Blitzer-Marathon in BW: Was Autofahrer im Südwesten zum Beginn der Blitzerwoche wissen müssen

Eine Polizistin misst mit einem Laser die Geschwindigkeit eines Autos. Im Rahmen von Aktionswochen führt die Polizei regelmäßig Geschwindigkeitskontrollen für mehr Sicherheit im Straßenverkehr durch.
Daniel Bockwoldt/dpa/Symbolbild- Bundesweiter Blitzermarathon startet: Eine Woche lang mehr Tempokontrollen.
- Haupttag ist der Mittwoch (15. April) – fast alle Länder dabei, außer Saarland.
- Fokus auf unfallträchtige Strecken sowie Schulen, Krankenhäuser und Baustellen.
- Ziel ist mehr Bewusstsein für Tempoverstöße; Sanktionen wie Bußgeld, Punkte, Fahrverbot.
- Studie sieht nur kurzzeitigen Effekt, ADAC lobt Sensibilisierung; nächste „Speedweek“ 3.–9. August.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
In dieser Woche schaut die Polizei Autofahrern besonders genau auf den Tacho. Beim sogenannten Blitzer-Marathon von Montag bis Sonntag finden laut ADAC bundesweit verschärfte Geschwindigkeitskontrollen statt. Haupttag der „Speedweek“ ist der Mittwoch (15. April). Fast alle Bundesländer beteiligen sich – als einziges Land bleibt das Saarland außen vor.
Wer einmal unaufmerksam war und zu spät auf das Ortsschild geachtet hat, kennt als Autofahrer das mulmige Gefühl nach einem Lichtblitz: War da gerade eine Radarfalle? In dieser Woche ist die Wahrscheinlichkeit dafür, geblitzt zu werden, besonders hoch.
Bis zum Sonntag (19. April) findet bundesweit die sogenannte Speedweek statt – das ist eine koordinierte Kontrollaktion, bei der Polizei und Behörden gezielt Autofahrer ins Visier nehmen, die zu schnell fahren. Auch Baden-Württemberg ist dabei.
Was Autofahrer wissen müssen und welche Strafen bei Verstößen drohen, zeigt der folgende Überblick:
Was ist die Speedweek?
Die Speedweek ist eine vom europäischen Polizeinetzwerk Roadpol europaweit abgestimmte Aktion. Jedes Jahr im April und im August finden Kontrollwochen statt, bei denen die Polizei die Geschwindigkeit auf den Straßen in weiten Teilen Deutschlands strenger überwacht.
Der Blick in die Unfallstatistik zeigt: Im vergangenen Jahr starben insgesamt 2814 Menschen auf Deutschlands Straßen – rund zwei Prozent mehr als 2024 (2770 Todesopfer), wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Ergebnissen mitteilte.
Was passiert im Südwesten?
In Baden-Württemberg wird von Montag bis Freitag ein verstärkter Fokus auf die Tempo-Überwachung gelegt, wie ein Sprecher des Innenministeriums mitteilte. Höhepunkt der Aktionswoche soll am Mittwoch (15.4.) sein. Mit Laserhandmessgeräten, Geschwindigkeitsgroßmessgeräten, Videofahrzeugen und Blitzer-Anhängern wollen Polizei und Kommunen dann Temposünder erwischen.
Wo soll geblitzt werden?
Dazu äußert sich das Innenministerium nicht. Laut ADAC soll sowohl auf Autobahnen und Bundesstraßen als auch innerorts geblitzt werden. Außerdem könnten Blitzer an unfallträchtigen Streckenabschnitten oder in Gebieten mit besonderer Gefährdungslage – vor Schulen, Altenheimen, an Krankenhäusern oder Baustellen – aufgestellt werden. Da es sich bei der Speedweek um eine europaweite Aktion handelt, sollten Autofahrer aus Baden-Württemberg nicht nur auf heimischen Straßen, sondern auch im Ausland sowie in den Nachbarbundesländern verstärkt auf Blitzer achten.
Warum gibt es die Speedweek?
Ziel des Blitzermarathons ist es, die Menschen für die Gefahr von überhöhter Geschwindigkeit zu sensibilisieren. Laut Innenministerium ist das beim Autofahren die Unfallursache Nummer Eins bei schweren und tödlichen Verkehrsunfällen. „Leider stirbt jeden Tag ein Mensch auf baden-württembergischen Straßen – und die Hauptursache ist überhöhte Geschwindigkeit“, erklärt Innenminister Thomas Strobl (CDU).
