• In Deutschland ist die Corona-Inzidenz wieder dreistellig. Die Impfquote wiederum ist zu niedrig, um an Herdenimmunität zu denken
  • Corona-Maßnahmen wie die 3G-Regel gelten seit Monaten für viele Bereiche
  • Immer mehr rückt jedoch die 2G-Regel in den Fokus: In vielen Bundesländern wird sie bereits für Veranstaltungen angewendet
  • Mehr und mehr wird sie auch als Maßnahme im Einzelhandel in Betracht gezogen
  • Wo gilt die 2G-Regel bereits für den Handel? Können Supermärkte auf 2G setzen?
  • Alle Infos zur 2G-Regel beim Einkaufen im Supermarkt gibt es hier
Hamburg führte im August als erstes Bundesland in Deutschland die 2G-Option ein. Bars, Kinos, Konzerte: Veranstalter und Wirte können durch „2G“ wählen, ob sie nur noch Geimpfte und Genesene einlassen. Viele Bundesländer zogen seither nach. Doch ist die 2G-Regel auch im Handel denkbar?

2G-Regel Supermarkt: In welchen Bundesländern 2G beim Einkaufen gilt

Mitte Oktober hatte das Land Hessen erklärt, dass das 2G-Optionsmodell auf den gesamten Einzelhandel ausgeweitet werde, also auch auf den Lebensmittel-Einzelhandel. Betreiber im Kultur-, Gastronomie- und Veranstaltungsbereich konnten bereits vorher die 2G-Regel anwenden. Wer nur Geimpfte und Genesene in seine Räume oder Läden lässt, darf auf die Abstands- und Maskenpflicht verzichten.
Auch in Niedersachsen ist es für Einzelhändler möglich, die 2G-Option anzuwenden, sodass Nicht-Geimpfte selbst mit Test keinen Zutritt hätten. Doch um Tragen kommt es wohl nicht.
Auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat sich gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland gegen eine 2G-Regelung in Supermärkten ausgesprochen: „Der Zugang zu Grundnahrungsmitteln und anderen Produkten zur Grundversorgung muss allen Menschen offenstehen, auch Ungeimpften.“

2G-Regel in Hessen: Will der Handel 2G nutzen?

Für vier von fünf Handelsbetrieben in Hessen ist das sogenannte 2G-Modell einer Umfrage zufolge keine Option. Lediglich Unternehmen mit beratungsintensiven Sortimenten - wie Brautmoden- und Fotofachgeschäfte oder Optiker - können sich mehrheitlich vorstellen, nur noch Corona-Geimpfte und Genesene in ihren Läden zu empfangen. Das geht aus einer am Freitag abgeschlossenen Blitz-Umfrage des Handelsverbands Hessen hervor.
Dieser hatte nach der Stimmung unter seinen Mitgliedern gefragt, nachdem Hessen das 2G-Optionsmodell auf den gesamten Einzelhandel ausgeweitet hat. Bis dahin war dieses Zugangsmodell im Handel ausschließlich bei Veranstaltungen erlaubt. Wie viele Händler an der Stichprobe teilnahmen, war zunächst nicht bekannt.
Die Umfrage des Handelsverbands deckt sich weitgehend mit der Einschätzung der Landesregierung. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hatte bereits zum Start der neuen Verordnung gesagt, er gehe davon aus, dass Geschäfte des alltäglichen Bedarfs eher keinen Gebrauch von dem Optionsmodell machen.

2G im Einzelhandel in Hamburg

Mitte Oktober weitete Hamburg die 2G-Regelung auf Friseure, andere körpernahe Dienstleistungen und Teile des Einzelhandels aus. So könnten die Betreiber selbst entscheiden, ob sie künftig nach 2G, also geimpfte und genesenen ohne Maske, oder weiter auch ungeimpfte Kunden, dann aber mit Maske, bedienen wollen. Ausgenommen von der Wahlmöglichkeit sind Läden für den täglichen Bedarf wie der Lebensmitteleinzelhandel, Drogerien und Apotheken. Dort sollen auch künftig Ungeimpfte einkaufen können.

Handelsverband lehnt bundesweite 2G- oder 3G-Beschränkungen im Handel ab

Der Handelsverband Deutschland (HDE) hat bundesweite Corona-Zugangsbeschränkungen für Geschäfte abgelehnt. Gerade in Läden mit hohen Kundenfrequenzen wie dem Lebensmittelhandel, bei Möbel- oder Bekleidungsgeschäften ergebe eine 3G- oder 2G-Regelung keinen Sinn, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Die Kontrolle der Impfpässe und der Tests würde bei diesen Branchen zu langen Schlangen vor den Geschäften führen."
Warteschlangen seien jedoch aus Pandemie-Gründen unbedingt zu vermeiden. „Die Anwendung von 2G oder 3G sollte jedem Händler selbst überlassen werden", forderte Genth.

2G im Supermarkt? So reagieren Kaufland, Aldi, Lidl und Rewe

Können Supermärkte Kunden zukünftig nur noch mit Impfpass und Genesenennachweis zulassen? Die Einzelhändler selbst lehnen diesen Ausschluss Ungeimpfter wohl weitgehend ab. Kaufland etwa hat auf Nachfrage von echo24.de erklärt: „Als Lebensmitteleinzelhändler, der die Grundversorgung sicherstellt, sind wir von der 2G-Regelung nicht betroffen. Wir werden diese weder in noch außerhalb Hessens umsetzen. In unseren Filialen gelten nach wie vor die bekannten Abstands- und Hygieneregeln sowie die Maskenpflicht.“
Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtet, das bei großen Supermarkt-Ketten nachgefragt hatte, hätten sich die bisherigen regeln in den Märkten gut bewährt. „Zutrittsbeschränkungen zu den Märkten von Aldi Nord im Sinne einer 2G- oder 3G-Regelung sind derzeit nicht geplant“, heißt es in einer Stellungnahme von Aldi Nord, zittiert das RND. Auf dessen Nachfrage schrieb auch Lidl: „Wir werden keine 2G-Regelung in unseren Filialen einführen.“
Auch bei Rewe-Geschäften hatte das Redaktionsnetzwerk Deutschland nachgefragt und folgende Stellungnahme erhalten: „Die Märkte der Rewe Group (Rewe, Penny, Toom Baumarkt) werden diese Möglichkeit des 2G-Optionsmodells in Hessen nicht nutzen“.