• Viele Deutsche hoffen auf Urlaub und einen Reisesommer 2021
  • Vor Fernreisen schrecken viele Urlauber noch zurück
  • Deutsche sehen derzeit Gesundheitsrisiken als größtes Hindernis beim Reisen
  • Kanzlerin Angela Merkel möchte den Lockdown laut Bild bis zum 1. März verlängern.

Beschlussvorlage: Erste Details zu Urlaub und Reisen

Die Corona-Inzidenz ist nach langer Zeit endlich wieder unter einem Wert von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen gefallen. Das Robert Koch-Institut meldete am Dienstag (9. Februar) einen Wert von 73. Viele Deutsche hoffen deshalb beim Bund-Länder-Gipfel am Mittwoch auf Lockerungen der Corona-Maßnahmen* – besonders die von der Pandemie gebeutelten Reiseveranstalter.
Ebenso wünschen sich zahlreiche Deutsche, dass sie wieder mehr Kontakte pflegen und Tagesausflüge vornehmen können. Aber ist es tatsächlich realistisch, dass der Lockdown nach dem 14. Februar entschärft wird?

Lockerungen beim Tourismus wird es wohl nicht geben

Erste Details zu den Entscheidungen, die beim Bund-Länder-Gipfel am Mittwoch getroffen werden, sind bereits durchgesickert. Zu möglichen Lockerungen im Tourismus gibt es aktuell keine Informationen – was womöglich darauf hindeutet, dass es sie ebenfalls nicht geben wird.

Tourismus im Südwesten fällt auf Niveau von vor Jahrzehnten zurück

Der Tourismus in Baden-Württemberg ist angesichts der Corona-Pandemie im Vorjahr auf das Niveau von vor Jahrzehnten zurückgefallen. Die Zahl der ankommenden Gäste in Hotels, Pensionen und anderen Unterkünften schrumpfte nach Angaben des Statistischen Landesamts in Stuttgart im Vorjahresvergleich um 48,9 Prozent auf nur noch 11,9 Millionen. Weniger Touristen hatten die Statistiker zuletzt im Jahr 1997 registriert. Auch die Zahl der Übernachtungen ging den Angaben vom Mittwoch zufolge drastisch zurück - um 40,2 Prozent auf nur noch 34,2 Millionen. Weniger Übernachtungen im Südwesten hatte es zuletzt 1985 gegeben.
Die Nachfrage nach Flug- und Fernreisen sind wegen Corona bisher verhalten.
Die Nachfrage nach Flug- und Fernreisen sind wegen Corona bisher verhalten.
© Foto: Christoph Schmidt, DPA

Urlaub um Ostern oder Pfingsten? Nachfrage höher, als im ersten Corona-Frühjahr

Für die Zeit um Ostern ist die Nachfrage nach Urlaub laut Reiseverbänden bislang zurückhaltend. Erst ab Pfingsten zeichnet sich, laut den Verbänden, eine Trendwende ab. Für den Sommer seien die Buchungszahlen sogar etwas besser als nach dem Ausbruch der Pandemie im vergangenen Frühjahr, sagt Jürgen Schmude, Professor für Tourismuswirtschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München, der Deutschen Welle.

Wegen Corona kaum Interesse an Fernreisen - lieber Urlaub im eigenen Land

Schmude geht davon aus, dass, ähnlich wie schon 2020, ein Großteil der Urlauber innerhalb Deutschlands verreisen wird. Das bestätigt auch die Umfrage des Marktforschungsinstituts YouGov vom vergangenen Dezember. Dort gaben 40 Prozent der Befragten an, 2021 eine Reise im eigenen Land zu planen.

Tourismus in der Corona-Pandemie: Flug- und Fernreisen lassen nach

Zum Jahresbeginn 2021 hat die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e.V. (FUR) eine erste vorläufige Bilanz des Tourismus 2020 erstellt und die touristischen Trends des neuen Jahres ermittelt. Zwar sind Fernreisen auch in Zeiten von Corona möglich, doch werden Flug- und Fernreisen für 2021 seltener ins Auge gefasst, als vor der Pandemie.
Stattdessen sind auch dieses Jahr eher Ziele in der Nähe beliebt - Urlaub mit dem Auto und möglichst individuell und ohne große Nähe zu anderen Menschen. Campingurlaub findet unter diesen Bedingungen neue Freunde und erlebt dank Corona einen regelrechten Boom.

Corona in der EU: Auswärtiges Amt erklärt Portugal und weitere Länder zu Hochinzidenzgebieten

Die Bundesregierung hat die Reiseauflagen wegen der Corona-Pandemie verschärft. Seit dem 24.1.21 werden mehrere EU-Länder als Hochinzidenzgebiete "mit besonders hohen Infektionsrisiko" eingestuft, wie das Auswärtige Amt mitteilte. Betroffen sind davon:
  • Portugal
  • Spanien
  • Estland
  • Lettland
  • Litauen
  • Slowenien
  • und Tschechien.
Menschen aus solchen Staaten müssen deshalb noch vor Reiseantritt einen negativen Covid-19-Test vorlegen.
Diese Staaten haben alle eine Inzidenz von über 200. Die Vorgabe wurde auch auf mehrere Drittstaaten außerhalb der EU ausgeweitet, darunter:
  • USA
  • Ägypten
  • Israel
  • Bosnien
  • und Kosovo