Darauf haben viele gewartet: Der vierte Impfstoff gegen Corona ist in Sicht. Das Pharma-Unternehmen Johnson & Johnson hat die Zulassung seines neuen Impfstoffs gegen das Coronavirus bei der Europäischen Arzneimittelbehörde  EMA beantragt.

Antrag auf bedingte Zulassung von Impfstoff von Johnson & Johnson bei der EMA

Wie die in Amsterdam ansässige EMA am Dienstag berichtet, ging bei ihr ein Antrag auf "bedingte Zulassung" von der europäischen Tochtergesellschaft von Johnson & Johnson ein. Wann die EMA ihre Zusage erteilt, ist offen. Aber es wird vermutet, dass eine Entscheidung darüber bis Mitte März getroffen werden könnte.
In den USA hat die J&J-Tochterfirma Janssen Biotech bereits Anfang Februar den Antrag auf Zulassung bei der Aufsichtsbehörde FDA eingereicht.

Neuer Impfstoff von J&J im Einsatz gegen Mutationen wirksam?

Der lang erwartete Impfstoff von Johnson & Johnson soll, im Gegensatz zu anderen Herstellern, mit nur einer Spritze gegen das Coronavirus schützen. Wie stark er vor den sich ausbreitenden Mutationen B117 aus England und B1351 aus Südafrika genau wirkt, ist derzeit unklar, es gibt aber eine Studie aus Afrika.
Der J&J-Impfstoff hat nach Angaben des Unternehmens grundsätzlich eine durchschnittliche Wirksamkeit von 66 Prozent. Schwere Erkrankungen vermeide das Mittel zu 85 Prozent.
Weniger wirksam ist der Impfstoff womöglich aber bei der südafrikanischen Variante des Coronavirus: Bei den klinischen Tests in Südafrika betrug die Wirksamkeit 57 Prozent.

Eine Impfung reicht für Immunisierung gegen Coronavirus

Anders als bei den übrigen Wirkstoffen von
  • Biontech/Pfizer,
  • Astrazeneca
  • und Moderna
ist bei dem Vakzin von J&J nur eine Dosis nötig, um die Immunität zu erreichen. Außerdem kann es leichter transportiert und aufbewahrt werden: Es ist nach Unternehmensangaben mindestens drei Monate lang bei Temperaturen zwischen zwei und acht Grad haltbar. Zum Vergleich: Der Biontech-Impfstoff benötigt bei längerer Lagerung eine extrem niedrige Temperatur von minus 70 Grad.
Johnson und Johnson gehört zu den sechs Firmen, die einen Liefervertrag über Corona-Impfstoffe mit der EU haben.