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Holger Koch, seit 30 Jahren Dauercamper in Damp an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste, fasst es kurz zusammen: „Wir fühlen uns hier sauwohl.“ Sein Wohnwagen steht direkt am Wasser. Jedes Jahr verbringen seine Frau und er etwa sechs Monate auf dem Platz. Das Ehepaar aus dem Raum Celle in Niedersachsen hatte zuvor Europa mit dem Wohnmobil erkundet. Jetzt seien sie über 70 Jahre alt. „Irgendwann haben wir entschieden, dass wir beide Ruhe haben wollen.“ Die bietet der Platz, zumal in dieser Zeit. „Wir sind wahnsinnig glücklich.“

Nachfrage an touristischen Stellplätzen gestiegen

Weiter südöstlich auf der Insel Fehmarn betreibt Malte Riechey zusammen mit seinem Vater den Campingplatz Wulfener Hals. Von den 805 Standplätzen sind aktuell 265 an vermietet. Der Trend in den vergangenen Jahren sei überall an der Küste eher weg vom Dauercamping gegangen.„ Das liegt nicht an der mangelnden Nachfrage.“ Die habe sich sogar erhöht - aber die Nachfrage an touristischen Stellplätzen sei eben noch stärker gestiegen. Riechey findet, es werde Zeit, dass der normale Betrieb wieder losgeht. Im Winter hätten sie mehr als eine Millionen Euro investiert, in der Hoffnung auf eine normale Saison. Wie groß die wirtschaftliche Not sei? „Das hängt davon ab, wann es wieder losgeht.“ Der Ausfall Ostern sei hart gewesen. „Jeder Tag, der geschlossen ist, kostet uns richtig Geld.“ Die Dauerplatzerlöse können das Geschäft nicht tragen, sie machen nach Angaben des 42-Jährigen nur etwa zehn Prozent der Gesamterlöse aus. „Wir brauchen händeringend unsere Gäste.“ Der Geschäftsführer verweist auf strenge Hygienemaßnahmen, große Abstände und den beständigen Wind, der um die Wohnwagen streicht. „Wie soll man sicherer Urlaub machen?“

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Die Wartelisten für Dauercampingplätze sind lang

Auch in Niedersachsen ist die Nachfrage nach Dauercampingplätzen größer als das Angebot. Die Wartelisten sind lang. „Die aktuelle Nachfrage ist enorm, wir haben Anfragen ohne Ende“, sagte Julia Staarmann, vom Verband der Campingplatzunternehmer Niedersachsen. Im Ferien- und Erlebnispark Alfsee im Landkreis Osnabrück, wo Staarmann arbeitet, sind etwa 380 von 750 Standplätzen ganzjährig vermietet. Ganzjahresplätze sind auch im Südsee-Camp in Wietzendorf in der Lüneburger Heide gefragt. 600 von 1300 Plätzen sind ganzjährig gebucht, alle Möglichkeiten sind vergeben. Die Preise liegen zwischen 1800 und 2500 Euro plus Nebenkosten.

In Mecklenburg-Vorpommern müssen Dauercamper nachts nach Hause

In Mecklenburg-Vorpommern gelten seit Samstag strengere Regeln. Dauercamper aus anderen Bundesländern dürfen sich nicht mehr auf den Plätzen aufhalten. In einigen Regionen hatten sie wegen hoher Corona-Inzidenzen auch schon vorher die Plätze verlassen müssen. Etwa in den Landkreisen Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern-Greifswald. Wer seinen Wohnsitz in Mecklenburg-Vorpommern hat, darf nach Angaben des Landes-Campingverbandes nur tagsüber auf die Plätze, Übernachten ist verboten. Der Geschäftsführer des Campingplatzes im Ostsee-Bad Graal-Müritz, Oliver Behrens, nennt die Regelung „völlig unverständlich“. Menschen aus der sicheren Umgebung eines Campingplatzes in eine große und enge Stadt zurückzuschicken, werde von den Betroffenen als „totaler Irrsinn“ bezeichnet. „Das sorgt für großen Unmut“, sagt Behrens.