Bereits seit Herbst 2021 können sich in Deutschland Erwachsene ihre Booster-Impfung gegen das Coronavirus holen. Nun ist es auch bei 12- bis 17-Jährigen so weit. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Auffrischimpfung auch Kindern und Jugendlichen. Warum und welcher Impfstoff gespritzt wird, erfahrt ihr hier.

Booster-Impfung für Jugendliche: Darum bekommen sie die dritte Spritze

Grund für die Empfehlung ist die weltweite Entwicklung der Corona-Zahlen. Der starke Anstieg der Neuinfektionen mache "eine Ausweitung der Impfkampagne erforderlich", erklärte die Stiko am Donnerstag in Berlin.
Ähnlich wie bei Erwachsenen nehme die Wirksamkeit der ersten beiden Impfdosen auch bei Jüngeren mit der Zeit ab. Außerdem sei der Impfschutz gegen Omikron bei lediglich zwei Dosen ohnehin reduziert. „Durch eine Auffrischimpfung - Dritt-Impfung - wird der Impfschutz wieder verbessert und auch die Übertragungswahrscheinlichkeit von Sars-CoV-2-Infektionen reduziert“, argumentiert die Stiko. Das Risiko für schwere Verläufe bei einer Infektion werde dadurch ebenfalls stark reduziert.
Bisher wurden die Booster-Impfungen in den Bundesländern unterschiedlich gehandhabt. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) begrüßte deshalb die Empfehlung: „Jetzt haben alle Jugendlichen und ihre Eltern Gewissheit: Auch bei Zwölf- bis 17-Jährigen ist Boostern empfehlenswert.“ Bereits im Dezember hatte der Politiker betont, dass Kinder und Jugendliche in der Altersklasse grunsätzlich einen Anspruch auf Auffrischimpfungen hätten. Deshalb hatte er die Kommission gebeten, eine Empfehlung für Booster-Impfungen von Jugendlichen auszusprechen. „Gut, dass die Impfkommission so schnell reagiert hat“, erklärte er am Donnerstag.

Booster-Impfung für Jugendliche: Stiko empfiehlt Biontech

Für die Auffrischimpfung empfiehlt die Stiko den mRNA-Impfstoff Comirnaty von Biontech „in der altersentsprechenden Dosierung.“ Frühestens drei Monate nach der vorangegangenen Impfung sollte dieser gespritzt werden.

Erstimpfung mit Johnson & Johnson: Was sollten Jugendliche beachten?

Jugendliche, die als Erstimpfung den Impfstoff von Johnson & Johnson bekommen haben, empfiehlt die Stiko eine Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff wie Biontech - und zusätzlich eine Booster-Impfung. Diese sollte ebenfalls mit einem Abstand von drei Monaten verabreicht werden.
Bereits vor einigen Wochen hatte die Stiko erklärt, dass eine einzelne Dosis Johnson & Johnson keinen ausreichenden Schutz biete und dass eine Auffrischung mit einer Dosis Biontech/Pfizer oder Moderna empfohlen werde.