Schweden hatte zu Beginn der Corona-Pandemie das öffentliche Leben nur ganz wenig eingeschränkt. Die Regierung setzte dabei weitestgehend auf freiwillige Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus. Es wurden keine Schulen geschlossen und auch das Tragen einer Maske gab es bislang nicht. Doch nun beginnt auch in Schweden die kalte Jahreszeit und die Menschen beginnen sich langsam Sorgen zu machen. Nach einem Rückgang der Zahlen vor ein paar Wochen, verzeichnet das Land wieder eine deutliche Zunahme an Neuinfektionen. Wie die staatliche Gesundheitsbehörde in ihrem Lagebericht veröffentlichte, gab es in der Zeit vom 21. bis zum 27. September fast 3000 Neuinfektionen. „Dies ist eine Steigerung um 40 Prozent im Vergleich zur Vorwoche“, schreibt die FHM. Es habe mehrere lokale Ausbrüche im Zusammenhang mit Freizeitaktivitäten wie unter anderem Schulfeiern, privaten Treffen und Festen gegeben.

Herbst und Winter verschlechtern die Lage der Corona-Pandemie

Niklas Arnberg, Professor der Virologie an der Universität Umeå, äußerte sich mit Besorgnis und warnt in der Zeitung „Aftonbladet“, „dass jetzt Herbst und Winter vor der Türe stehen, ist ein Faktor, der uns in eine schlechtere Lage versetzt als im Frühjahr, als die Pandemie zu uns kam. Uns steht unausweichlich eine lange Periode mit Wetter und Verhältnissen bevor, die eine Ausbreitung des Virus begünstigen.“

Das sind die aktuellen Infektionszahlen

Auch Schweden verzeichnet seit mehreren Wochen steigende Infektionszahlen. Der 7-Tage-Durchschnittswert lag am 29. September bei rund 42 Fällen.
Zahl der Corona-Infizierten: 98.451 .
5.894 Menschen sind an oder mit dem Virus gestorben.
(Stand, 12.Oktober, 9:26 Uhr)

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Staatsepidemiologe lehnt Lockdown ab

Staatsepidemiologe Anders Tegnell lehnt einen generellen Lockdown ab, da es für ihn keine vernünftige Strategie für ein langfristiges Durchhalten gibt. Im britischen „Guardian“ sagte er: „Das Öffnen und Schließen wirkt sich überaus negativ auf das Vertrauen aus und hat deutlich mehr negative Effekte als Maßnahmen auf einem bestimmten Level zu halten.“

Schweden will Vorgaben machen für Partner von Infizierten

Partner von Corona-Infizierten sollen eine Woche lang nicht zur Arbeit gehen und von zuhause arbeiten. Kita- und Grundschulkinder sollen weiterhin ihre Einrichtungen besuchen. Die Behörde bleiben bei ihrem Standpunkt, dass die jüngeren Kinder keine große Rolle bei der Virusverbreitung spielen und Schulbesuch wichtig ist. Bisher gab es überhaupt keine Einschränkungen für die nahen Kontakte von Infizierten.