In Bayern ist eine sehr seltene Infektion mit dem Borna-Virus nachgewiesen worden. In Deutschland kommt diese Krankheit nur in wenigen Einzelfällen bei Menschen vor. Dennoch fragen sich einige, nachdem ein Fall bekannt wurde, worum es sich bei diesem Virus genau handelt. Alle Infos dazu gibt es hier in der Übersicht.

Was ist das Borna-Virus?

Das Borna Disease Virus 1 (BoDV-1) ist laut des Robert-Koch-Institus (RKI) schon seit Langem als Erreger der Borna’schen Krankheit bei Pferden, Schafen und anderen Säugetieren in Mitteleuropa bekannt. Das Virus wurde 2018 nach RKI-Angaben erstmalig als Ursache für schwere Gehirnentzündungen (Enzephalitiden) beim Menschen nachgewiesen.

Infektion mit dem Borna-Virus in Mühldorf in Bayern nachgewiesen

Im Landkreis Mühldorf am Inn in Bayern hat sich ein Mensch mit dem seltenen Borna-Virus infiziert. Der Fall sei im westlichen Teil des Landkreises aufgetreten, teilte das Landratsamt am Dienstag, 7. Juni 2022, mit. Weitere Informationen zu der Infektion gab der Kreis nicht bekannt. Das Landratsamt steht nach eigenen Angaben in Kontakt mit dem bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), das den aktuellen Fall in seiner Forschung berücksichtigen werde. Im Landkreis Mühldorf am Inn waren in den vergangenen drei Jahren zwei weitere Borna-Virus-Infektionen bekanntgeworden.

Übertragung auf den Mensch: Wie infiziert man sich mit dem Borna-Virus?

Die Feldspitzmaus, bei der die Infektion keine schweren Symptome verursacht, ist der einzige bekannte Wirt des Erregers. Die Spitzmäuse scheiden das Borna-Virus in Urin, Kot und Speichel aus. Darüber können sich andere Säugetiere – und in seltenen Fällen – auch der Mensch anstecken.

Diese Symptome sind typisch bei einer Infektion mit dem Borna-Virus

Vorab: Das Borna-Virus ist extrem selten bei Menschen. Nachdem ein Fall aus Bayern bekannt wurde, suchen manche dennoch nach Informationen zur Krankheit. Welche Symptome sind dabei typisch? Nach Angaben des Robert-Koch-Institus sind bei den meisten der bisher bekannten Patienten am Anfang Kopfschmerzen, Fieber und ein allgemeines Krankheitsgefühl aufgetreten. Im Anschluss daran sei es laut RKI bei allen Fällen zu neurologischen Symptomen, wie Verhaltensauffälligkeiten und Sprach- und Gangstörungen, und im weiteren Verlauf innerhalb von Tagen oder wenigen Wochen zum Koma gekommen.

Ist das Borna-Virus gefährlich oder sogar tödlich?

Es sind extrem wenige Fälle der Krankheit überhaupt bekannt, doch diese verliefen mit nur einer Ausnahme tödlich. Klassische Borna-Viren lösen eine Hirnentzündung aus. Doch pro Jahr werden im Schnitt nur zwei Infektionen in Deutschland bekannt. Jedoch gehen Wissenschaftler davon aus, dass die Dunkelziffer höher liegt - bei bis zu sechs Fällen pro Jahr. 2021 waren nach Angaben des LGL deutschlandweit sieben Infektionen bekanntgeworden, davon fünf in Bayern. Zwei Infizierte, denen Organe eines Verstorbenen transplantiert worden waren, seien gestorben. Laut RKI gibt es aktuell keine spezifische Therapie gegen Bornavirus-Infektionen.
mit dpa