In der Corona-Krise setzt Baden-Württemberg ab der kommenden Woche auf ein Ampelsystem für Institutionen und Veranstaltungen, mit dem gekennzeichnet wird, was erlaubt ist und was verboten bleibt. Damit sollten der Allgemeinheit Orientierungshilfen gegeben werden, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Dienstag in Stuttgart. Massenveranstaltungen blieben nach diesem Schema bis auf Weiteres auf Rot, die Gastronomie könne jedoch bei einem gelben Status auf eine baldige Wiedereröffnung hoffen.

Corona in Baden-Württemberg: Ministerien über Ampel informiert

Die zuständigen Ministerien seien gerade dabei, den Plan im Detail auszuarbeiten, sagte Kretschmann. Einem klaren Zeitplan für die anstehenden Lockerungen erteilte er zugleich eine Absage. Er stehe zusammen mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) "weiter für eine Öffnung mit Augenmaß", sage Kretschmann.

Der baden-württembergische Regierungschef kündigte jedoch an, ab der kommenden Woche wieder kontaktlose Sportarten im Freien zu erlauben. Im Ampelsystem könnten damit etwa Tennis, Leichtathletik und Golf auf Grün gesetzt werden.

Coronavirus BW: Landesregierung stützt sich auf Reproduktionszahl

Stuttgart stützt diese Entscheidung auf die Reproduktionszahl, die im Südwesten zuletzt mit 0,7 unter dem Bundestrend lag. Auch die statistische Zahl der Ansteckungsverdopplungen wies in Baden-Württemberg mit 65 Tagen eine positiven Trend auf.

Vor Schalte mit Merkel: Bayern und Baden-Württemberg stellen Lockerungen vor

Am Dienstag - einen Tag vor einer weiteren Telefonschalte von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Bundesländer - haben sowohl Bayern als auch Baden-Württemberg weitere Lockerungen der bestehenden Corona-Regeln in Aussicht gestellt.

Merkel ihrerseits forderte am Dienstag angesichts der verschiedentlich von den Bundesländern geplanten Lockerungen eine Obergrenze für Neu-Infektionen. Kanzleramtschef Helge Braun telefonierte dazu laut einem „Bild“-Bericht offenbar mit den Staatskanzleien der Bundesländer.