Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt inzwischen auch Corona-Impfungen für Kinder im Alter zwischen fünf und elf Jahren. Aber nur unter bestimmten Bedingungen.
  • Wenn Kinder bestimmte Vorerkrankungen haben
  • oder wenn in deren Umfeld Risikopatienten leben, die sich selbst nicht durch Impfungen schützen können.
  • Für alle anderen Kinder soll eine Impfung bei „individuellem Wunsch“ möglich sein.
  • Welche Nebenwirkungen sind möglich? Gibt es Gefahren?

Impfungen für Kinder starten in Deutschland noch in dieser Woche

Ärzte und Impfstellen bereiten sich bundesweit auf den Start der Kinderimpfungen in dieser Woche vor. Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) rief dazu auf, von dem Angebot auch Gebrauch zu machen - auch um Schulschließungen zu vermeiden. Unterdessen machte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) eine langsame Stabilisierung der Corona-Lage aus. Für Kritik sorgte das Vorhaben der Länder-Gesundheitsminister, Geboosterte von der Testpflicht auszunehmen.
Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, erwartet, dass das Gros der Kinder- und Jugendärzte bei den Impfungen mitmachen wird. "Das war auch schon bei der Impfung der Jugendlichen so", sagte Verbandspräsident Thomas Fischbach der "Rheinischen Post" vom Montag. "Dort impfen wir erst seit September, haben aber schon eine Quote von 50 Prozent erreicht." Die Vorbereitungen seien weitestgehend abgeschlossen.
Die Ständige Impfkommission (Stiko) hatte Corona-Schutzimpfungen in der vergangenen Woche für Kinder zwischen fünf und elf Jahren mit bestimmten Vorerkrankungen empfohlen. Zudem raten die Experten auch dann dazu, wenn im Umfeld der Kinder Risikopatienten leben, die sich selbst nicht durch Impfungen schützen können. Für alle anderen Kinder solle eine Impfung bei "individuellem Wunsch" möglich sein.

Können die Corona-Impfungen für Kinder Schulschließungen verhindern?

"Wir sollten alle Möglichkeiten ausschöpfen, um erneute flächendeckende Schulschließungen zu verhindern", sagte Stark-Watzinger den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Montag. Die Impfung von Schulkindern sei ein wichtiger Beitrag, um Präsenzunterricht in Schulen zu sichern. Jede Impfung helfe, die Verbreitung des Virus einzudämmen.
Lauterbach schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter: "Die Lage stabilisiert sich langsam. Der Rückgang der Fallzahlen ist echt." Dieser Trend dürfe aber nicht durch Weihnachten gefährdet werden. "Da die Fallzahlen weiterhin viel zu hoch sind, muss die Boosterkampagne verstärkt werden."

Corona Impfung: Details zur Stiko Empfehlung für Kinder zwischen 5 und 11 Jahren

Die Ständige Impfkommission (Stiko) will die Corona-Impfung Kindern von fünf bis elf Jahren mit Vorerkrankungen und Kontakt zu Risikopatienten empfehlen. Aber auch gesunde Kinder sollen bei individuellem Wunsch geimpft werden können, hieß es ausdrücklich in einer Mitteilung des Expertengremiums vom Donnerstag zu einem Beschlussentwurf. Es handelt sich noch nicht um eine finale Stiko-Empfehlung.

Kinder gegen Corona impfen – Biontech-Impfstoff empfohlen

Am 25. November hat die Europäische Arzneimittel-Agentur „EMA“ bereits darüber entscheiden, ob der Impfstoff Biontech für eine Corona-Impfung für Kinder ab 5 Jahren zugelassen wird. In den USA werden jüngere Kinder bereits erfolgreich mit Biontech gegen Corona geimpft. Auch für Europa hat die europäische Arzneimittelbehörde grünes Licht gegeben für die Zulassung des Corona-Impfstoffes der Hersteller Pfizer/Biontech für Kinder ab fünf Jahren.

Kinder-Impfung: Für viele Eltern ist es eine schwere Entscheidung

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte findet die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) zur Impfung von Kindern angemessen. Es gebe nun eine klare Empfehlung für Kinder mit bestimmten Vorerkrankungen, und die Möglichkeit der Impfung auch für gesunde Kinder, sagte der Pressesprecher des Verbandes, Jakob Maske, der Deutschen Presse Agentur. „Wir sehen natürlich den Druck für die Eltern, jetzt eine Entscheidung zu treffen“. Mit der Öffnungsklausel der Stiko hätten aber immerhin alle Eltern die Möglichkeit, ihre Kinder impfen zu lassen.
Die Stiko hatte eine Impfung von Kindern von fünf bis elf Jahren empfohlen, die Risikofaktoren für einen schweren Covid-19 Verlauf oder Angehörige mit hohem Risiko haben. Außerdem können Eltern nach individueller Aufklärung auch ihre gesunden Kinder impfen lassen. Wenn es etwa im Umfeld der Familie chronisch Kranke gäbe, sei das ein guter Grund, die Kinder impfen zu lassen, sagte Maske. Für Besuche bei Großeltern, die vollständig geimpft und geboostert seien, sieht Maske hingegen keine zwingende Notwendigkeit einer Impfung.

Nebenwirkungen sind zwar selten, aber noch nicht gut erforscht

Es wird betont, dass die Daten noch nicht ausreichten, um mögliche seltene Nebenwirkung der Impfung zu erkennen. Zudem erkrankten jüngere Kinder selbst nur sehr selten schwer. „Bei so geringer Krankheitslast haben wir keine Eile mit dem Impfen.“ Momentan sei der Beratungsbedarf in den Praxen groß, grundsätzlich seien die Kinderärzte gut auf den Beginn der Impfungen bei jüngeren Kindern vorbereitet. „Wir würden es begrüßen, wenn die Impfungen auch tatsächlich in den Kinderarztpraxen erfolgen würden“, sagt Maske mit Blick auf die Pläne der Politik, auch Apotheker oder Zahnärzte in die Impfkampagne einzubinden. „Wir haben eine Menge Ärzte, die dafür bereitstehen.“ In der nächsten Woche soll die Auslieferung des Impfstoffs für Kinder beginnen.