Bundesweite Bahn-Störung: Wie läuft es für Reisende am Morgen danach?

Die Störung bei der Deutschen Bahn ist zwar nach Unternehmensangaben behoben – doch es kommt weiter zu Folgeverspätungen und kurzfristigen Fahrtausfällen.
Jason Tschepljakow/dpa- Deutschlandweite Bahn-Störung behoben, doch es gibt Folgeverspätungen und Ausfälle.
- Auslöser laut Sicherheitskreisen wohl fehlerhaftes Software-Update, kein Hinweis auf Cyberangriff.
- Erste Züge fuhren kurz nach Mitternacht wieder – der Verkehr lief am Morgen schrittweise an.
- Viele Bahnhöfe melden normalen Betrieb, vereinzelt längere Verspätungen wie ein ICE mit fast 6 Stunden.
- Ein Fahrgast saß über elf Stunden im ICE von Mannheim nach Berlin und kam erst um 7.38 Uhr an.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Am Morgen nach der deutschlandweiten Störung bei der Deutschen Bahn (DB) haben einige Fahrgäste eine ziemlich lange Nacht hinter sich. „Wir waren jetzt mehr als elf Stunden in dem Zug drin“, sagt Cziczi, als er am Berliner Hauptbahnhof aus dem ICE steigt. In Mannheim sei er am Dienstagabend mit seinen Freunden in den Zug gestiegen.
„Wir hätten um 1.54 Uhr ankommen sollen und sind jetzt um 7.38 Uhr angekommen.“ Das Zugpersonal hätte sie auf dem Laufenden gehalten. Was wirklich passiert sei, hätten sie aber im Internet durch eine kurze Google-Suche erfahren.
Ist ein fehlerhaftes Software-Update für den Ausfall verantwortlich?
Eine deutschlandweite Störung des digitalen Bahnfunksystems GSM-R hatte bei der DB am Dienstagabend für rund zwei Stunden Stillstand verursacht. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen wird davon ausgegangen, dass ein fehlerhaftes Software-Update das Problem verursacht hat. Hinweise auf einen Cyberangriff als Ursache wurden nach dpa-Informationen nicht festgestellt.
Die Deutsche Bahn habe einen Angriff schon relativ früh für sehr unwahrscheinlich gehalten, hieß es. Etliche Reisende waren von den Ausfällen betroffen. Kurz nach Mitternacht wurde das Problem behoben. Gegen 0.30 Uhr fuhren die ersten Züge wieder. Danach lief der Verkehr am frühen Morgen Schritt für Schritt wieder an.
Manche haben von der Störung nichts mitbekommen
An vielen deutschen Bahnhöfen ist am Morgen nicht viel von der massiven Störung zu spüren, obwohl es – wie auch sonst häufig – einige Verspätungen gibt. Am Berliner Hauptbahnhof herrscht entspanntes Treiben ohne volle Bahnsteige und Getümmel. Gegen 7 Uhr gibt es einige wenige Ausfälle. Er habe nichts von dem Ausfall mitbekommen, sagt ein Fahrgast aus Berlin, der nach Baden-Württemberg will.
Ein Mitarbeiter am Serviceschalter berichtet, seine Kollegen in der Nacht hätten viel zu tun gehabt. Seit seinem Schichtbeginn um 5.30 Uhr sei es relativ ruhig, aber einige Menschen hätten sich natürlich nach Ausfällen und Verspätungen im Kontext der Bahnstörung erkundigt.
In Karlsruhe bilden sich statt am DB-Infocenter Schlangen vor den Bäckerei-Büdchen. Laut Anzeigetafel hat nur ein Zug Verspätung - der dafür gehörig.

Eine Informationsanzeige auf Gleis 3 des Berliner Hauptbahnhofs weist darauf hin, dass der ICE 274 aus Basel mit fast sechs Stunden Verspätung unterwegs ist.
Michael Ukas/dpaWenige Auswirkungen auf Bahnhöfe
Der Bahnverkehr in Nordrhein-Westfalen läuft wieder weitgehend normal. Am Duisburger Hauptbahnhof waren einige Züge leicht verspätet, Ausfälle gab es aber fast keine. „Alles läuft wie immer“, sagte eine Pendlerin. Von dem Ausfall in der Nacht hatte sie noch gar nichts gehört.
An den anderen Bahnhöfen im bevölkerungsreichsten Bundesland war das Bild ähnlich: In Köln und Düsseldorf lief der Betrieb völlig normal, wie Reporter der Nachrichtenagentur dpa berichten. In Köln gab es einige Verspätungen von bis zu 15 Minuten und ganz wenige Zugausfälle. In Dortmund waren laut Abfahrtsmonitor noch einige ICE aus der Nacht mit mehreren Stunden Verspätung unterwegs, der Regionalverkehr am Morgen lief aber ohne große Probleme an.
Für Cziczi und seine Freunde am Berliner Hauptbahnhof geht es wie für viele andere an diesem Morgen weiter zum Fusion-Festival an die Mecklenburgischen Seenplatte. Natürlich sei er müde, sagt der 29-Jährige. Gut drauf ist er trotzdem. Kurze Bilanz für seine elfstündige Stop-and-go-Fahrt nach Berlin? „War interessant auf jeden Fall.“

