Nach der Booster-Impfung ist kein Corona-Test mehr notwendig. Dieser Grundsatz der deutschen Corona-Politik gilt im ganzen Land und dürfte fast jedem bekannt sein. Doch andere Regeln sind komplizierter und unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland: Nach wie vielen Corona-Impfungen gelten in Baden-Württemberg zum Beispiel vom Virus Genesene als vollständig geimpft? Und gibt es Fälle, in denen zwei Corona-Impfungen für den Booster-Status ausreichen? Um diese Fragen geht es im Text, außerdem um Folgendes:
  • Ab wann gilt man als vollständig geimpft?
  • Gelten für Genesene andere Regeln?
  • Nach wie vielen Impfungen gelten diejenigen als geboostert, die mit Johnson & Johnson geimpft wurden?

Wann gelten Genesene als vollständig geimpft?

Seit dem 27. Dezember 2021 gilt in Baden-Württemberg: Wer sich mit Corona infiziert und nach der Genesung einmal dagegen geimpft wurde, gilt anschließend drei Monate lang als vollständig geimpft, ist als von der Testpflicht befreit, wenn die 2Gplus-Regel gilt. Laut der Website des Landes Baden-Württemberg gilt das auch für ungeimpfte Genesene drei Monate lang. Als geboostert gelten Genesene nach zwei Corona-Impfungen.

Corona Test BW: Diese Ausnahmen gelten

Von der Testpflicht ausgenommen sind außerdem diejenigen, für die die Stiko noch keine Auffrischungsimpfung empfohlen hat – also doppelt geimpfte Kinder und Jugendliche unter 18 sowie Schwangere im ersten Schwangerschaftsdrittel.
Bis zum 31.01.2022 können Kinder und Jugendliche noch einen negativen Schnelltest statt eines PCR-Tests vorlegen, wenn sie Einrichtungen betreten möchten, für die die 2G-Regel gilt.

Impfung mit Johnson & Johnson: Braucht man zwei oder drei Impfungen für den Booster-Status?

Hier gelten in den Bundesländern unterschiedliche Regeln. Stand 13.01.2022 reicht in Baden-Württemberg nach einer Corona-Impfung mit Johnson & Johnson eine weitere Dosis, damit man als geboostert gilt. In Bayern sind dagegen zwei weitere Impfungen nötig.

Geimpft und trotzdem infiziert: Das gilt für die Booster-Impfung

Infizieren sich einmal Geimpfte, gelten sie in Baden-Württemberg anschließend als vollständig geimpft. Es ist auch eine gängige Regelung, dass bei vollständig Geimpften, die dann erkranken, der Genesenen-Nachweis sechs Monate lang wie eine Auffrischungsimpfung (Booster) gilt und auch entsprechend in eine der Corona-Apps eingetragen werden kann. Es häufen sich allerdings die Berichte, dass von Personen, die Geimpft und Genesen sind, oftmals zusätzlich ein Test verlangt wird. Grund dafür könnten die unklar kommunizierten Maßnahmen sein.

Ab wann man als geboostert gilt – die Zusammenfassung

  • 3 x geimpft: Wer zwei Impfungen bei der Grundimmunisierung erhalten und sich in der Zwischenzeit nicht mit Corona infiziert hat, braucht noch eine dritte Dosis, um als geboostert zu gelten.
  • 1 x Johnson & Johnson + 2 x mRNA-Impfstoff: Bei dem Impfstoff von Johnson & Johnson sind nach der Grundimmunisierung (eine Dosis) ebenfalls zwei weitere Impfungen mit einem mRNA-Impfstoff nötig, um als geboostert zu gelten. In welchen Abständen die beiden Impfungen verabreicht werden müssen, lesen Sie hier.
  • Genesen und zweimal geimpft: Wer eine Corona-Infektion vor der Impfung hatte, benötigt eine Impfdosis für die Grundimmunisierung. Eine zweite Dosis mit einem mRNA-Impfstoff nach drei Monaten bringt den Status „geboostert“.

Corona Impfung BW: Gesundheitsminister Lucha fordert höhere Impfquote in Pflegeheimen

In den baden-württembergischen Alten- und Pflegeheimen haben bislang deutlich weniger Menschen eine Auffrischungsimpfung erhalten als gehofft. Nach einer Auswertung des Landesgesundheitsamtes (LGA) für das Sozialministerium hatte zum Jahresende jeder dritte Heimbewohner noch keine sogenannte Booster-Impfung. Da die Quote der zum dritten Mal Geimpften nur bei 68 Prozent lag, hat Sozial- und Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) an die Einrichtungen appelliert, die Impfangebote besser zu nutzen. „Jede und jeder noch Zögerliche und Unentschlossene, den wir für eine Impfung gewinnen können, ist in meinen Augen die Anstrengung wert“, sagte er. In Rheinland-Pfalz lag die Booster-Quote in den Heimen nach Angaben des Südwestrundfunk (SWR) bei 85 Prozent.