Blitzermarathon Deutschland 2022: Welche Bundesländer machen mit?

Am Donnerstag findet der deutschlandweite Blitzmarathon 2022 statt. Wo wird geblitzt? Welche Bundesländer machen mit?
Daniel Reinhardt/dpaEigentlich passiert es einmal im Jahr, doch musste es wegen der Pandemie ein paar Jahre ausfallen: Der Blitzermarathon. 2022 geht es aber wieder los. Am 24. und 25. März 2022 wird von 6 Uhr bis 6 Uhr, also 24 Stunden lang, verstärkt auf den Straßen der Bundesrepublik kontrolliert. Aber nicht alle Bundesländer wollen am Marathon mitmachen.
- Welche Bundesländer machen beim Blitzermarathon mit?
- Welche Länder machen nicht mit?
- Wo werden die Blitzer aufgestellt?
- Wie hoch ist das Bußgeld wenn man geblitzt wird?
- Wie kann man Einspruch erheben?
Blitzermarathon 2022: Diese Bundesländer machen mit
Wegen der Corona–Pandemie hat es zuletzt 2019 einen großen Blitzermarathon gegeben. Damals haben zehn von 16 Bundesländer mitgemacht. 2020 wollte man Autofahrer nicht noch zusätzlich belasten — 2021 haben nur eine Handvoll Länder beim Marathon mitgemacht. In diesem Jahr sind es wieder mehr Bundesländer:
- Baden–Württemberg
- Bayern
- Brandenburg
- Hessen
- Mecklenburg–Vorpommern
Blitzmarathon: Diese Länder sind 2022 nicht dabei
In folgenden Bundesländern hat man sich gegen die Teilnahme am Blitzermarathon 2022 entschieden:
- Berlin
- Bremen
- Hamburg
- Niedersachsen
- Nordrhein–Westfalen
- Rheinland–Pfalz
- Saarland
- Sachsen
- Sachsen–Anhalt
- Schleswig–Holstein
- Thüringen
Blitzmarathon 2022: Wo stehen die Blitzer?
Nicht alle Bundesländer verraten im Vorfeld, wo die Messstellen sein werden. Das ist zum Beispiel in Baden–Württemberg der Fall: Die meisten Radarfallen bleiben geheim.
In Bayern hingegen wurden vor dem 24. März alle Messstellen angekündigt. So könne sich keiner beschweren, dass der Staat mit der Aktion bloß Geld verdienen will, so die Begründung. Hier geht’s zu allen Messstellen beim Blitzmarathon in Bayern.
In Brandenburg sind einige Standorte ebenfalls bekannt. Zu denen, die schon sicher sind zählen:
- Oranienburg, Robert–Koch–Straße
- Neuruppin, Gildenhaller Allee
- Perleberg, Bad Wilsnacker Straße
- Seelow, Bertold–Brecht–Straße
- Brüssow, Prenzlauer Straße
- Bernau, Werner–von–Siemens–Straße
- Doberlug–Kirchhain, Finsterwalder Straße
- Senftenberg, Wilhelm–Pieck–Straße
- Orgosen, Orgrosener Dorfstraße
- Potsdam, Kaiser–Friedrich–Straße
- Ludwigsfelde, Rousseaupark
- Nauen, Waldemardamm
In Hessen sind nur teilweise die Standorte für die Blitzer öffentlich gemacht worden. Wie die „Fuldauer Zeitung„ berichtet sind diese Messstellen geplant:
Hünfeld — Michelsrombach L3176
Hofbieber, L3174
Fulda, Bardostraße
Westring Fulda, K110, Kreuzung Mittelrode
Künzell, Dirlos — Dietershausen, Höhe Dassen
A7, zwischen Anschlussstelle Bad Brückenau und Fuldaer Dreieck
A66, Tunnel Neuhof
Schwalmtal, B254
Fuldatal, B49
Schotten, B276
Lauterbach, Ortsdurchfahrt Lautertal–Engelrod, Hörgenauer Straße, Höhe Kita
Schlitz — Willofs, L3140
Hanau–Großauheim, Ernst–Barthel–Straße
Hanau–Großauheim, Auheimer Straße
Hanau, Leipziger Straße
Hanau, Maintaler Straße
Hanau–Steinheim, Offenbacher Landstraße
Hanau–Kleinauheim, Seligenstädter Straße
Hanau–Kleinauheim, Pfützenweg
Wächtersbach, Bahnhofstraße vor dortiger Schule
Wächtersbach–Hesseldorf, Brachttalstraße
Wächtersbach–Aufenau, Leipziger Straße, vor Schule und Kita
Hanau–Wolfgang, Aschaffenburger Straße
Biebergemünd, B276, zwischen Bieber und Flörsbachtal
L3178, zwischen Bad Soden–Salmünster Hausen und Mernes
Erlensee, L3193
Erlensee, L3268
Erlensee, K854, Kreisverkehr Leipziger Straße
Bad Orb, Frankfurter Straße, Höhe Altenheim
L3268, zwischen Nieder– und Oberrodenbach
Maintal, L3195
Linsengericht–Eidengesäß, Karl–Glöckner–Straße
Freigericht
In Mecklenburg–Vorpommern wurde nicht bekanntgegeben wie viele und welche Blitzer es geben würde.
Bußgeld beim Blitzen: Das ist die neue Straßenverkehrsordnung
Ende 2021 wurde der neue Bußgeldkatalog für die Novelle der StVO beschlossen. Die Bußgelder bei Geschwindigkeitsüberschreitung wurden zum Teil deutlich erhöht. Auch deshalb ist der Blitzermarathon dieses Jahr kontrovers. Das sind die Blitzer–Regeln:
- Wer rast, muss mehr zahlen. Dabei gilt das Motto: Je schneller, desto teurer. Die Regelung für Pkw und innerorts:
- 10 km/h zu schnell: künftig 30 statt 15 Euro
- 11 km/h — 15 km/h zu schnell: 50 statt 25 Euro
- 16 km/h — 20 km/h zu schnell: 70 statt 35 Euro
- 21 km/h — 25 km/h zu schnell: 115 statt 80 Euro
- 26 km/h — 30 km/h zu schnell: 180 statt 100 Euro
- 31 km/h — 40 km/h zu schnell: 260 statt 160 Euro
- 41 km/h — 50 km/h zu schnell: 400 statt 200 Euro
- ...
- über 70 km/h zu schnell: 800 statt 680 Euro.
Blitzermarathon 2022: Kann man gegen Blitzer vorgehen?
Wer findet, dass er oder sie unfairerweise geblitzt wurde, kann Einspruch erheben. Das ist innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt des Bußgeldbescheids möglich. Wer Einspruch erhebt, muss erstmal nichts zahlen — muss aber nachweisen, dass der Einspruch berechtigt ist. Die Beweislast liegt also beim geblitzten Autofahrer. Kommt es zu einem Gerichtsverfahren, geht das Gericht also zunächst davon aus, dass die Messung korrekt ist. Das Gegenteil muss der Betroffene beweisen.
Bis zum Gerichtsverfahren muss es aber gar nicht kommen. Wer Einspruch erhebt, kann zunächst darauf hoffen, dass bei der Prüfung des Sachverhalts tatsächlich auffällt, dass es einen Fehler gegeben hat. Das muss nämlich als erstes passieren: Die Behörde überprüft nochmal die Messung und die Daten. Hat der Betroffene recht, wird das Verfahren eingestellt. Wird das nicht getan, kommt es wahrscheinlich vor ein Gericht. Spätestens in diesem Fall braucht der Betroffene einen Anwalt.
