• Die neue Lambda-Variante wurde auch in Deutschland nachgewiesen
  • Wie gefährlich ist die Coronavirus-Mutation wirklich?
  • Schützt eine Corona-Impfung davor?
  • Was bisher über die Mutante aus Südamerika bekannt ist
Aktuell ist immer häufiger von einer neuen Mutation des Coronavirus zu hören: die Lambda-Variante aus Südamerika. Doch was ist bisher über die Mutante bekannt? Schützen die zugelassenen Corona-Impfstoffe davor? Wie gefährlich ist sie und wie ansteckend? Ein Überblick.

Schützt eine Corona-Impfung vor der neuen Lambda-Variante?

Ein US-Team hatte Anfang Juli in einem Pre-Print Ergebnisse vorgelegt, die darauf hindeuteten, dass die derzeit genutzten Impfstoffe auch vor der Coronavirus Mutation C.37, Lambda-Variante genannt, schützen.
Corona Infektion trotz Impfung Nur wenige Menschen infizieren sich zweimal

Ulm

Lambda-Variante in Deutschland - So oft wurde die Mutation nachgewiesen

In Deutschland ist Lambda nach Daten des Robert Koch-Instituts seit Jahresbeginn 100 Mal bei Analysen gefunden worden, was einem Anteil von 0,1 Prozent entspricht. In den vergangenen Wochen wurden demnach nur noch Einzelfälle festgestellt.

Diese vier Coronavirus-Varianten sind besorgniserregend

Welche Mutation des Coronavirus ist wirklich gefährlich und welche nicht. Als besorgniserregend eingestuft hat die WHO bislang die folgenden vier Coronavirus-Varianten:
  • Alpha
  • Beta
  • Gamma
  • Delta.
Sie sind nachweislich ansteckender, schwerer zu bekämpfen oder führen zu schwereren Erkrankungen.

Lambda-Variante weit verbreitet – Neue Corona-Mutation in über 40 Ländern

Weitere Varianten stehen als sogenannte „Variants of Interest“ unter Beobachtung: In diese Reihe wurde Lambda (C.37) im Juni aufgenommen. Lambda wurde laut Weltgesundheitsorganisation WHO mittlerweile in 40 Ländern nachgewiesen, erste Nachweise stammten von August 2020.

Erste Ergebnisse zu Lambda-Variante des Coronavirus – Studie aus Japan

Die jüngsten Daten aus Japan zu möglicherweise problematischen Eigenschaften der Lambda-Variante des Coronavirus sorgen bei Fachleuten nicht für besondere Beunruhigung. Die WHO verwies auf eine derzeit nicht besonders starke Ausbreitung der Variante. Covid-19-Expertin Maria van Kerkhove sagte: „Es geht nicht wirklich hoch, selbst in Peru nicht, wo die Variante zuerst entdeckt wurde.“ Nach Angaben aus Peru werde die Lambda-Variante dort von der Gamma-Variante verdrängt.

Wie ansteckend ist die Lambda-Variante im Vergleich zur Delta-Variante?

Die Daten aus Japan würden derzeit überinterpretiert, teilte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl, auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Daten zeigten, dass Lambda in Labor-Versuchen etwas ansteckender sei als das ursprüngliche Virus, aber nicht ansteckender als die Delta-Variante, die in Deutschland derzeit vorherrschend ist. Lambda könnte demnach auch dem Immunschutz „etwas entkommen, aber nicht so stark wie Delta“. Insofern beunruhige ihn diese Variante anhand der aktuell vorliegenden Daten noch nicht, erklärte Watzl.

Externe Experten müssen Studie aus Japan zu Lambda-Variante noch prüfen

Woher kommt die Information, dass die Lambda-Variante ansteckender und resistenter sei? Vor einigen Tagen hatte ein japanisches Team ein sogenanntes Pre-Print veröffentlicht, mit dem Titel „Lambda-Variante weist eine höhere Infektiosität und Immunresistenz auf“. Die Studie ist bisher weder von externen Fachleuten begutachtet worden noch in einem Fachblatt erschienen. Mehrere Medien berichteten zuletzt darüber.

Studie hat nicht mit echten Lambdaviren geforscht

Watzl teilte mit, der Begriff Immunresistenz im Titel der Arbeit sei „bezogen auf die gezeigten Daten schlicht falsch“. Einschränkend müsse man auch sagen, dass für die Untersuchung keine wirklichen Lambda-Viren verwendet worden seien, sondern andere Viren, die nur das sogenannte Spike-Protein von Lambda trügen. Damit entert Sars-CoV-2 menschliche Zellen. Mehrere der neuen problematischen Varianten weisen an dieser Stelle gehäuft Erbgutveränderungen auf.
In vielen Studien wird im Labor geprüft, wie gut Antikörper gegen Varianten wirken. Solche Experimente erlauben jedoch nur bedingt Rückschlüsse auf die Schutzwirkung der Impfung im wahren Leben. Die menschliche Abwehr stützt sich auch auf sogenannte T-Zellen. Vor diesem Hintergrund bleibe wahrscheinlich selbst im Fall vermehrter Infektionen durch die Lambda-Variante der Schutz vor schweren Verläufen erhalten, sagte Christine Dahlke vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) in einer Videoschalte.