• Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will Schulschließungen im Herbst in jedem Fall verhindern
  • Dieses Ziel soll in Bayern auch bei steigenden Corona-Inzidenzen gelten
  • Schüler sollen dreimal pro Woche getestet werden
  • Der Vorsitzende des Bayerischen Realschullehrerverbands fordert klare Regeln
Markus Söder will Schulschließungen im Herbst auch bei steigender Inzidenz verhindern. „Wir haben gerade in der Schule das mit Abstand sicherste System“, sagte er dem Bayerischen Rundfunk. Er zeigte sich zuversichtlich dass Bayern, „Schulunterricht gut gewährleisten“ könne.

Söder: Kein Homeschooling und Distanzunterricht durch Tests und Impfen in der Schule

Das erklärte Ziel sei: „Kein Homeschooling mehr, kein Distanzunterricht mehr.“ Dazu sollen die Schüler regelmäßig dreimal in der Woche getestet werden und „anfangs“ auch weiter Masken tragen.
Außerdem soll auch in der Schule geimpft werden. „Ich hätte mir ehrlich gesagt schon gewünscht, dass wir das vor dem Sommer machen können“, sagte Söder dem BR. Er kündigte auch „angepasste Quarantäne-Regeln“ an und „dass nicht nur wegen einem Fall die ganze Klasse dann in Quarantäne muss“.

Wie läuft der Unterricht an Schulen in Bayern, wenn die Inzidenzen steigen?

Drei Wochen vor Unterrichtsbeginn ist aber weiter nicht klar, wie genau die Schule laufen soll, wenn die Inzidenzen wie derzeit weiter steigen. Laut der seit diesem Montag geltenden Corona-Verordnung ist für die Schulen noch Wechselunterricht ab einer Inzidenz von 100 binnen sieben Tagen in einer Kommune vorgeschrieben. Eine Frage ist: Gilt dann die sogenannte 3G-Regel auch für Lehrer - müssen die also für den Unterricht vorlegen, dass sie geimpft, genesen oder negativ getestet sind?
Seit Montag gilt die Regel für Innenbereiche ab einer Inzidenz von 35. Ausgenommen sind Kinder bis zum sechsten Geburtstag und Schüler, weil die im Rahmen des Unterrichts getestet werden. Das gilt auch für die Ferien.

Bayern: Schüler sind für den Rest der Sommerferien von der 3G-Regel ausgenommen

Weil es darum Verwirrung gab, stellte das Gesundheitsministerium am Dienstag klar. „Angesichts der allgemeinen Schulpflicht in Deutschland kann grundsätzlich davon ausgegangen werden, dass Kinder im Grundschulalter, wie etwa Sechs- oder Siebenjährige, automatisch von der Testpflicht befreit sind.“ Es genügt ein amtlicher Ausweis. Jugendliche könnten einen Schülerausweis oder einer Schülerdauerkarte vorlegen.
Auch ein Kind mit sechs, das noch in die Kita geht, soll am Hallenbadeinlass nicht zurückgewiesen werden. „Das Ministerium bestärkt den Handel und die Betreiber von Freizeiteinrichtungen gleichzeitig darin, bei der Überprüfung von Testpflichten bei Kindern mit Besonnenheit und Pragmatismus vorzugehen“, erklärte eine Sprecherin des Ministeriums. „Umständliche und zeitraubende Überprüfungen“ sollten vermieden werden. Söder sagte dazu, Tests für Schüler für den Rest der Ferien würden Kinder und Jugendliche „überfordern“.

Bayerischen Realschullehrerverband fordert klare Regeln für den Schulstart nach den Ferien

Nach den Sommerferien müssten klare Regeln für den Präsenzunterricht gelten, sagte Jürgen Böhm, Vorsitzender des Bayerischen Realschullehrerverbands. „Das heißt, am Unterricht in der Schule darf nur teilnehmen, wer genesen, geimpft oder getestet ist. Wer diese Kriterien nicht erfüllt oder sich den Tests entzieht, kann nicht am Präsenzunterricht teilnehmen und darf auch keine Sonderregelungen erfahren.“Schüler werden für den Unterricht getestet. Söder verteidigte, dass die Schüler für den Rest der Sommerferien von der 3G-Regel ausgenommen sind.

Virologe Christian Drosten: Lehrer und Eltern sollten geimpft sein

Für die Offenhaltung der Schulen im zweiten Pandemie-Herbst spielen Experten zufolge die Erwachsenen und die Impfungen die entscheidende Rolle. Vereinzelte Infektionen an den Schulen sind nach Ansicht des Berliner Virologen Christian Drosten hinnehmbar, wenn möglichst alle Eltern und Lehrer geimpft sind. „Ein kontrolliert schwelendes Geschehen muss man akzeptieren, wenn der Schulbetrieb laufen soll. Man wird nicht jegliche Verbreitung an Schulen unterbinden können, aber möglichst eine unkontrollierte Ausbreitung.“
Der Virologe Christian Drosten empfiehlt nach einem Corona-Fall eine kurze, aber sofortige Quarantäne für die betroffene Klasse.
Der Virologe Christian Drosten empfiehlt nach einem Corona-Fall eine kurze, aber sofortige Quarantäne für die betroffene Klasse.
© Foto: Jörg Carstensen

Drosten: Ganze Klasse nach Fall für fünf statt 14 Tage in Quarantäne

Anders als Söder empfiehlt Drosten: „Besser ist Quarantäne für die ganze Klasse sofort beim ersten Fall, das aber kurz.“ Er sprach von 5 statt 14 Tagen. Das Robert Koch-Institut empfiehlt Quarantäne für die ganze Klasse etwa, wenn keine Masken getragen oder 1,5 Meter Abstand zwischen den Schülern nicht eingehalten werden.

3G-Regel, Gastro und Maskenpflicht - Welche Corona-Regeln gelten in Bayern?

Seit Montag, den 23. August, gilt die 3G-Regel in Bayern in Landkreisen mit Inzidenz über 35. Was nun laut Corona-Verordnung Bayern gilt.