• In Mühlheim an der Donau haben sich viele Mitglieder einer Wandergruppe mit Corona infiziert
Ein Wanderausflug einer 14-köpfigen Gruppe bei Mühlheim an der Donau samt geselligem Beisammensein in einer Hütte hat in Baden-Württemberg einen sprunghaften Anstieg von Corona-Infektionen ausgelöst – und für Entsetzen bei Politikern gesorgt. Die Gruppe war am 16. Januar durch das verschneite Donautal gewandert. In der Folge ist die 7-Tage-Inzidenz Ende vergangener Woche auf fast 1000 gestiegen. Derzeit liegt der Wert immer noch bei rund 500. Im betroffenen Landkreis Tuttlingen lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen einer Woche am Mittwoch, 3. Februar bei 100,9.
„Die Wanderer stammen aus zehn Haushalten. Niemand aus der Gruppe hat sich an die Corona-Regeln gehalten, wie wir jetzt erfahren haben. Dabei haben sich Beteiligte gegenseitig angesteckt und später andere infiziert. Das muss hart bestraft werden!“, sagte der Bürgermeister der Stadt Mühlheim an der Donau, Jörg Kaltenbach (CDU), der Bild-Zeitung.
Stefan Bär, Landrat des Landkreises Tuttlingen, sagte in einer am Freitag veröffentlichten Video-Botschaft: „Aus dieser Wanderung sind – Stand heute – bereits 25 positive Fälle hervorgegangen.“ Es sei einer der massivsten Verstöße gegen die Corona-Verordnung bisher. Das Verhalten sei rücksichtslos gewesen „und grenzt an Selbstherrlichkeit“.

Wanderer haben auf der Arbeit Kollegen mit Corona angesteckt

„Wir wissen auch, dass Personen aus dieser Gruppe, die positiv getestet waren und in Quarantäne, in ihre Betriebe gegangen sind und dort weitere Personen angesteckt haben“, so der Landrat. Die Polizei ermittle, die Staatsanwaltschaft sei eingeschaltet. „Es geht nicht mehr nur um Bußgeld, sondern um Straftatbestände, die zu prüfen sind“, sagte Bär.
In einer am Montag im Internet veröffentlichten Erklärung des Mühlheimer Gemeinde- und Ortschaftsrats zu dem Corona-Regelverstoß heißt es, es seien offenkundig auch bewusst falsche und unvollständige Angaben bei der Kontaktnachverfolgung gemacht worden. Die Wanderung sei ein „massiver und vollkommen inakzeptabler Verstoß gegen die Coronaverordnung“. Der Vorfall habe dem Ansehen der Stadt und des Landkreises stark geschadet.
Bürgermeister Kaltenbach sagte dem SWR mit Blick auf die Konsequenzen für die Corona-Regelbrecher: Es gebe eine klare Erwartungshaltung, „dass man sich hier im allerobersten Rahmen bewegt, dass es weh tun muss und eine abschreckende Wirkung hat“.