Funkstörung legt Bahnverkehr lahm: Ursache für Ausfall identifiziert – erste Züge fahren wieder

Vor den Serviceschaltern bildeten sich lange Schlangen.
Andreas Arnold/dpa- Bahnverkehr in Deutschland steht still – Ursache ist eine bundesweite Funkstörung.
- Die Deutsche Bahn bestätigte den Ausfall am Abend auf Anfrage der dpa.
- Alle Züge werden vorläufig an Bahnhöfen zurückgehalten, es fahren derzeit keine.
- Weitere Informationen sollen folgen; genaue Hintergründe sind noch offen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Erste Züge der Deutschen Bahn sind nach dem bundesweiten Ausfall wieder losgefahren. Das bestätigten mehrere dpa-Reporter aus den Zügen. DB Regio Mitte und die S-Bahn Berlin teilten online mit, dass der Zugverkehr wieder aufgenommen werde. „Bis sich der Bahnverkehr wieder normalisiert hat, muss bis mind. 24.06.2026 - 6 Uhr mit hohen Folgeverspätungen und kurzfristigen Fahrtausfällen gerechnet werden“, teilte DB Regio Mitte auf der Plattform X mit.
Die Deutsche Bahn hat die Ursache der Störung, die zu einem bundesweiten Stopp des Zugverkehrs geführt hat, zwischenzeitlich identifiziert. „Die Kolleginnen und Kollegen arbeiten intensiv an einer Lösung“, teilte ein Bahn-Sprecher der dpa mit. Genauere Informationen zur Ursache gab es zunächst nicht.
Der Bahnverkehr war am späten Dienstagabend wegen einer Funkstörung eingestellt worden. Den Angaben des Sprechers zufolge war der digitale Bahnfunk GSM-R gestört.
Was ist GSMR?
GSMR – Global System for Mobile Communications – ist ein digitales Mobilfunksystem. Es baut auf dem Mobilfunkstandard GSM auf, wurde jedoch für die Verwendung bei Eisenbahnen erweitert. Es dient der Kommunikation zwischen Leitstellen und Zügen. Da das GSMR ein spezieller Mobilfunkstandard ist, sollte es eigentlich ausfallsicherer sein und vor Überlastungen des regulären Mobilfunks schützen.
„Alle Züge stehen still und wir rechnen damit, dass heute Nacht nichts mehr fährt“, sagte Metronom-Sprecher Simon Märtens der Nachrichtenagentur AFP. Das Unternehmen, das Nahverkehrszüge in Niedersachsen, Bremen und Hamburg betreibt und ebenfalls von der Störung betroffen ist, rät Kunden, „heute definitiv keine Bahnreisen mehr anzutreten“ oder sich nach alternativen Fortbewegungsmitteln umzusehen.“
Was derzeit noch unklar ist (Stand 23.30 Uhr)
- Wie lange dauert die Störung?
- Was bedeutet die Störung des digitalen Bahnfunks?
- Inwieweit ist das Ausland von der Störung betroffen?
- Wann läuft der Bahnverkehr wieder normal?
- Gibt es Folgeschäden oder weitere technische Probleme?
- Kann ein Anschlag ausgeschlossen werden?
Zunächst war die Ursache für den Ausfall unklar. „Wir versuchen jetzt, die Züge in die Bahnhöfe zu bekommen, damit die Reisenden aussteigen können. Und dann müssen wir das Problem, das wir noch nicht kennen, beheben“, äußerte sich die Chefin der Deutschen Bahn, Evelyn Palla, am Abend gegenüber der „Bild“-Zeitung.

An zahlreichen Bahnhöfen in Deutschland haben sich vor den Informationsschaltern lange Schlangen gebildet.
Christoph Reichwein/dpaAuch S-Bahnen betroffen
Betroffen sind in einigen Städten auch S-Bahnen, die von der Deutschen Bahn betrieben werden, ebenso Privatbahnen und auch der Güterverkehr, der vor allem abends und nachts unterwegs ist.
Auch alle S-Bahnen in Stuttgart stehen still. „Derzeit werden alle S-Bahnen im gesamten S-Bahn-Netz an den Bahnsteigen zum Halten gebracht“, teilte die S-Bahn Stuttgart auf X mit. „Prüft in der Reiseauskunft eure Verbindung auf alternative Verkehrsmittel. Wir geben euch Bescheid, sobald wir neue Informationen haben und einschätzen können, wie lange die Störung dauert.“ Immerhin die U-Bahn scheint zu fahren.
Auch in München und Berlin geht nichts mehr in Sachen S-Bahn. „Bitte nutzen Sie zur Umfahrung die Verkehrsmittel der BVG“, hieß es in der Hauptstadt. Am Berliner Hauptbahnhof war auf Durchsagen zu hören, dass auch der Fernverkehr eingestellt sei.
Wer in Hamburg lebt und die S-Bahn nutzen will, hat dagegen Glück: Dort fährt sie.
Bahn gibt Taxi- und Hotelgutscheine aus
Die Deutsche Bahn gibt aufgrund des kompletten Stopps des Zugverkehrs Taxi- und Hotelgutscheine an die Reisenden aus. „Dort, wo es möglich ist, werden Aufenthaltszüge zur Verfügung gestellt“, sagte ein Bahn-Sprecher. „Die DB entschuldigt sich bei den Reisenden für die Situation.“
