Auch wenn es seltener passiert, auch Geimpfte können noch an Corona erkranken. Für sie gelten aber andere Regeln zur Impfung als für Nicht-Genesene. Auch Personen, die eine Corona-Infektion hinter sich haben und danach eine Impfung brauchen, müssen besondere Vorgaben beachten. Um im Dschungel der Corona-Erkenntnisse Klarheit zu schaffen beantworten wir hier folgende Fragen:
  • Wann kann man sich nach einer Corona-Infektion impfen lassen?
  • Ich bin einmal geimpft und genesen – wann brauche ich die nächste zweite Dosis?
  • Ich bin doppelt geimpft und genesen – brauche ich auch einen Booster?
  • Mit welchem Impfstoff sollten sich Genesene impfen lassen?

Nach der Corona-Infektion die Impfung: Das sind die Basics

Das Robert-Koch-Institut (RKI) gibt regelmäßig ein Epidemiologisches Bulletin heraus, in dem die neusten wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Corona bekanntgegeben werden. Das aktuellste Bulletin ist vom 13. Januar 2022. Darin sind folgende Empfehlungen für Genesene, die sich impfen lassen wollen, enthalten:
  • Genesen VOR der Impfung: die Grundimmunisierung sollte drei Monate nach der Infektion, die mittels PCR-Test bestätigt wurde, erfolgen. Es wird nur eine Dosis benötigt, zwei Dosen sind aber möglich. Der Booster kommt drei Monate später.
  • Einmal geimpft und dann genesen: Liegt die Infektion weniger als vier Wochen nach der ersten Dosis, kann drei Monate nach der Infektion die zweite Impfung geholt werden. Der Booster kommt drei Monate später.
  • Einmal geimpft und dann genesen: Ist die Infektion länger als vier Wochen nach der ersten Impfung her, wird keine zweite Dosis benötigt. Nach drei Monaten kommt der Booster.
  • Doppelt geimpft und dann genesen: Der Booster kann drei Monate nach der Infektion erfolgen.

Wer gilt als vollständig geimpft und geboostert nach einer Infektion?

Oben beschrieben sind die wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Immunisierung. Doch für viele Genesene ist die Frage, ob sie zu „2G“ oder „2G+“ zählen mindestens genauso relevant. Hier ist die Übersicht, wann man als geboostert gilt:
  • 3 x geimpft: Wer zwei Impfungen bei der Grundimmunisierung erhalten und sich in der Zwischenzeit nicht mit Corona infiziert hat, braucht noch eine dritte Dosis, um als geboostert zu gelten.
  • 1 x Johnson & Johnson + 2 x mRNA-Impfstoff: Bei dem Impfstoff von Johnson & Johnson sind nach der Grundimmunisierung (eine Dosis) ebenfalls zwei weitere Impfungen mit einem mRNA-Impfstoff nötig, um als geboostert zu gelten.
  • Genesen und zweimal geimpft: Wer eine Corona-Infektion vor der Impfung hatte, benötigt eine Impfdosis für die Grundimmunisierung. Eine zweite Dosis mit einem mRNA-Impfstoff nach drei Monaten bringt den Status „geboostert“.
  • Genesen und zweimal geimpft: Wer eine Infektion NACH der doppelten Impfung hatte, gilt drei Monate lang als geboostert.
Und hier die Info, wer als vollständig geimpft gilt:
  • 2 x mit einem mRNA-Impfstoff geimpft
  • 1 x Johnson & Johnson UND einmal mit mRNA-Impfstoff
  • Genesen + eine Impfung mit einem mRNA-Impfstoff

Corona-Warn-App zeigt 2G, 2G+ und 3G Status an

Die offizielle Corona-Warn-App des Bundes ist in einer neuen Version in der Lage, gültige Impf- oder Genesenenzertifikate sowie einen digitalen Testnachweis in einen Gesamtstatus zusammenzufassen. Das teilten die Betreiber der App, die SAP und Deutsche Telekom, in einem Blogeintrag mit. Die Version 2.16.1 war am Dienstagvormittag bereits im App-Store von Apple für das iPhone verfügbar. Für Android-Smartphones soll die Version bis zum Mittwochabend (19. Januar) zur Verfügung stehen.
Damit die unterschiedlichen Zertifikate richtig zu einem Gesamtstatus zusammengefasst werden können, müssen die Details der Nachweise übereinstimmen. Das betrifft Daten wie das Geburtsdatum, sämtliche Vornamen und die Schreibweise des Namens. In der App werden dann vier verschiedene Kombi-Anzeigen dargestellt: „2G“, „2G+“, „3G“ und „3G+“.
Nutzer der Corona-Warn-App (CWA) können über einen Schalter zwischen dem QR-Code des Impf- oder Genesenennachweises und dem Code des Testzertifikats wechseln, um etwa schnell und unkompliziert einen 2G-plus-Nachweis zu erbringen. Beide QR-Codes müssen vor Ort mit der CovPassCheck-App zusammen mit Vorlage des Personalausweises geprüft werden, wenn ein 2G-plus-Nachweis erforderlich ist.