Corona Spanien aktuell
: Warum Spanier in der Metro besser schweigen sollten

In Spaniens öffentlichen Verkehrsmitteln sollen Fahrgäste besser schweigen. Dazu haben Wissenschaftler und Politiker aufgerufen.
Von
Uwe Keuerleber
Madrid
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Einige Wissenschaftler und Politiker in Spanien haben die Menschen dazu aufgerufen, in öffentlichen Verkehrsmitteln besser zu schweigen.

dpa

Der Oberste Rat für wissenschaftliche Forschung in Spanien, das CSIC, hat angesichts der ENtwicklung der Corona–Pandemie eine Empfehlung herausgegeben, derzufolge Fahrgäste in Bussen und Bahnen lieber schweigen sollten. Dadurch könne, so eine der Aussagen, das Ansteckungsrisiko gemindert werden, da weniger Aerosole ausgestoßen werden.

Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln

Wie in Deutschland so gilt auch in Spanien eine Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln. Nun haben Politiker und Forscher, darunter auch der GesundheitsministerSalvador Illa aus Barcelona, empfohlen, in öffentlichen Verkehrsmitteln nicht mehr zu sprechen, wie die spanische Tageszeitung La Razion berichtet.

Dabei handelt es sich nicht um ein Verbot, sondern lediglich um eine Empfehlung, an die sich, wie La Razion schreibt, die meisten Fahrgäste offenbar halten. María Cruz Minguillón vom CSIC bestätigte, dass Schweigen das Corona–Risiko klein halte. Da es in den öffentlichen Verkehrsmitteln grundsätzlich laut zugeht, führen diese lauten Gespräche, ob am Handy oder im direkten Gespräch, zu einem vermehrten Ausstoß an Tröpfchen die viel weiter fliegen, als würde man lediglich atmen.

Mehr Aerosole bei lauter Unterhaltung

Wie es sich mit der Verbreitung von Aerosolen beim lauten Sprechen verhält, zeigt eine Studie der Universität in Montpellier. Wie das Wissenschaftsmagazin schreibt, haben Studien gezeigt, dass schon kurzes Sprechen eine Tröpfchenwolke erzeugt, die mehr als acht Minuten lang in der Schwebe bleiben kann. Aerosole — winzige beim Atmen und Sprechen erzeugte Schwebtröpfchen — können sich sogar über Stunden in der Luft von Büros, Wohnräumen oder Restaurants halten, wenn nicht genügend gelüftet wird. Um zumindest die Ansteckungsgefahr durch eine Tröpfcheninfektion zu minimieren, wird von Gesundheitsbehörden ein Sicherheitsabstand von 1,50 bis zwei Metern empfohlen. Doch wie sicher ist dieser Abstand bei einer Unterhaltung? Das haben nun Manouk Abkarian von der Universität Montpellier und seine Kollegen näher untersucht. Sie wollten wissen, wie verschiedene Sprechlaute den vom Mund ausgehenden Luft– und Tröpfchenstrom beeinflussen.