelle zur Einführung strengerer Eindämmungsmaßnahmen wurde in Deutschland ein Inzidenzwert von 50 eingeführt, der inzwischen fast flächendeckend aber deutlich überschritten wurde.

Schwere Verläufe und Intensivbettenbelegung

Letztlich entscheiden nicht die Fallzahlen allein darüber, wie gut ein Land die Pandemie bewältigen kann. Von entscheidender Bedeutung ist vielmehr, ob die Kapazitäten des Gesundheitssystems ausreichen, um die Erkrankten zu behandeln. Deshalb beobachten Experten und Politik sehr genau, wie sich die Zahl der schweren Verläufe und der verfügbaren Behandlungsplätze entwickelt.
Erstere wird vor allem dadurch beeinflusst, wie sich das Virus innerhalb der Risikogruppen verbreitet, bei denen schwere Verläufe viel wahrscheinlicher sind. Besonders genau betrachtet wird die Anzahl der Intensivpatienten, die lebensbedrohlich erkrankt sind. Kapazitäten in diesem Bereich sind immer begrenzt, allein schon mit Blick auf das Fachpersonal.
Die Zahl ist auch noch aus anderem Grund ein wichtiger Maßstab bei Entscheidungen über die Eindämmungsmaßnahmen: Es gibt dabei keine Dunkelziffer. Anders als bei Meldezahlen zu Infektionen, die auch durch Teststrategien beeinflusst werden, gibt es bei den künstlich beatmeten Intensivpatienten in Kliniken keine „Untererfassung“. Zu beachten ist aber ein Zeitverzug von zwei Wochen. So lange dauert es nach einer Ansteckung, bis sich schwere Verläufe einstellen. Die Zahl der Intensivpatienten hinkt der Infektionsdynamik hinterher.