Ist die Speedweek überall einheitlich?
An der Speedweek im April nehmen laut ADAC alle deutschen Bundesländer außer dem Saarland teil. Trotzdem verläuft die Speedweek nicht überall gleich. Baden-Württemberg etwa kontrolliert nur bis Freitag, Hessen und Rheinland-Pfalz dagegen blitzen auch am Wochenende noch verstärkt. Der Mittwoch ist auch nicht überall ein Schwerpunkttag – Niedersachsen, Hamburg und Nordrhein-Westfalen etwa beteiligen sich daran nicht. In einigen Bundesländern wie Bayern werden die genauen Standorte der Blitzer traditionell vorab bekanntgegeben.
Wie effizient ist die Maßnahme?
Beim jüngsten Blitzermarathon im Südwesten wurden insgesamt 66.585 Verstöße festgestellt. Fast 800 Menschen mussten laut Innenministerium danach ihren Führerschein zeitweise abgeben. Das Innenministerium macht aber keine Angaben dazu, für wie wirkungsvoll es die Speedweek hält.
Ein Sprecher des ADAC erklärte, solche Blitzer-Aktionswochen leisteten einen Beitrag zur Verkehrssicherheit. Sie machten den Menschen die Risiken von zu schnellem Fahren bewusst. Der Sprecher stellte aber auch klar: „Eine solche Woche alleine schafft nicht sofort alle Risiken im Straßenverkehr dauerhaft aus der Welt.“ Wichtiger sei es, dass alle Menschen stets aufmerksam im Straßenverkehr unterwegs seien.
Effekt umstritten
Ob Blitzermarathons dauerhaft etwas bewirken, ist allerdings umstritten. Eine Studie der Universität Passau, die alle 1,5 Millionen polizeilich gemeldeten Verkehrsunfälle zwischen 2011 und 2014 auswertete, kam zu dem Ergebnis, dass temporär verstärkte Kontrollen Fahrer und Fahrerinnen nur kurzfristig zur Einhaltung der Regeln brächten. Dauerhaft niedrigere Unfallzahlen erziele vor allem eine dauerhafte Geschwindigkeitsbegrenzung.
Darf man Blitzer-Apps verwenden?
Wer überlegt, sich für den anstehenden Blitzermarathon mit einer Blitzer-App oder einem Radarwarner auszurüsten, sollte diesen Gedanken besser verwerfen. „In Deutschland ist jede automatisierte Warnung vor Geschwindigkeitsmessanlagen verboten“, erklärt der ADAC-Sprecher dazu. Nicht einmal ein Beifahrer dürfe während der Fahrt einen solchen Blitzer-Warner benutzen. Auch die Blitzer-Warnfunktion bei Navigations-Apps und im Navi sollte man besser ausschalten.
Verwendet man doch einen dieser Blitzer-Warner, sei das eine Ordnungswidrigkeit, bei der ein Bußgeld von 75 Euro und ein Punkt in Flensburg drohe.
Was passiert, wenn man doch geblitzt wird?
Wer mit zu hohem Tempo erwischt wird, muss mit erheblichen Strafen rechnen. Wie teuer es wird, hängt davon ab, wo und mit wie viel km/h zu viel auf dem Tacho man geblitzt wurde. Innerorts sind die Strafen in der Regel höher als außerorts. Bereits wenn man 16 Kilometer pro Stunde zu schnell fährt, drohen mindestens 70 Euro Bußgeld. Mit mehr als 26 km/h zu viel innerorts sind es 180 Euro, ein Punkt und bei Wiederholungstätern sogar Fahrverbot.
Wer mit mehr als 51 Kilometern pro Stunde innerorts unterwegs ist, der muss 560 Euro Strafe zahlen. Der Führerschein ist danach für zwei Monate weg und es gibt zwei Punkte in Flensburg. Wenn andere Menschen durch die Raserei gefährdet wurden, kommen auch noch strafrechtliche Konsequenzen hinzu. Genauere Informationen gibt es beim ADAC-Bußgeldrechner.




