Der Cartoonist Uli Stein ist tot. Der international bekannte Künstler sei vor einer Woche in seinem Haus bei Hannover gestorben, sagte Katja Seifert, Vorstand der Uli-Stein-Stiftung für Tiere in Not, am Freitag.

Uli Stein an Parkinson erkrankt

Stein litt den Angaben zufolge unter der Parkinson-Krankheit, sein Tod sei für sein Umfeld dennoch überraschend gekommen. Der ehemalige Journalist veröffentlichte ab Anfang der 80er Jahre seine ersten Zeichnungen, die ihm rasch vor allem durch einen frechen Humor bekannt machten.
„Konsum-Gedöns“ lehnte er ab, provokative Thesen liebte er: Der Cartoonist Uli Stein. „Ich mag Tiere lieber als Menschen“, sagte er einmal, oder: „Es gibt so viele Idioten unter den Menschen.“ Auch hasste er die Stadt, wollte aber auf Hannover nichts kommen lassen. So lebte er zurückgezogen im Umland von Hannover. Beerdigt wurde er auf eigenen Wunsch im engsten Freundeskreis in Hannover. Stein hinterlässt keine Familie

Stein wird mit Cartoons in der ganzen Welt berühmt

Die von Stein gezeichneten Mäuse, Katzen, Hunde und Pinguine sind nach Angaben der von ihm gegründeten Stiftung auf fast 200 Millionen Postkarten in über 13 Millionen Büchern verewigt. Seine Cartoons erschienen europaweit.
Seine Tierillustrationen machten Stein berühmt.
Seine Tierillustrationen machten Stein berühmt.
© Foto: dpa
„Ich möchte den Leuten Spaß machen, sie unterhalten und ihnen schöne Momente geben in trüben Zeiten oder auch in guten Zeiten“, sagte Stein 2009 in einem Interview. Neben dem Zeichnen pflegte er seit vielen Jahren eine weitere Leidenschaft: das Fotografieren. Beim Zeichnen macht es Spaß, Tiere in menschliche Situationen zu versetzen. Wenn ein Huhn in eine Videothek kommt, was passiert dann?“, erklärte Stein vor einigen Jahren im Wohnzimmer seines Hauses in der Wedemark. Hier produzierte er Cartoons, schrieb Tagebuch und fotografierte Hunde im Studio sowie Eichhörnchen vor dem Fenster.
Als Eigenbrötler sah er sich aber nicht: „Ich lebe ein bisschen zurückgezogen. Ehrlich gesagt hasse ich die Stadt. Nichts gegen Hannover, das ist eine schöne, unterschätzte Stadt, aber mir sind da zu viele Leute“, sagte er einmal. Als junger Mann war er weniger menschenscheu.

Stationen von Uli Steins Leben

  • Stein wurde am 26. Dezember 1946 in Hannover geboren.
  • Er studierte in Berlin und arbeitete parallel als freier Fotograf und Texter für Zeitungen.
  • Kurz vor dem Examen brach er sein Lehramtsstudium ab, um hauptberuflich Journalist zu werden.
  • Seit Ende der 1970er Jahre konzentrierte er sich ganz auf das Zeichnen.
  • Mitte der Siebziger Jahre wurde er als Cartoonist bekannt
  • seine Cartoons erschienen in über 100 Zeitschriften und Magazinen in ganz Europa
  • 1982 kamen erste Postkarten und Bücher von Uli Stein auf den Markt
  • Allein im deutschsprachigen Raum sind bislang fast 200 Millionen Postkarten und mehr als 11 Millionen Bücher verkauft worden
  • 2018 gründete Stein den Angaben zufolge die „Uli Stein Stiftung für Tiere in Not“. Sie unterstützt Organisationen im In- und Ausland, die sich für Tierschutz und -rettung einsetzen, vom unterfinanzierten Tierheim bis zum Gnadenhof. Stein hinterlässt keine Familie.