Corona Ausflug Regeln
: Polizei wird Alpenregionen zum Jahreswechsel verstärkt kontrollieren

Viele Tagestouristen zieht es auch im Lockdown in die Alpen. Die Polizei rüstet sich zum Jahreswechsel für weiteren Ausflugsverkehr. Ein Landrat einer betroffenen Region hofft gar auf Hilfe der Staatsregierung. Doch ein Wanderverbot wird es nicht geben.
Von
Uwe Keuerleber mit lby
Miesbach
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Deutschlandweit wird aus Wintersportgebieten reger Andrang gemeldet.

DPA
  • Nach dem Andrang von Tagesausflüglern um Weihnachten will die bayerische Polizei in den Alpenregionen zum Jahreswechsel verstärkt kontrollieren.
  • Die Polizeipräsidien Oberbayern Süd und Schwaben Süd/West kündigten an, in beliebten Ausflugsregionen mehr Präsenz zu zeigen und Parkverbote zu kontrollieren.
  • Ausflügler werden aufgefordert, Fahrten in viel besuchte Gebiete zu überdenken. Allerdings:
  • Ein Wanderverbot wird es nicht geben.
  • Ausflugs–Ticker für Oberbayern

Kilometerlange Staus auf Zufahrtsstraßen

Besonders betroffen ist nach Angaben der Polizei die Gegend um Spitzing– und Schliersee in Oberbayern. Dort seien öffentliche Parkplätze in den letzten Tagen oft schon am frühen Vormittag belegt gewesen, auf den Zufahrtsstraßen würden sich kilometerlange Staus bilden. Zudem hätten Besucher in verbotenen Bereichen geparkt. „Das ist aber nicht so außergewöhnlich“, sagte ein Polizeisprecher. „Es gab erheblichen Ausflugsverkehr — wie an allen anderen Wochenenden auch.“ Dennoch forderte die Polizei dazu auf, jede Fahrt in das Gebiet zu überdenken: „Wägen Sie vor Fahrtantritt bitte gründlich ab, ob Sie für Ihren Ausflug unbedingt Ihren Wohnort verlassen müssen!“

Geöffnet sind Skigebiete derzeit in Österreich und der Schweiz, in Bayern sind sie ausnahmslos geschlossen.

Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Kein Wander– und Wintersportverbot

Im Lockdown sind alle Skigebiete in Bayern geschlossen. Doch viele Menschen gehen mit Schlitten und Tourenski in die Berge. Der Miesbacher Landrat Olaf von Löwis (CSU) forderte Ausflügler auf, zu Hause zu bleiben: „Seien Sie verantwortungsvoll den Landkreisen an der Alpenkette und deren Bewohnern gegenüber!“ Zuvor hatte er wegen des Andrangs von Tagesausflüglern per SMS einen Hilferuf an Ministerpräsident und Parteikollege Markus Söder geschickt: „Es brennt wirklich.“ Ein Wander– und Wintersportverbot plant die Staatsregierung aber nicht. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte auf die bayerische Verfassung verwiesen: „Auf der anderen Seite gibt es das Recht auf freien Genuss der Natur nach unserer Verfassung“, sagte der CSU–Politiker im Bayerischen Rundfunk. „Und die Menschen dürfen wandern gehen, sie dürfen spazieren gehen.“

Touristen–Hotspot — Situation im Landkreis Miesbach dramatisch

Die Situation im Landkreis Miesbach ist wegen der Massen an Tagestouristen dramatisch. Meine dringende Bayerns Landtagspräsidentin Ilse Aigner bittet die Menschen in München und Umgebung: Unternehmen Sie Ausflüge in ihre nächste Umgebung und verzichten auf eine Fahrt in die Berge, um den Erfolg der Corona–Maßnahmen nicht zu gefährden.“